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Plakatwettbewerb zur Jubiläumsausstellung 100-Jahre „Nordische Woche“ 2021

Liebe Schüler*innen,

Zum 100. Jahrestag der „Nordischen Woche“, zu der das Behnhaus erstmals seine Türen als Museum öffnete, wird am 1. September 2021 eine Jubiläumsausstellung eröffnet, die sich u. a. mit Lübecks Rolle innerhalb einer (nordischen) Moderne auseinandersetzen will.

Das Museum Behnhaus Drägerhaus veranstaltet zu diesem Anlass gemeinsam mit dem Katharineum zu Lübeck einen Plakatwettbewerb. Schüler*innen der Klassen 5-11 sind aufgerufen, ihr eigenes Lübeck-Bild zwischen Tradition und Moderne zu entwerfen.

Zeichne, male, fotografiere oder collagiere dein Lübeck-Bild. Thematisiere deutlich das Spiel zwischen dem traditionellen und modernen Lübeck.  Zeige, was dich an Lübeck in diesem Zusammenhang fasziniert.

Gib dein Bild mit der unterschriebenen Einverständniserklärung  (Download der Einverständniserklärung) bis zum 28.05. 2021 bei einer Kunstlehrer*in des Katharineums ab. Schreibe bitte auch deinen Namen und die Klasse mit Bleistift auf die Rückseite des Bildes.

Das Bild der Sieger*in wird als Plakat im Rahmen der Jubiläumsausstellung „Nordische Woche“ des Museums Behnhaus Drägerhaus im September 2021 veröffentlicht. Die besten Einsendungen werden im Rahmen der „nordischen Woche“ im Kohpeis-Saal des Museums gezeigt.

Im Rahmen der Verleihung des Kunstpreises am Katharineum zu Lübeck werden auch die Preisträger*innen des Plakatwettbewerbes geehrt.

 

Wir wünschen euch viel Spaß und freuen uns auf zahlreiche Einsendungen.

Liebe Grüße aus dem Museum Behnhaus Drägerhaus, von der Kunstfachschaft des Katharineums und der Michael-Haukohl-Stiftung

 

 

Für Interessierte, hier ein kleiner kunsthistorischer Exkurs von Dr. Alexander Bastek (Leiter des Museums Behnhaus Drägerhaus):

100 Jahre Nordische Woche, 100 Jahre Behnhaus als Museum

„Das Behnhaus feiert in diesem Jahr hundertjähriges Jubiläum! Im Februar 1921 konnte das Haus vom (damaligen) Lübecker Staat erworben werden und es öffnete im September 1921 zur „Nordischen Woche“ erstmals seine Türen als Museum. Die „Nordische Woche“ 1921 sollte nach dem Ersten Weltkrieg Ausgangspunkt sein, um die Beziehungen Deutschlands zu Skandinavien in wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht neu zu beleben. Lübeck als ehemaligem Haupt der Hanse sollte dabei die zentrale Mittlerrolle zukommen.

Carl Georg Heise legte mit seinen zu diesem Anlass präsentierten Ausstellungen – der „Jahrhundert-Ausstellung Lübeckischer Kunst“ im Behnhaus, der Präsentation von Noldes religiösen Bildern in der Katharinenkirche sowie der Ausstellung nordischer Kunst im Schabbelhaus – die Grundlage für seine in den 1920er Jahren folgende Sammlungs- und Ausstellungspolitik. Und bis heute bildet der damals geschlagene Bogen von Friedrich Overbeck bis zur Kunst der Klassischen Moderne den Rahmen unserer Museumsarbeit.

Wenn sich im September 2021 die Nordische Woche zum 100. Male jährt, wollen wir in einer Jubiläumsausstellung an das „Geburtsjahrzehnt“ des Behnhauses erinnern und von Alfred Mahlaus Plakat zur Nordischen Woche über Hauptwerke des 19. Jahrhunderts (Gröger, Overbeck, Kuehl), von Heise geförderte Künstler des 20. Jahrhunderts (dt. Expressionisten und Neue Sachlichkeit) bis zu Kunsthandwerk (Bildteppiche, Keramik) und Fotografie einen weiten Bogen der Moderne schlagen. Dabei gilt es einerseits, Heises erste Präsentation im Behnhaus aufzugreifen und andererseits den „nordischen Gedanken“, der Heises Arbeit in den 1920er Jahren prägte, in den Blick zu nehmen: Welche Ausstellungen zeigte Heise im Behnhaus, welche Künstlerinnen und Künstler förderte er, welche Werke erwarb er für die Lübecker Sammlung?  Ob es sich dabei um eine spezifisch „nordische“ Moderne handelt, gilt es im Rahmen der Forschungen zur Ausstellung zu klären.

Das Plakat zur „Nordischen Woche“ 1921 schuf der damals 27-jährige Lübecker Künstler Alfred Mahlau. Es zeigt eine rote Duckdalbe, an der verschiedene nordische Schiffe mit roten und schwarzen Masten vertäut sind. Zentral ist der Lübecker Doppeladler zu sehen: Lübeck steht also im Zentrum dieser Zusammenkunft. Durch seine einfachen grafischen Mittel (reduzierte Formen und wenige Farben) besticht das Plakat bis heute als typisches Beispiel für die moderne grafische Kunst der 1920er Jahre. Zugleich greift es mit seiner historischen Motivik auf die mittelalterliche Tradition Lübecks zurück. Die spitzen aufstrebenden Formen, das Lineare, Abstrahierte, „Holzschnittartige“ erscheinen zugleich historisch (gotisch) und modern (neusachlich). Diesem Prinzip blieb Mahlau in den zahlreichen Entwürfen seiner Gebrauchskunst treu. Wir finden es in seinen Arbeiten für die Schwartauer Werke oder den Marzipanhersteller Niederegger. Auch in den Entwürfen, welche die Lübecker Stadtsilhouette – das „Markenzeichen“ der sieben Türme – zeigen, führte er historische Motive und moderne Bildsprache eindrucksvoll zusammen.

Mahlaus Plakat veranschaulicht verschiedene Aspekte, die für Heises Kunstauffassung und sein Museumsprogramm der folgenden Jahre relevant sind: die Verbindung von alter und neuer (Heise nannte sie „werdende“) Kunst, eine grafische Prägung dieser Künste sowie eine nordeuropäische Ausrichtung. Die zentralen Künstlerpersönlichkeiten, bei denen Heise dies erfüllt sah, waren Edvard Munch, Emil Nolde, Ernst Barlach sowie die Brücke-Künstler (vor allem Kirchner, Schmidt-Rottluff und Heckel). Heise förderte aber auch junge Maler wie Xaver Fuhr und Ernst Wilhelm Nay, Künstlerinnen wie Anita Reé, Fotografen wie Albert Renger-Patzsch oder Kunsthandwerkerinnen wie Alen Müller-Hellwig.  Überblicksausstellungen widmete er der schwedischen (1926), isländischen (1928) oder dänischen (1932) Kunst oder organisierte Themenausstellungen wie „Die Ostsee im Bilde“ (1931), „Die Blume in der Kunst“ (1927) oder „Das Tier in der Kunst“ (1933).

Vor allem im und mit dem Behnhaus verfolgte Heise das Ziel, Kunst und Kultur einem breiten Publikum zu vermitteln. Er selbst sprach von „Volkstümlichkeit“ und wollte „den Weg von ästhetischer Selbstgenügsamkeit fort zu bildkräftiger Prägung echten zeitgenössischen Erlebens […] bahnen.“ (Lübecker Kunstpflege, S. 44)

1921 war die Nordische Woche ein umfassendes, auf alle Kunstformen (Literatur, Musik, Theater) ausgreifendes Fest. Thomas Mann sprach über „Goethe und Tolstoi“, im Theater wurde ein „Nordisches Sinfoniekonzert“, in St. Marien ein Kirchenkonzert gespielt und im Kursaal in Travemünde fand ein Tanzabend mit Mary Wigman statt. Soweit möglich, sollen Kooperationsveranstaltungen auch 2021 das Kulturprogramm der Nordischen Woche jenseits der bildenden Kunst aufgreifen und zu einem übergreifenden Jubiläumsfest beitragen.“