Städtisches Gymnasium für Jungen und Mädchen mit altsprachlichem Zweig | seit 1531

Berühmte Katharineer – Teil 3

Viele von euch waren sicher schon einmal im Museum Behnhaus in der Königsstraße, nur wenige Häuser vom Katharineum entfernt. Wir erzählen euch heute wer Georg Heinrich Behn eigentlich war.

Georg Heinrich Behn wurde am 29. August 1773 in Lübeck als dritter Sohn des damaligen Direktors vom Katharineum zu Lübeck, Friedrich Daniel Behn, geboren. Seine Schulzeit verbrachte er auf dem Katharineum, also der Schule seines Vaters. Anschließend folgte sein Medizinstudium 1792 in Jena, das er 1795 mit der Promotion zum Dr. med. (Doktor der Medizin ist ein akademischer Grad) abschloss. Bildungsreisen durch Europa in die Länder Deutschland, Österreich, Tschechien, Dänemark, Frankreich und in die Schweiz wurden ihm von seiner Mutter Catharina Margarethe nach dem Studium ermöglicht. Besonders bildete er sich in der Frauenheilkunde fort. Zwei Monate verbrachte er in Kopenhagen bei einem international angesehenen Professor für Geburtshilfe namens Mathias Saxtorph. 1799 beendete er seine Bildungsreisen, die ihn in seiner beruflichen Laufbahn prägten und zog endgültig in seine Heimatstadt Lübeck zurück. Dort heiratete er 1805 Johanna Elisabeth Stintzing, die Tochter eines Weinhändlers und bekam mit ihr drei Kinder: Fanny Behn (1813), Emma Behn (1815) und Theodor Behn (1819).

Ein besonderes Ereignis fand 1799 statt, als er zusammen mit dem Lübecker Arzt Theodor Friedrich Trendelenburg die erste Impfung durchführte. Zusätzlich engagierte er sich in der Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit, die er mit zahlreichen Fachvorträgen für das breite Publikum unterstützte. Nach 1804 wurde er zum Arzt des Lübecker Waisenhauses bestellt. Zum Beginn der Lübecker Franzosenzeit 1806 gab es viele kaum lösbare Probleme in Hinsicht auf Hygiene und Versorgung der Verwundeten. Dadurch arbeiteten die Ärzte Lübecks immer enger zusammen, um sich gegenseitig zu unterstützen. 1809 wurde der Ärztliche Verein Lübecks gegründet, bei dessen Gründung Behn die treibende Kraft war. Dieser Verein ist bis heute die älteste berufsrechtliche Vereinigung von Medizinern in ganz Deutschland! Georg Heinrich Behn war 24 Jahre Sekretär des Vorstands des Vereines. 1823 erwarb er das am Anfang erwähnte Behnhaus, das heute als Museum für Kunst des 19. Jahrhunderts und der Klassischen Moderne dient.

Redaktion des Website-Teams