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Projektwoche ‘Grenzen überwinden’ 2020

30 Jahre nach der Wiedervereinigung gingen die Klasse Ea und Frau Gerresheim vergangene Woche auf eine historische Spurensuche. Zuvor waren Angehörige und Freunde nach Umbrüchen und Aufbrüchen aus der Wendezeit von 1990 befragt worden. Vor dem Hintergrund dieser persönlichen Geschichten erprobten wir neue Zugänge zum „Lernen aus der Geschichte“. Ein Teil von uns recherchierte in Lübeck und im Grenzhus Schlagsdorf weiter und entwickelte aus den Resultaten digitale Führungen, in denen Orte und Schicksale aus der Wendezeit auf anschauliche Weise vermittelt werden.

Eine zweite Gruppe erwanderte gemeinsam mit Schüler:innen aus Rostock Teile der ehemaligen innerdeutschen Grenze und interviewte weitere Zeitzeugen. Wir lernten die Wendezeit aus der Sicht eines ehemaligen Offiziers der DDR-Grenztruppen, eines Polizisten vom Bundesgrenzschutz und eines Flüchtlings kennen, der durch den Schaalsee in den Westen schwamm. Ihre Geschichten teilten mit uns auch zwei Frauen, die das Leben beide von Rostock nach Lübeck führte. Eine war 1989 Schülerin im Osten und träumte von einem Neuanfang mit einer besseren Form von Sozialismus. Die andere war damals im Alter unserer Eltern, hatte die DDR per Ausreiseantrag verlassen und erlebte die Wiedervereinigung im Westen.

Wie schon in den ersten Gesprächen mit Angehörigen und Freunden empfanden wir diese persönlichen Begegnungen als einen intensiven und berührenden Zugang zur Geschichte. Bei den Gesprächen schwangen für uns auch aktuelle Fragen mit: Wie wirken sich die ganz unterschiedlichen Auf- und Umbruchserfahrungen unserer Eltern auf uns und unsere Sicht auf die jüngste deutsche Geschichte aus? Wie wollen wir in unserem Leben mit Auf- und Umbrüchen umgehen? Und wie können wir dabei helfen, Grenzen zu überwinden und Einheit zu fördern?

Die Ea und Frau Gerresheim