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Unterm Kirschbaum mit… Frau Berlingen

Wir freuen uns, dass auch auf der Website wieder etwas Normalität einkehren kann und wir unsere Interviews “Unterm Kirschbaum” weiter führen können. Für eines unserer ersten Interview, dass nicht über den Weg der “neuen” Medien geführt wurde, haben wir uns mit Frau Berlingen getroffen.

1. Seit wann Sind Sie am Katharineum?

Seit dem November letzten Jahres.

2. Wie sind Sie ans Katharineum gekommen?

Ich wollte umbedingt in den Norden und hatte das Glück, dass hier jemand gesucht wurde für Sport.

3. Wo haben Sie studiert?

Ich habe in Köln studiert.

4. Kommen Sie ursprünglich auch aus Köln?

Aus der Nähe von Köln. Da ist südlich von Köln ein kleiner Ort, aus dem ich da komme. Bad Münstereifel heißt der.

5. Was fasziniert Sie an Ihren Fächern am meisten?

Wie unterschiedlich die Schüler in Sport und Geschichte sind, im Endeffekt. Weil man ganz unterschiedliche Settings hat, einmal in der Sporthalle und einmal im Klassenraum.

6. Wollten Sie schon immer Lehrerin werden?

Tatsächlich schon, das war einer meiner ersten Berufswünsche. (Anm. d. Red.: Das hören wir nicht so oft!)

7. Was war Ihr bisher schönstes Erlebnis mit Schüler*innen?

Schönstes Erlebnis… es gibt so viele… das ist echt schwierig! Auf der Skifreizeit an meiner letzten Schule, ein eher unsportlicher Schüler, der danach Skifahren konnte und sehr begeistert war. Das war sehr schön für mich.

7a. (Nachfrage Redaktion) An welcher Schule gibt es denn Skifreizeiten?!

Das war an meiner letzten Schule in Bad Münstereifel! Aber hier oben ist das natürlich auch schwieriger…

8. Was gefällt ihnen am Katharineum?

Das freundliche Kollegium, die Aufnahme, wenn man hier ankommt, als neue Lehrerin, man hat sich sofort willkommen gefühlt. Auch bei den Schülern ist das so!

9. Wie fühlte es sich an, in ihrem ersten Jahr hier, direkt von so einer Krise heimgesucht zu werden?

Sagen wir mal so, es war direkt noch mehr Aufregung (lachen). Natürlich hätte ich es schön gefunden, ein entspannteres Jahr zu haben, aber auch das hat neue Sachen, die auch ganz interessant sind. Vor allem, wenn man jetzt auch die kleinen Gruppen hat, wie unterschiedlich es dann auch schon wieder ist, mit den Schülern. Auf einmal hört man Stimmen, die man sonst nicht so häufig im Unterricht wahrnimmt.

10. Was machen Sie, um gegen die Langeweile anzukämpfen (wenn es Langeweile gibt)?

Es gibt gar keine Langeweile! Also mit der Unterrichtsvorbereitung für das Home-Schooling gibt es genug zu tun und hier in der Schule gibt es ja auch eine Menge zu tun.

11. Wie fährt es sich mit Olafs-Racingteam?

(lacht) Ziemlich gut! Das ist eine schöne Zusammensetzung und niemand ist halt so, dass er mich irgendwie anstacheln würde. Auch wenn ich da als Frau einen kleinen Vorteil habe, dass man da nicht so in diesem Konkurrenz-Ding drinnen ist. Aber es macht sehr viel Spaß mit denen zu fahren!

11a. Wie viele Kilometer sind sie schon für das Stadtradeln gefahren?

Da bin ich leider noch nicht so viel gefahren und hänge ziemlich zurück, aber … jetzt muss ich rechnen … 67+7+7+7 … 88 Kilometer! Morgen (Anm. d. Red.: Stand 21.5.) werden es dann noch mehr, aber die Männer liegen weit vor mir.

12. Inwiefern hat sich Ihre Arbeit durch den Online-Unterricht verändert?

Weniger direkte Interaktion mit den Schülern und halt mehr Verwaltungskrempel, sag ich jetzt mal, bewusst das Wort Krempel gewählt, das was halt nicht so schön ist, am Lehrerdasein.

13. Sie, als Sportlerin, denken sicherlich viel über die nähere Zukunft des Sport-Unterrichts nach. Wie stellen Sie sich den Unterricht unter Corona-Bedingungen vor?

Ich denke, es wäre möglich, nur halt nicht so wie vorher. Sport ist ja normaler Weise sehr auf engere Kontakte ausgelegt, die müssten dann halt wegfallen, aber da gäbe es durchaus Optionen. Yoga beispielsweise, wenn jeder seine eigene Matte hat. Ich denke es ist möglich, nur halt nicht ganz anders als das, was man im Sportunterricht erlebt. Und die Sachen, die man da machen, stoßen sicher nicht überall auf Begeisterung (lacht).

13a. Was könnte man denn noch machen?

Laufen und alles auf dem Sportplatz. Tennis ist schwierig, weil man mit den Bällen aufpassen muss. Beim Fußball kann man nicht in den Zweikampf gehen, also es wäre anders, aber möglich, wenn man dann die Übungen auf die einzelnen Schüler*innen beschränkt.

14. Wir haben gehört, dass Sie in der Corona-Taskforce waren – was genau sind die Aufgaben dort gewesen?

Zunächst einmal haben wir uns einfach als Interessierte getroffen, die auch am Anfang ganz genau wussten, wie es weitergeht, und haben uns da Gedanken darüber gemacht, was denn hier an der Schule passieren muss und wie wir das aufteilen, und haben dann Gruppen gebildet, die sich damit beschäftigt haben: Ok, wie teilen wir die Klassen auf?, Wo kommen sie hin?, Welche Hygiene-Richtlinien müssen wir umsetzten?, Welche für die Schüler?, Was müssen wir im Lehrerzimmer ändern? Das heißt wir haben Gruppen gebildet, die sich mit diesen einzelnen Bereichen beschäftigt haben. Aber es war auch immer wieder eine Herausforderung, weil dann neue Vorgaben vom Land kamen, die wir dann spontan am nächsten Tag umsetzen durften, nachdem wir uns etwas schönes überlegt hatten. Das heißt im Grundsatz diese Aufteilung der Schüler*innen auf die verschiedenen Räume und welche Hygienemaßnahmen wir hier umsetzen müssen.

15. Wie war der “erste” Schultag nach der Zwangspause?

Für mich sehr schön, einfach weil endlich wieder Kinder im Haus waren. Ohne Schüler*innen ist Schule halt nicht so, wie sie eigentlich für mich sein sollte.

16. Welchen Hobbys gehen Sie nach?

Wenig überraschend mache ich Sport (lacht). Am liebsten tatsächlich Rennrad und Kajak fahren.

16a. (Nachfrage Redaktion) Haben Sie ein eigenes Kajak?

Nein, ich bin in einem Verein, wo ich mir eins ausleihen kann. Ein Eigenes wäre natürlich schön, aber das müsste ich auch immer dahin transportieren, wo ich gerade hin will, und wenn ich mir hier im Verein einfach direkt eins nehmen kann und das direkt zum Wasser trage, ist das natürlich super.

Fragengewitter:

Sommer oder Winter?

Sommer

Tee oder Kaffee?

Kaffee

Buch oder Film?

Buch

Sachbuch oder Roman?

Roman

Brief oder E-Mail?

Brief

(Nachfrage Redaktion) Wie oft schreiben Sie Briefe?

Nicht häufig, aber das ist ja genau das Ding dabei. Es ist etwas Besonderes. E-Mails sind so dieses tägliche Kommunikationsmittel und bei einem Brief ist es halt wirklich so, dass man sich da wesentlich mehr Gedanken macht und dass es auch etwas Besonderes ist, einen zu erhalten, im Endeffekt. 

Zeitung: Online oder Papier?

Online

Landleben oder Großstadt?

(lacht) Lübeck ist ja eher Landleben, würde ich sagen.

Fußball oder Handball?

Handball

Welcher Verein?

Ist die Frage ernst gemeint? THW (lacht).

Sport oder Geschichte?

Oh, das ist wirklich böse! Sport.

Vielen Dank für das Interview!

Redaktion des Website-Teams