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Kennenlernfahrten der 5. Klassen nach Ratzeburg

Schon zum Anfang des Schuljahres haben wir uns über die neuen Sextaner gefreut! Jetzt konnten sie, trotz allem, ihre Kennenlernfahrten antreten und diese für die neuen Klassen immer sehr besondere und schöne Erfahrung sammeln. Wir freuen uns sehr, dass ihr im Folgenden Berichte über die Fahrten aus erster Hand lesen könnt!

 

Heinrich und Mathilde in Ratzeburg – die 5a auf Kennenlernfahrt

 

„Frau Behrend, dürfen wir essen?“ Der Zug nach Ratzeburg hatte den Lübecker Hauptbahnhof noch nicht ganz verlassen, da meldete sich bei einigen um kurz nach 9 schon der zweite Frühstückshunger… „Habt Ihr schon Hunger? Ihr habt doch gerade erst zu Hause gefrühstückt?“ Einige waren am heimischen Frühstückstisch zu aufgeregt gewesen, um irgendetwas zu essen, andere stellten vermutlich fest, dass man beim Essen im Zug auf seinem Sitzplatz keinen Mund- /Nasenschutz benötigt. Somit stellten Erdnussflips und „Bifi“-Würstchen ein willkommenes zweites Frühstück dar.

Nach der Ankunft in Ratzeburg und dem Loswerden der schweren Koffer (bemerkenswert, wie viel Gepäck ein 5.-Klässler doch für eine Reise mit zwei Übernachtungen benötigt), ging es unter fröhlichem Gesang zu Fuß weiter zur Jugendherberge. Dort bezogen wir – die Klasse 5a (die 5d kam eine Stunde später dazu), unsere Paten aus der 9a und Frau Behrend und Frau Ptassek – die Zimmer nach einer humorvollen Einweisung durch den Jugendherbergsleiter.

Als wir beim Rundgang feststellten, dass überall in den Zimmern kleine Gespenster unter Bettbezügen saßen, die verzweifelt versuchten, ihre Betten zu beziehen, gab es einen spontanen Crash-Kurs: „Wie bekomme ich die Bettdecke in den Bettbezug ohne selbst darin zu landen?“ und „Wo ist der Unterschied zwischen einem Bettlaken und einem Matratzenschoner?“ („Frau Behrend, was ist dieses weiße Ding da, das brauche ich nicht – hab’s auf den Schrank geworfen.“ „Doch, das brauchst du – das ist ein Bettlaken.“ „Nö, ich hab schon ein blaues Laken.“ „Nein, das ist ein Matratzenschoner.“)

Gestärkt durch ein leckeres Mittagessen (Hot Dogs) wanderten wir um den Küchensee (8 km). Ein verlockender Sandhügel lud zu einer längeren Pause ein, denn dieser musste von nahezu allen 30 5a-Kindern und den 9a-Paten erklommen werden, was unbändige Freude bereitete. Herunter kam man dann im Idealfall auf den Beinen, manchmal auch auf dem Po oder seitwärts rollend oder auch – was nicht intendiert war – mit dem Gesicht zuerst … 😉 Nach kurzer Verschnaufpause in der Jugendherberge und einem warmen Abendessen wurden wir von „Klaus“, einem mittelalterlich gekleideten Nachtwächter, auf dem Steg am See hinter der Jugendherberge zur Nachtwanderung empfangen. Wir hießen plötzlich alle Heinrich oder Mathilde, lernten viel über die Geschichte Ratzeburgs – dass der Name auf den Fürsten „Ratse“ zurückgeht, der im frühen 11. Jh. hier in einer Ringwallanlage residierte, und dass der Ratzeburger Dom von Heinrich dem Löwen gestiftet wurde und somit zu den vier Löwendomen (Lübecker Dom, Braunschweiger Dom, Ratzeburger Dom, Schweriner Dom) gehört und warum in der Außenwand neun Kanonenkugeln in Form eines Kegelspiels stecken; wir hörten gruselige Geschichten über die „Mördermühle“, erfuhren, warum jeden Abend um 9 Uhr die Glocken läuten und wie man feststellen kann, dass das Seeungeheuer Nessie auf dem Ratzeburger See unterwegs ist (wer neugierig ist, blicke einmal in dem westlich des Doms gelegenen Steintor mit einer Taschenlampe in eines der Löcher). Nach diesen spannenden Geschichten dauerte es etwas, bis man zur Ruhe fand und schlafen konnte.

Am Dienstag fuhren wir nach einem reichhaltigen Frühstück und dem Zubereiten eines Lunchpakets gemeinsam mit der 5d bei strahlendem Sonnenschein mit dem Schiff über den Ratzeburger See nach Rothenhusen. Von dort aus ging es dann zu Fuß den wunderschönen Drägerweg entlang zurück nach Ratzeburg – 13 km! –, den alle bravourös meisterten. Einige hatten sogar noch so viel Energie, die verbleibenden 6 km mit dem Paten Linus zurück zur Jugendherberge zu joggen. Wir freuten uns alle auf ein köstliches Eis bei „Pelz“ – doch leider hatte die Eisdiele ausgerechnet am Dienstag Ruhetag. Zum Glück befand sich in der Nähe ein Supermarkt, wo wir schnell die gesamte Eistruhe plünderten, so dass es dann doch noch die verdiente Belohnung geben konnte. Nach dem Abendessen gab es einen bunten Abend mit Spielen, lauter Musik (die geplante Disko mussten wir coronabedingt leider absagen) und Fangenspielen mit den Paten auf dem Rasen. Glücklich und erschöpft fielen alle ins Bett.

Am Mittwoch standen wir früh auf, um vor der Abreise noch ein leckeres Frühstück einzunehmen. Dann ging es mit dem Zug zurück nach Lübeck und ich kann mir vorstellen, dass es bei einigen erstmal ein Mittagsschläfchen gab. Die Zeit verging viel zu schnell, und alle hätten gerne noch viel mehr Zeit im schönen Ratzeburg verbracht. Auf der anderen Seite sind wir froh, dass diese Kennenlernfahrt in diesem „Coronajahr“ überhaupt stattfinden durfte. Ein herzlicher Dank sei an dieser Stelle an die Patenschüler (Amelie, Linus und Yuki aus der 9a) ausgesprochen, die eine große Unterstützung und Bereicherung waren. Die Fahrt hat uns allen viel Spaß gemacht und sicherlich einen wichtigen Beitrag für das Entstehen einer guten Klassengemeinschaft geleistet.

N. Behrend

 

Mit Heinrich und Mathilde in Ratzeburg oder die Kennenlernfahrt der Klasse 5b nach Ratzeburg

 

Gut gelaunt trafen sich die Schüler*innen der 5b mit ihren Lehrern Frau Stern und Herrn Schrader pünktlich um 8 Uhr bei schönstem Fahrradfahrwetter an der Glitzerbrücke. In einer langen Reihe ging es dann den Drägerweg entlang bis nach Ratzeburg, immerhin sportliche 33 km mit Bergetappenwertungen kurz vor Ratzeburg.

Ein leckeres Mittagessen in der Jugendherberge und das obligatorische Eis bei Eis-Pelz halfen die Energiereserven wieder aufzufüllen.

Abends wartete dann ein weiteres Highlight: die Nachtführung durch Ratzeburg. Nachtwächter Klaus taufte alle Mädchen kurzerhand Mathilde und alle Jungen Heinrich, da wir uns nicht nur auf die Spuren Ratibors, der der Stadt mit seiner Burg immerhin seinen Namen gab, sondern natürlich auch auf die Spuren Heinrich des Löwen und seiner Frau Mathilde machten. Während der zweistündigen Tour erzählte unser Nachtwächter uns viele spannende Geschichten und alle “Heinrichs” und “Mathildes” stellten viele Fragen.

Der “echte” Heinrich und seine Mathilde sollten uns auch bei der Domführung am nächsten Tag wieder begegnen. Immerhin soll es sich beim Ratzeburger Dom um Heinrichs Lieblingsdom gehandelt haben – oder zumindest um seine Lieblingsdombaustelle, denn gleichzeitig ließ er auch gerade den Braunschweiger, den Schweriner und den Lübecker Dom bauen.

“Die [Domführung] war total spannend, es wurde etwas von einem goldenen Hirschen erzählt, der sich angeblich in einer der Säulen befindet, und dass die Orgel im Ratzeburger Dom Königin aller Orgeln genannt wird.” (Mayleen, 5b)

Nachmittags begab sich die Klasse auf eine Wanderung rund um den Küchensee. Das Wetter zeigte sich erneut von seiner sonnigsten Seite. Kurz nach der Farchauer Mühle, die früher übrigens “Mördermühle” genannt wurde, hatte Herr Schrader mit den Paten eine kleine Waldrallye organisiert. Bei insgesmt vier Stationen kam es darauf an, klug und als Team die jeweiligen Aufgaben zu bewältigen.

Ein “bunter Abend” rundete den Tag ab.

Am Freitag früh hieß es dann wieder: “Rauf auf die Räder und ab nach Lübeck”.

Schön war’s in Ratzeburg!

Frau Stern und Mayleen Schmidt (5b)

Bilder von der Kennenlernfahrt der 5c

 

Die Heiopeis der 5d auf „Kennenlernfahrt“ mit Frau Nötzel und Herrn Kempe

Der Schweizer Schriftsteller Robert Walser beschreibt in einer Miniatur eine Wanderung, die ihn durch die Umgebung seines Wohnortes führt, hügelanwärts und wieder zu Tal, auf geschwungenen Wegen vorbei an Kühen, Schutzhütten und Bahnübergängen. Er schließt mit der hinreißenden Anmerkung, man müsse gar nichts Besonderes sehen. „Man sieht auch so viel.“ In diesem Sinne – den Genuss im Unspektakulären zu finden – verlief unsere Klassenfahrt nach
Ratzeburg:
Ein unaufgekratztes Örtchen, ein auf Einfaches reduzierter Rahmen, ein Programm weit jenseits aller schrillen Attraktionen, Belustigungen und Alfanzereien. Die äußeren Bedingungen waren freilich außergewöhnlich; mit einstimmig erteiltem elterlichen Segen (ein dickes Dankeschön für so viel Vertrauen!) fanden wir uns, gemeinsam mit der 5a, nach kurzer Zugfahrt und fußläufiger Überwindung der Strecke vom Bahnhof zum Ortskern in der Jugendherberge ein, die erstmals seit dem Lockdown im Frühjahr wieder von frohgemut herumquirlenden Schulklassen heimgesucht wurde.
Corona dominierte. Aus nachvollziehbaren Gründen nahm es die Herbergsleitung höchst genau mit der Umsetzung des Hygienekonzeptes, was sich in einem – „Ich mach’s kurz“ – längeren Briefing noch vor Betreten des von allen Spielgeräten, Tischtennisplatten und sonstigem Kurzweil verheißenden Schnokus befreiten Gebäudes ankündigte. Entgolten wurde die Geduldsprobe mit tadellosen und weitestgehend streitfrei verteilten Zimmern, mittäglichen Würstchen im Schlafrock (die sich mittels Würztunken zu Hot Dogs aufpimpen ließen), vor allem aber mit bestem Wetter, sodass die Aktivitäten ins Freie verlagert werden konnten.
Mit individuell schwankender Begeisterung und aufgehübscht durch die kleinen Katastrophen, die sich aus der Möglichkeit zeitweiligen Handyverlusts ergeben, tummelten wir uns einmal um den Küchensee. Die Energiereserven reichten dann auch noch für eine kleinere Truppe aus, um in der Ratzeburger City das Abenteuer Shopping anzugehen. Tedi und Edeka wird’s gefreut haben… Für das Abendprogramm sorgten unsere grandiosen Klassenpaten. Nelly, Basti und Carlos versammelten die Kohorte in der großen Halle und spielten die Meute bettreif.
Anderntags war dann nach einem gemeinsamen, durch den spontanen Besuch von Herrn Fick bereicherten Frühstück der Ratzeburger See zunächst per Schiff zu überqueren und dann per pedes auf dem westlichen Ufer zu umwandern. Zuvor wurde ausgiebig die Gelegenheit genutzt, dem Spielplatz des Fährhauses Rothenhusen Leben einzuhauchen. Der Rückweg nach Ratzeburg war eine echte Challenge, die mit zwar recht unterschiedlicher Geschwindigkeit, aber letztlich doch von allen mit Erfolg bestanden wurde. Eine richtig stolze Leistung bei strahlendem Sonnenschein und bester Stimmung, die auch nicht zu trüben war, als sich die Nachricht verbreitete, dass die für den Abend geplante, heiß ersehnte Disco ausfallen musste. Das örtliche Gesundheitsamt zeigte auch für die Feierbiester der 5d keine Gnade und bestand auf Einhaltung des allgemeinen Tanzverbotes. Unverdrossen sprangen die Paten in die Bresche, unverdrossen wurde gespielt, was das Zeug hielt. Erfüllt und zufrieden konnten wir am Mittwoch unsere Zelte abbrechen.
Hatte das ‘Kennenlernen’ auch bereits längst vor Antritt der Reise stattgefunden, war auch schon in den ersten Wochen des Schuljahres eine tolle Klassengemeinschaft entstanden, so fand doch die 5d in Ratzeburg noch einmal zu sich und fest zusammen. Wir mussten gar nichts Besonderes erleben. Wir erlebten auch so viel. Schön war’s!