Tag 1
Es ist Dienstag 15:00 Uhr und in der DJH Jugendherberge Scharbeutz beginnt neues Leben einzukehren. Die Schüler der Musical-AG des Katharineums kommen nun nach und nach an und finden sich mit ihren Koffern, Taschen und Rucksäcken in ihre Zimmer ein. Für die nächsten vier Tage werden sie hier miteinander essen, tanzen, singen und lachen, doch noch wissen sie nicht, welche nervenaufreibenden Ereignisse für sie bereit stehen.
Sind schließlich die Zimmer bezogen und die Koffer verstaut, versammeln sich die motivierten Schüler um 16:00 Uhr im Tender Holstein, wo sie Herr Albert zur Musicalfahrt begrüßt und zu einer produktiven Arbeitsstimmung anregt. Gestärkt durch seine Worte, beginnen die Schüler mit den Proben.
Von Bandprobe über Gesangsprobe bis hin zur Tanzprobe mit dem Ensemble, ab 16:30 Uhr wird sich ordentlich ins Zeug gelegt. Um 18:30 endlich, begeben sich die Schüler zum gemeinsamen Abendbrot in den Räumen der Jugendherberge. Auf dem Speiseplan stehen Fleischbällchen mit Reis, Gemüse und Soße. Wer jetzt denkt, die Proben seien für diesen Tag zu Ende, irrt sich gewaltig. Kaum ist das Abendessen beendet geht es mit den Tanz- und Bandproben bis 21:00 Uhr weiter.
Um nun dem Tag ein spaßiges Ende zu setzten, wird im Tender Holstein noch „Spaß & Spiel“ veranstaltet. Es werden „Reise nach Jerusalem“ und „Stopptanz“ gespielt. Danach ließen einige Schüler den Tag noch am Strand ausklingen, bis schließlich auch die Letzten leise auf ihren Zimmer verschwinden und in einen erholsamen Schlaf fallen.
Tag 2
Die Sonne geht auf und ein neuer Tag bricht an. Für die Schüler des Katharineums heißt das: Es wird Zeit aufzustehen! Zusammen begeben sie sich zum Frühstück, wo Brötchen und Joghurt bereitstehen. Heute wartet ein ganz besonderes Ereignis auf sie: Pierre, ein ehemaliger Mitarbeiter der Schulkantine und begeisterter Musicalfan, kommt sie besuchen.
Doch vorerst heißt es weiter proben. Von 9:30 bis 13:00 wird durchgezogen. Schildkröten erwachen, neue Tänze werden geprobt, die Band musiziert und es wird gesungen. Um neue Kraft zu tanken, gehen die Schüler schließlich zum Mittagessen, wo sie sich Gemüsesuppe schmecken lassen.
Um 14:30 ist es dann endlich so weit. Alle Schüler versammeln sich mit großer Vorfreude im Tender Schleswig. Eine gespannte Atmosphäre liegt in der Luft und alle können es kaum abwarten. Unter epischer Musik und tobenden Applaus betritt Pierre nun endlich seine Bühne und lässt sich ordentlich von den Schülern bejubeln. Als er schließlich zu Wort kommt, erzählt er, wie sehr er diesen Workshop jedes Jahr schätzt und wie viel Spaß es ihm jedes Mal macht ein Teil der Musicalfahrt zu sein.
Heute jedoch, hat er etwas ganz besonderes vorbereitet. Da er selbst bei der Feuerwehr arbeitet, ist es ihm gelungen, einen richtigen Feuerwehrwagen für uns zu organisieren. Und tatsächlich, kurze Zeit später fährt genauso ein Wagen auf das Gelände der Jugendherberge. Alle gehen direkt nach draußen und versammeln sich um das Fahrzeug, wo Pierre nun ausführlich erklärt, wofür was benutz wird.
Als Highlight zieht er dann noch seine richtige Feuerwehrmann Bekleidung an, was ebenfalls mit großem Applaus begrüßt wird. Am Ende gibt er noch eine Menge Autogramme und somit war der Workshop auch dieses Jahr wieder ein großer Erfolg.
Erfrischt und motiviert durch den Besuch geht es weiter mit den Proben, bei denen sowohl individuelle, als auch Fortschritte als Gruppe erreicht werden. Abends, um 18:00 Uhr, gibt es dann Hamburger und Donuts zum Abendbrot und alle lassen es sich gut schmecken. Am Tisch wird sich über die Ereignisse des Tages ausgetauscht.
Nach dem Essen geht es dann mit „Spaß & Spiel“ weiter. Wieder wird getanzt und „Reise nach Jerusalem“ gespielt. Es wird viel gelacht und es herrscht eine belebte Stimmung. Auch „Obstsalat“ wird danach noch eine Weile gespielt, bis sich auch der Dienstag dem Ende zuneigt und alle Schüler schlafen gehen.
Tag 3
Es ist der zweite Morgen in der Jugendherberge und die Schüler kommen, wie am Tag davor, zum Frühstück zusammen. Noch ahnen sie nicht, welche Aufregung der heutige Tag für sie bereit hält. Wie gewohnt kehren sie also zum Proben-Alltag zurück, für eine große Tanzprobe im Tender Schleswig. Danach wird gesungen und die Solotanzproben finden statt.
Zur gleichen Zeit jedoch, finden am anderen Ende der Jugendherberge beunruhigende Dinge statt. Im Übungsraum Gronenberg leiten die Q2-Schülerinnen Franziska und Adele eine Solotanzprobe. Da bemerken sie zwei männliche Gestalten, die sich hinter der Hecke, kurz hinter dem Zaun des Geländes, auffällig verhalten. Vorerst entscheiden sie sich, die Vorhänge zuzuziehen, um ihre Probe ungestört weiterführen zu können, doch nach einiger Zeit öffnen sie sie wieder. Die zwei Jungs sind immer noch da.
Als wüsste Franziska schon, welche Unverschämtheit noch auf sie und die anderen wartet, zückt sie ihr Handy und filmt, wie die Jungen etwas noch schwer erkennbares hinter der Hecke zusammenbasteln. Das Filmen wird von ihnen aber wohl als Provokation aufgenommen, denn jetzt zeigt der eine Junge den Mädchen den Mittelfinger und filmt sie ebenfalls. Ein ungutes Gefühl macht sich bei den Mädchen breit, aber auch jetzt geht die Probe noch weiter, denn was als nächstes passiert, hätte niemand ahnen können.
Die Uhr zeigt kurz vor 11 Uhr, als ein lautes Scheppern im Gang der hinteren ersten Etage der Jugendherberge ertönt. Im Raum Gronenberg klafft ein großes Loch in der Fensterscheibe und hunderte kleine Scherben liegen am Boden. Dazwischen eine Art Kartoffelbrei. Die beiden Jungen, die eben noch einfach nur unerwünschte Zuschauer waren, wurden von einer Sekunde auf die andere, zu Kriminellen.
Das, was sie hinter der Hecke gebaut hatten, war eine Kartoffelkanone gewesen, die hier in Deutschland unter das Waffengesetz fallen, und mit welcher sie nun mit voller Absicht auf die Mädchen abgezielt hatten. Franziska, die frontal vor dem Fenster gestanden hatte, flogen die Scherben des zersprungen Fensters direkt ins Gesicht, doch zum Glück erlitt sie dadurch keine stärkeren Verletzungen. Auch die anderen Tänzerinnen trafen die Scherben und eine andere Schülerin, erlitt einen Schnitt am Finger, der auch direkt zu bluten anfing.
Die anderen Mädchen blieben zum Glück unversehrt, zumindest physisch, denn es war nicht abzustreiten, dass der Schock allen tief in den Knien saß. Schnell begeben sich die Mädchen aus dem Raum und suchen Herrn Albert auf. Sie schildern ihm, was vorgefallen war und die Jugendherberge benachrichtigt daraufhin die Polizei. Das Erste-Hilfe Team beginnt nun schon einmal mit der Erstversorgung, während sie gemeinsam auf die Polizei warten, die auch kurze Zeit später erscheint.
Vier Streifenwägen, zwei Krankenwagen und einem Rettungshubschrauber befinden sich in kurzer Zeit bei der Herberge. Eine Polizistin beginnt mit der Aufnahme des Geschehenen, während ein anderer Polizist Name, Alter und Anschrift der Betroffenen aufschreibt. Zwei Notfallsanitäter begutachten zeitgleich die Verletzung und beschließen schließlich, sie zum Abklären mit ins Kranhaus zu nehmen.
Plötzlich kommt eine weitere Schülerin und berichtete, dass auch sie die beiden Jungen schon am Vortag gesehen hätte. Und damit war sie nicht alleine, denn weiter Schüler bestätigten, sie bemerkt zu haben und auch Knalle, wie von Böllern, gehört zu haben. Die Polizistin bittet um eine Versammlung aller Schüler, um einen kurzen Bericht über die Lage zu geben, aber auch um zu erfragen, ob noch mehr Schüler etwas beobachtet haben oder etwas wissen, über das Motiv der Jungen. Einzelne Schüler erzählten ebenfalls etwas von den Jungs mitbekommen zu haben.
Danach spricht die Polizei noch eine Weile mit den Betroffenen der Tat und die Tanzproben fallen, zumindest bis zum Mittagessen, aus. Beim Mittagessen, wobei es sich dieses mal um Grießbrei handelte, wird sich weiter angeregt ausgetauscht. Daraufhin unternehmen alle Schüler gemeinsam einen einstündigen Spaziergang am Strand und es wird ein Gruppenfoto gemacht.
Auf dem Rückweg zur Jugendherberge erscheinen dann bereits die ersten Onlineartikel über den Skandal des Tages, sowohl in der LN, als auch in der BILD-Zeitung. Nach dem Tanken frischer Luft kehren die Schüler zur Normalität zurück und es wird weiter geprobt.
Schließlich gehen alle um 18:00 Uhr zum Abendessen und genießen Ravioli oder Fischfilet. Danach folgt, was für viele den Tag doch noch zum Guten wendet. Der alljährliche „Bunte Abend“ findet statt. Dabei handelt es sich um einen Abend, an dem sich verkleidet wird und mehrere kleine Sketche, die die Schüler sich überlegen, werden aufgeführt. Das diesjährige Thema lautet „Märchen“.
Von Prinzessinnen und Prinzen über Weihnachtsmützen und Insektenfühler bis hin zu Herrn Albert mit einer Krähe auf der Schulter, ist alles dabei. Die Sketsche lösen bei allen eine begeisterte und schwungvolle Stimmung aus und es wird sehr viel gelacht und applaudiert.
Danach lassen die Schüler, wie gewohnt, noch gemeinsam den Abend ausklingen, bevor sie schließlich schlafen gehen. Eins war jedoch klar: An keinem Tag der Musicalfahrt wurden so mit ihren Emotionen gespielt, wie an dem Heutigen.
Tag 4
Ein letztes Mal erwachen die Schüler nun in den Zimmern der Jugendherberge. Bis 9:00 Uhr haben sie Zeit, um ihre Sachen wieder in den Koffern zu verstauen und das Zimmer aufzuräumen für die nächsten Gäste. Außerdem wartet auch ein letztes mal für dieses Jahr das Frühstück der Jugendherberge auf sie, bei welchem sie noch einmal ordentlich Kraft tanken können für den letzten Tag.
Heute steht ein kompletter Durchlauf des Stückes mit allen Liedern, Tänzen und Schauspielszene auf dem Plan. Dazu versammeln sich alle im Tender Holstein und der Durchlauf kann beginnen. Auch wenn dieser noch chaotisch wirkt, ist es doch schön zu sehen, welche Fortschritte in den letzten Tagen erreicht worden sind, und zwischendurch, wird immer mal wieder applaudiert.
Am Ende richtet Herr Albert noch ein paar abschließende Worte an die Schüler. Dann gehen noch alle zum Mittagessen für Würstchen und Kartoffelsalat und treten danach ihre eigenständige Heimreise an. Schneller als sie es erwartet hätten, war die Musicalfahrt 2025 mit all ihren Proben, spannenden Ereignissen und der gemeinsamen Zeit zu Ende.
Mia Vincon, Q2a