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Studienwoche der Q1a – Eine Woche voller neuer Eindrücke: Bach, Ovid & Bühnenbild

Leider musste unsere Klassenfahrt ausfallen, doch unsere Klassenlehrer:innen Frau Asmussen und Herr Leibersperger entwickelten mit viel Mühe und Liebe bis ins Detail ein Alternativprogramm, das unsere Profilfächer Kunst und Latein mit unserem profilaffinen Fach Musik bei Frau Ptassek verband. Die Idee war, ein bewegtes Bühnenbild mithilfe von Videosequenzen zu den Goldberg-Variationen von Bach im Zusammenspiel mit Ovids Metamorphosen zu entwerfen. Der Anstoß zu dieser Idee kam durch die Cellistin Imke Frank, die für ihr Trio, bestehend aus Anna Melkonyan und Donata Böckink, für ihr Kulturfunken-Projekt ein Bühnenbild wünschte.

Gesagt, getan und so begann die Studienwoche schon nach den Osterferien im Rahmen unseres Unterrichts in Musik, Latein und Kunst. Hier analysierten wir die Musik, übersetzten und rezipierten die lateinischen Metamorphosen im Lateinprofil und vergleichen deren kunsthistorische Rezeption in Vergleichsreihen im Kunstunterricht. Am ersten Sonntag im Mai starteten wir dann alle gemeinsam: Die Künstlerin Barbara Hirsekorn zeigte uns, mit welchen Fragen und Herangehensweisen man sich z.B. der Motivsuche nähern kann. Im Anschluss an diese gemeinsame Einführung brachte sie dem einen Teil der Klasse näher, wie man sich gezielt mit einem Aquarell auseinandersetzt, während die andere Hälfte an einem von Frau Asmussen geleitetem Fotoworkshop teilnahm und v.a. Perspektiven und Motivveränderungen mithilfe von Fotoapparaten und Handykameras ausprobierte. So erstellten wir alle das Ausgangsmaterial für unsere Filme. Unser Projektauftakt wurde am Abend mit einem kleinen Konzert des Streichertrios abgerundet, das uns zu großen Teilen die benötigten Tonspuren für unser Videos lieferte. (An dieser Stelle einen großen Dank an die Technik-AG!) 

Am Montag begann dann unsere unmittelbare Projektarbeit und es wurde fleißig an den Videosequenzen in Dreiergruppen gearbeitet. Am Mittwoch besuchte uns vormittags das Team des NDR und drehte einen Beitrag für das Schleswig-Holstein-Magazin. Währenddessen lief die Woche über parallel zu unserem Feintuning der Videos  ein Precious Plastic-Workshop, bei dem wir aus vorher von uns gesammeltem Plastik kunstvolle Spiralen herstellten. Dafür wurde das Plastik zunächst sortiert, dann geschreddert und schließlich geschmolzen und um Spiralmodelle gewickelt. Am Ende der Woche hatte jeder eine recycelte, individuelle Spirale für das Bühnenbild kreiert und viel zum Thema Plastikmüll und Werkstoff gelernt.

 

 

Unsere Tage waren stetig durchgeplant, wodurch wir nicht in Zeitnot gerieten. Durch Zwischenauswertungen in der Klasse konnte man sich die Hilfe seiner Mitschüler:innen und Lehrer:innen einholen. Die Stimmung war durch Musik und gemeinsame Mahlzeiten ausgelassen. Am Donnerstag erwartete uns eine Videokonferenz mit dem österreichischen Schriftsteller und Übersetzer Raoul Schrott, der uns den Zusammenhang von Literatur, Lyrik und Kultur näher brachte.

Freitag schlossen wir unsere Projektwoche mit fertig geschnittenen Videosequenzen ab und präsentierten diese im coronakonformen kleineren Kreise mit wenigen Familienmitgliedern und den vielfältigen Unterstützern. Trotz vieler Regentage haben wir wir die gemütliche Atmosphäre im Klassenverband im Schuppen 6 sehr genossen.

Wir danken allen, die am Projekt beteiligt waren oder es auf vielfältige Weise unterstützt haben, allen voran dem Bund der Freunde, der Technik-AG, unseren externen Experten Barbara Hirsekorn und Raoul Schrott und der Kunst- und Musikschule der Gemeinnützigen.

Lis Fricke & Fine Mißfeldt

für die Q1a