Von „Deutsche Stiftung Denkmalschutz“ ermöglicht: Abschluss des Schuljahresprojektes „Französische Spuren in Lübeck“ in Kooperation mit dem Bereich Archäologie und Denkmalpflege der Hansestadt Lübeck
Im 10. Jahrgang führten wir seit einem Jahr das durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz im Rahmen von “denkmal aktiv” mit 1900 Euro geförderte Projekt “Französische Spuren in Lübeck” durch, in dem das sprachliche Lernen des Französischen als Dritte Fremdsprache durch einen historischen Bezug zur napoleonischen Besatzung, der sogenannten Franzosenzeit in Lübeck, ergänzt wurde, um den praktischen Wert des Sprachenlernens noch weiter zu erhöhen. Hierzu planten die Lernenden als zentrale Projektpräsentation einen geführten Stadtrundgang.
Der Montag begann bewölkt und glücklicherweise noch vor dem Start des Stadtrundgangs auf „Französischen Spuren in Lübeck“ fing der Regen an, der die Organisation im letzten Moment neue Wege gingen ließ: Um 9:45 Uhr, nach der Begrüßung der zahlreichen externen Gäste (Bürgerinnen und Lehrer, Vertreterinnen des Französischen Konsulats Hamburg, ehemalige Lehrkräfte, ehemalige Schulleitungen, Eltern, interessierte Schülerinnen) unter Regenschirmen auf dem Fahrradhof zogen wir in die Katharinenkirche um, die uns als Museum und Denkmal einen mehr als nur geeigneten Raum für die Präsentationen, die thematisch außerhalb der Altstadtinsel lagen, bot. Zur Bedeutung der Benennung von Straßen und Plätzen insbesondere im Kontext der sich wandelnden deutsch-französischen Beziehungen lauschten wir einem Podcast über das Quartier der Elsässer/Lothringer Straße. Zur Gerichtsbarkeit zum Ende der Franzosenzeit bekamen wir die Untersuchungen zum Prahlstein anschaulich mit originalen Skizzen und Urteilen vorgestellt.
Bis es aufhörte zu regnen, hörten wir zudem noch weitere weniger ortsgebunde Vorträge zur Einquartierung französischer Militärs und deren Administration sowie zu Waffen in der Franzosenzeit. Wir erforschten Spuren der französischen Nutzung der Katharinenkirche als Pferdestall und waren erstaunt über den Wandel der Nutzung der Katharinenkirche im Laufe der Zeit, nicht nur während der napoleonischen Zeit. Schließlich lösten wir ein kniffliges Rätsel, das von Schülerinnen auf Grundlage echter Kriminalfälle aus dem Stadtarchiv der Hansestadt Lübeck entwickelt wurde.
Draußen hörten wir dann drei Vorträge. Los ging es im Gängeviertel, wo anschauliche Lebensgeschichten, die mit originalen Quellen rekonstruiert und beispielhafte Schicksale um Liebe, Tod und Besatzung lebhaft erzählt wurden. Der Bewohner eines Hauses kam spontan dazu und berichte von einem im Schornstein seines Hauses im Bäckergang gefundenen Bajonettes aus der Franzosenzeit, das zur Zeit mithilfe des Fachbereiches Archäologie und Denkmalpflege gesichert wird. Schließlich erfuhren die Zuhörenden, die von interessierten Passanten umgeben wurden, was es mit der wechselvollen Geschichte des Jerusalemsbergs und seiner heutigen Funktion als nachhaltig nutzbares Bodendenkmal auf sich hat.
Um den französischen Gästen, die das erste Mal in Lübeck verweilten, einen größeren Überblick über Lübeck zu ermöglichen, führte der Weg zum Burgtor über die Terrasse des Hansemuseums. Am Burgtor angekommen löste sich der aufgebaute Spannungsbogen um die Geschichte der Schlacht um Lübeck und dem Schlachtfeld der Burgtorwiese.
Abschließend wurden die dankenswerterweise von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz persönlich ausgestellten Teilnahmezertifikate ausgehändigt, wodurch dies Schuljahresprojekt einen würdigen Abschluss fand.
Gemeinsam mit den Fachbereich für Archäologie und Denkmalpflege ist bereits das nächste Projekt zum Thema Weltkulturerbe Lübeck in Vorbereitung – die Förderung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wurde bereits genehmigt, wofür wir als Schule sehr dankbar sind, bieten sich so doch lebensweltnahe und authentische Lernanlässe der französischen Sprache und Kultur in Lübeck.
Bastian Naumann


































