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Kein Missbrauch von Haribo! – 3D-Drucker für das Katharineum

Nachdem bereits vor den Sommerferien 2019 interessierte Schülerinnen und Schüler des Katharineums im Technologiezentrum Lübeck zu Gast waren, um in einem dreitägigen Workshop die Kunst des 3D-Druckens zu erlernen, geht das Katharineum nun einen Schritt weiter. Durch die erneute Unterstützung der Michael-Haukohl-Stiftung, die bereits den Workshop finanzierte, konnte ein eigener 3D-Drucker für zukünftige Projekte angeschafft werden. Benutzt werden soll er im Informatikunterricht oder in der AG-Arbeit. Die Technik-AG stellt sich z. B. vor, mithilfe des Druckers Ersatzteile für technische Geräte herzustellen.

Doch mit dem Kauf eines 3D-Druckers ist es nicht getan: Die Computer-AG wollte und konnte sich den Spaß nicht nehmen lassen, den 3D-Drucker selbst aufzubauen, sodass ein Bausatz-Drucker der Firma Prusa gewählt wurde. Laut der mehr als 100-seitigen, englischen Anleitung sollte der Aufbau „etwa einen Arbeitstag“ dauern – leider wurde dieser Hinweis erst am Ende entdeckt.

Etwas zu optimistisch ging es also am letzten Donnerstag an den Aufbau: Gedauert hat er von 15.00 bis 21.00 Uhr, insgesamt ganze sechs Stunden. Die Durchführung der acht Kapitel der Anleitung war von unzähligen M3x10 Schrauben, wunderschön 3D-gedruckten Plastikteilen und elektronischen Bauteilen geprägt. Wer sich wundert, wozu die blauen Handschuhe dienten: Auch die Montage von gut gefetteten Minikugellagern gehörten zum Aufbau. Die Verbindung von über 10 verschiedenen elektronischen Komponenten mündete zum Ende in einem schwer zu bändigen Kabelsalat.

Gemäß der mit unzähligen Warnhinweisen versehenen Schritte „Belohnen Sie sich selbst“ und „Haribo Zeit!“ in der Anleitung wurde auch die mitgelieferte Haribo-Tüte coronagerecht aufgeteilt und verzehrt (siehe Foto), um diese Anstrengungen zu bewältigen.

Allein der Aufbau reichte jedoch nicht, denn ein 3D-Drucker ist ein hochpräzises, mechanisches Gerät, das umfassend kalibriert werden muss – dank der modernen Software hat sich der Drucker binnen 30 Minuten erfolgreich selbst getestet und kalibriert und den erleichterten Installateuren ein „korrekte Ausrichtung“ bescheinigt. Was liegt näher als ein Testdruck?

Gesagt, getan – getestet wurde mit einem 8 cm breiten und 2 cm höhen Schildchen mit einer Gesamtdruckzeit von etwa einer Stunde. Nach der Stunde erwartete die AG-Mitglieder ein perfektes Stück Plastik aus dem 3D-Drucker. Nach dem Druck von kleinen Katharineumslogos tauchte ein bereits vom Schildchen bekanntes Problem auf: Die Teile waren gar nicht einfach vom Druckbett zu entfernen. Da die Oberfläche des Druckbetts sehr empfindlich war, verbat sich der Einsatz von metallischen Gegenständen wie Spachteln und Schraubenzieher. Was also tun? Na klar, wir haben jetzt ja einen 3D-Drucker und können uns einen passenden Plastikspachtel drucken. Nach 12 Stunden Druckzeit sollte ein Ergebnis zu erwarten sein – wir sind gespannt, wie das erste größere Druckobjekt am Ende aussehen wird.

In diesem Sinne danken wir der Michael-Haukohl-Stiftung ganz herzlich für die schnelle und unkomplizierte Finanzierung dieses tollen Projektes und freuen uns auf zukünftige Ergebnisse!

Redaktion des Website-Team