
Das Förderprogramm Interreg Deutschland-Danmark unterstützt die Weiterentwicklung der deutsch-dänischen Region. Das Katharineum ist Teil dieser Region und dieses Jahr freute sich 8c sehr über die sehr unterstützenden Projektmittel zur Durchführung einer Geographie-Exkursion zum Fehmarnbelt.
Am 26.06.2026 traf sich die 8c um 7 am Lübecker Hauptbahnhof, um nach Rødbyhavn zu fahren. Unser Ziel wählten wir, um unsere dänischen Nachbarn erstens näher kennenzulernen und zweitens deren Bemühungen zur Verbindung beider Ufer des Fehmarnbelts analysieren und bewerten zu können, indem wir uns die Situation vor Ort kriteriengeleitet einmal selbst anschauten. Unsere Bilddokumentation gibt unsere Eindrücke wieder.
Die 8c des Katharineums zu Lübeck beschäftigte sich im Rahmen des Geographieunterrichts mit lokalen, regionalen und grenzüberschreitenden Entwicklungsachsen sowie Räume in der weltwirtschaftlichen Dynamik. Wie wurden und werden mit den damit einhergehendenen historischen und aktuellen wirtschaftlichen und sozialen Charakteristika bzw. Verknüpfungen ein auf Austausch ausgerichtetes Beziehungsgeflecht gepflegt, weiterentwickelt und gelebt? Nach der Analyse globaler Hierarchien bzw. deren Ausprägungen und Auswirkungen im und auf den Raum übertrug die 8c während der Fachexkursion nach Dänemark die im Nahraum erlangten Kompetenzen grenzüberschreitend auf Lolland: Welche dänischen und deutschen Eigenheiten scheint es zu geben, gab oder gibt es? In Rødbyhavn beobachteten wir am Beispiel dieser Siedlung an der Dänemark und Deutschland gleichzeitig trennenden und verbindenden Ostsee, welche räumlichen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen die deutsch-dänischen Beziehungen schaffen sowie welche Entwicklungen im Rahmen der Vogelfluglinie auch biologisch geschaffen wurden und werden. Dabei knüpften wir niedrigschwellige Kontakte zwischen jungen Deutschen und dänischen Bürgerinnen und Bürger aller Altersklassen, indem wir erlebnispädagogische Spiele als Sprechanlässe im (halb-)öffentlichen Raum unternahmen, anhand derer Schülerinnen und Schüler mit Menschen vor Ort in Kontakt kamen und sogar, dank KI, Dänisch miteinander sprachen. Auch nach einer Woche wussten alle noch jene dänischen Worte, die sie für diese Exkursion vorbereiteten. Grundlegende Dänischsprachkenntnisse wurden, die wir dazu im Unterricht und auf der Fahrt nach Lolland erarbeiteten, wurden so gefestigt.
Wir nahmen Führungen des Ausstellungszentrums von Jannie Lehmann, Leiterin der Ausstellung Rødbyhavn in Anspruch. Das Vermittlungsangebot des Ausstellungszentrums der femern A/S übertraf dabei einmal mehr unsere Erwartungen, weil durch die qualififizierte Führung durch das sehr hilfsbereite und offene Personal des Ausstellungszentrums Femer A/S neben den von uns erwarteten technischen Details und räumlichen Dimensionen des Tunnelbaus auf deutscher und dänischer Seite gesellschaftliche und wirtschaftliche Perspektiven des Tunnelbaus verdeutlicht wurden, indem ehemals trennende und künftig verbindende Elemente thematisiert wurden. Auch wurden die Schülerinnen und Schüler angeregt, Menschen in Rødbyhavn anzusprechen, mit ihnen in Verbindung zu kommen, was daraufhin an vielen Orten und oft auch gelang. Somit bekamen unsere Teilnehmenden nicht nur eineFührung, sondern auch eine Einführung in das, was die feste Beltquerung ausmachen wird: Sich weiterentwickelnde Völkerverständigung. Wir besuchten neben dem Ausstellungszentrum unter Berücksichtigung geltender Zugangsregeln darüber hinaus die Baustelle. An der Baustell konnten wir direkt mit Mitarbeitern der Baustelle in Kontakt treten und Fragen nach dem Arbeitsalltag stellen. In der Ausstellung verbrachten wir mehr Zeit als geplant, weil die Schülerinnen ud Schüler mehr Fragen vorbereitet hatten und stellten, als im Vorwege klar war. Auch mit Passanten und anderern Dorfbesuchern fand ein reger Austausch auf Small-Talk-Ebene statt, der den Schülerinnen und Schülern augenscheinlich sehr viel Spaß machte.
Die Jugendlichen erlebten einen spannenden Tag auf einer dänischen Insel, die bis auf eine Person noch niemand besucht hatte. Nur 6 der beteiligten 28 Jugendlichen waren bisher überhaupt bewusst in Dänemark. Entsprechend waren sie von Stereotypen geprägt, in denen Dänemark in erster Linie aus Ferienhaussiedlungen und Stränden besteht. Vor Ort erkannten sie, dass auch Dänemark eine industriell geprägte Seite (Hafen, Baustelle,Handwerksbetriebe der maritimen Wirtschaft) hat, Einwohnerinnen und Einwohner hat, mit denen man trotz Sprachbarrieren „nett“ kommunizieren kann und Orte hat, die auch ohne Strand eine Reise wert sind, sei es wegen Lalandia, wegen der Baustelle oder der Gemütlichkeit in den Straßen Rødbyhavns. Die Lernenden erkannten darüber hinaus, dass die Menschen in Dänemark genauso Bürgerinnen und Bürger der europäischen Union wie die Menschen in Deutschland sind. Sie erlebten, dass Dänemark erreichbar ist und keine lange Reise ist. Natürlich konnten sie im Anschluss auch klar nachvollziehen, wieviel schneller eine Verbindung nach Dänemark mit Fertigstellung der festen beltquerung ablaufen wird, was ldie Jugendlichen begeisterte. Auf die Frage der Führung durch das Ausstellungszentrum der Baustelle, ob sich jemand der Kinder ein späteres Studium in Dänemark vorstellen könnten, hoben sechs Kinder spontan und mit einem Lächeln die Hand.
Die Schülerinnen und Schüler äußerten sich in allererster Linie erstaunt darüber, dass es eine solche Förderung durch Interreg gibt. Sie verstehen den Sinn dieser Förderung nun nach Abschluss der Fachexkursion noch besser, da sie nun selbst erfuhren, wie wichtig der Kontakt zu den Nachbarinnen und Nachbarn in Dänemark ist und wie einfach eine Verständigung funktionieren kann, wenn man denn, so wie ja auch erfolgt, nur offen durch das Nachbarland schreitet und die einem ausgestreckten Hände der Freundschaft annimmt. Die Schülerinnen und Schüler berichteten, dass sie sehr viele schriftliche Botschaften wie Werbungen auf anhieb verstanden. Nur die Aussprache ist noch gewöhnungsbedürftig, aber auch sehr „norddeutsch“, wie sie erkannten. Insgesamt waren alle sehr glücklich nach der reise und fanden es schade, nicht auch ein Schulprojekt gemacht zu haben. An unserer Schule gibt es wegen dieser positiven Erfahrungen indes das feste Ansinnen, Klassenfahrten künftig gemeinsam mit dänischen Partnerschulen durchzuführen.
Farvel!
Bastian Naumann


































