Der internationale Shoah-Gedenktag am 27. Januar erinnert jedes Jahr an die Opfer des Holocaust und mahnt uns, die Verbrechen der Vergangenheit niemals zu vergessen. Gerade heute, da historische Ereignisse zunehmend in die Ferne rücken und persönliche Begegnungen mit Überlebenden seltener werden, liegt es an uns, die Erinnerung wachzuhalten und aus der Vergangenheit zu lernen. Dazu entwickelt die Shoah-Gedenktag-AG mit Frau Müschen an unserer Schule jedes Jahr ein Programm für die verschiedenen Jahrgänge.
Unser Programm in diesem Jahr:
5. Jahrgang
Am Gedenktag führten wir die 5. Klassen durch die Carlebach-Synagoge. Dabei konnten die Schülerinnen und Schüler unter anderem den beeindruckenden Gebetssaal sowie die verschiedenen Ausstellungsräume entdecken. Durch den Religionsunterricht verfügten sie bereits über viel Vorwissen, sodass wir mit ihnen gut über das Judentum und die Geschichte der Synagoge ins Gespräch kommen konnten. Teilweise wurden die Führungen auch von Herrn Kogan, einem Mitglied der jüdischen Gemeinde Lübecks, begleitet. Die Fünftklässler waren stets motiviert und interessiert dabei, weshalb wir die Führungen insgesamt als sehr gelungen empfanden. (Marlene Kitzrow)
6. Jahrgang
Die 6. Klassen verbrachten jeweils eine Doppelstunde mit Julia, einer Vertreterin von „Meet a Jew“. Dabei handelt es sich um ein Projekt, bei dem jüdische Menschen bundesweit z.B. an Schulen aus ihrem Alltag berichten und Einblicke in ihren Glauben sowie in das jüdische Leben in Deutschland geben. Die Schüler:innen des 6. Jahrgangs erhielten so die Möglichkeit, das Judentum aus erster Hand kennenzulernen. In einer offenen und persönlichen Atmosphäre beantwortete Julia geduldig und mit viel Freude die zahlreichen und interessierten Fragen der Kinder. (Lotta Rawohl)
7. Jahrgang
Für den siebten Jahrgang haben wir in diesem Jahr eine neue Stadtführung durch Lübeck erarbeitet, die die Ausgrenzung der jüdischen Menschen während der NS-Zeit thematisiert. Der Gedenktag lief für die siebten Klassen so ab, dass wir die Klassen geteilt und ungefähr eine Stunde zu zweit oder zu dritt durch Lübeck geführt haben. An der Synagoge, einem „arisierten“ Geschäft, einzelnen Stolpersteinen u. Ä. sind wir näher auf deren Bedeutung eingegangen. Zurück im Katharineum haben wir uns mit dem Brief eines jüdischen Vaters beschäftigt, der seinen Sohn aus Angst vor Repressalien 1933 von der Schule abgemeldet hat. So wurde deutlich, dass die Ausgrenzung auch vor dem Katharineum nicht haltgemacht hat. (Jonte Steffen)
8. Jahrgang
Die Schüler:innen aus dem achten Jahrgang setzten sich mit dem Film „Wo ist Anne Frank?“ im Kommunalem Kino (KoKi) auseinander. Der Film bringt den Zuschauer:innen die damaligen Geschehnisse mit einer in der heutigen Zeit spielenden, berührenden Fantasiegeschichte nahe. Durch Kitty, das personifizierte Tagebuch Annes, werden die emotionalen Fragen aufgegriffen, die sich Jugendlichen und Kindern im Zusammenhang mit dem Shoah-Gedenktag stellen. (Naara Nehmzow)
9. Jahrgang
Die Klassen des neunten Jahrgangs wurden von Mitgliedern der Gedenktag-AG durch die „Werde Zweitzeug:in“-Ausstellung im Kreuzgang geführt. Die Ausstellung beinhaltet Lebensgeschichten von Zeitzeug:innen, also Überlebenden des Holocausts, die den Schüler:innen erzählt werden, damit sie so zu „Zweitzeug:innen“ werden. Es handelte sich um die berührenden Lebenswege von Chava Wolf, Dr. Leon Weintraub und Wolfang Lauinger. Die Schüler:innen bekamen außerdem die Chance, aktiv Aufgaben zu erledigen, zum Beispiel eine Wand, an der sie anhand von verschiedenfarbigen Stickern zeigen konnten, was ihnen am wichtigsten ist oder worüber sie sich identifizieren. Diese Ausstellung wurde in den folgenden vier Wochen auch interessierten Klassen anderer Schulen zugänglich gemacht, die ebenfalls von unserer AG durch die Ausstellung geführt wurden. (Janne Becker-Birck)
10. Jahrgang
Eine Woche vor dem tatsächlichen Shoah-Gedenktag haben wir gemeinsam die KZ-Gedenkstätte Neuengamme besucht. Jede Klasse wurde von einem anderen Guide über das Gelände geführt und hat viele interessante Einblicke in die Situation der dort von der NS-Regierung Festgehaltenen bekommen. Diese Eindrücke haben uns Schüler:innen sehr berührt und werden uns sicher lange in Erinnerung bleiben. (Marlene Kitzrow)
11. Jahrgang
Der 11. Jahrgang nahm am 16.02.2026 an einer Vorstellung von „Liebe, Hass und Scheiterhaufen“ von Schauspielern des Theaters Lübeck teil. Im Zentrum der Veranstaltung standen die Werke der Dichter und Denker, deren Bücher im Jahr 1933 der Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten zum Opfer fielen. Die Lesung aus den Werken jüdischer und anderer politisch verfolgter Autoren wurde durch Instrumentaleinlagen untermalt. Das Ensemble, bestehend aus den Schauspielern Rebecca Indermaur und Andreas Hutzel sowie dem Musiker Edgar Herzog und dem Moderator Lothar Tubbesing, schaffte es, die „verbrannten“ Texte aus dem Vergessen zurückzuholen. (Janne Becker-Birck)
12. Jahrgang
Aus gesundheitlichen Gründen musste das Zeitzeugengespräch mit Jurek Szarf verschoben werden. Wir hoffen, dass wir seinen Vortrag demnächst nachholen können.
Wir bedanken uns bei allen, die diesen Tag ermöglicht und uns unterstützt und begleitet haben! Ein besonderer Dank gilt der Haukohl-Stiftung, die uns durch die Vermittlung von Kontakten und auch finanziell sehr unterstützt haben, sowie Frau Olek und Frau Manusch vom „Zweitzeugen e.V.“. Ebenso danken wir der Dagmar Heidenreich und Inga Lohse-Stiftung für das Übernehmen der Kosten der szenischen Lesung.
Mitglieder der Gedenktag-AG






























