„Erfahrungen, die bleiben“
Donnerstag, 15.01. – „Einstimmung auf den Brüssel-Aufenthalt“
Für uns begann die Reise tatsächlich nicht erst am Lübecker Hauptbahnhof, sondern bereits zwei Wochen zuvor bei dem Brüssel-Fachtag. Morgens fanden wir uns in der Schule ein und besprachen zunächst den Ablauf des Tages. Auf der Agenda standen sowohl organisatorische Punkte als auch eine Einführung in die Europäische Union und ihre Institutionen sowie die Klärung unserer Fragen.
Ebenfalls teilte uns Frau Arndt die erfreuliche Neuigkeit mit, dass die Möglichkeit besteht, unseren Brüssel-Aufenthalt durch das Förderprogramm Erasmus+ finanzieren zu lassen. Diese Hoffnung bestätigte sich schließlich, wofür wir sehr dankbar sind!
Samstag, 24.01. – „On y va Bruxelles“
Am Samstag haben wir uns morgens am Hauptbahnhof getroffen und waren alle sehr aufgeregt. Mit dem Zug ging es dann – zum Glück ohne Verspätung – über Hamburg und Köln nach Brüssel. In Hamburg sind auch die Dänen vom Deutschen Gymnasium Apenrade zugestiegen, die ebenfalls am Praktikum teilgenommen haben.
Nach der langen Fahrt in Brüssel angekommen, brachten wir zunächst unsere Sachen in die Unterkunft und gingen anschließend noch in die Stadt. Dort machten wir auf dem großen Platz vor dem Rathaus unser erstes Gruppenfoto. Danach teilten wir uns auf, gingen etwas essen und probierten die erste belgische Waffel der Reise.
Sonntag, 25.01. – „Auf den Spuren der Brüsseler Geschichte“
Am Sonntag hatten wir das Glück, an einer spannenden und abwechslungsreichen Stadtführung mit unserem Guide Stefan teilzunehmen, der bereits seit vielen Jahren Katharineer durch Brüssel begleitet. Mit viel Erfahrung und Begeisterung brachte er uns die Stadt auf lebendige Weise näher. Während der Führung erkundeten wir unter anderem den berühmten Grand Place und erhielten faszinierende Einblicke in die Geschichte Brüssels. Dabei spannte sich der Bogen von beeindruckender Architektur über bedeutende historische Ereignisse bis hin zu prägenden Persönlichkeiten verschiedener Epochen. Die Mischung aus historischen Fakten und anschaulichen Erzählungen machte die Tour besonders interessant und kurzweilig.
Im Anschluss stand uns Freizeit zur Verfügung, die wir individuell nutzen konnten, um die Stadt weiter zu entdecken. Gemeinsam entschieden wir uns, in einem vietnamesischen Restaurant essen zu gehen. In entspannter Atmosphäre tauschten wir uns dort bereits über unsere bevorstehenden Praktika aus und sprachen über unsere Erwartungen an die kommenden Tage.
Danach machten wir uns auf den Weg zu unseren jeweiligen Praktikumsstellen, um die Routen vorab kennenzulernen. Einige von uns hatten als Ziel das Europäische Parlament, andere suchten den Bund der Deutschen Industrie auf und wiederum andere erkundeten verschiedene Stiftungen sowie weitere Büros. So konnten wir bereits vor Beginn des Praktikums einen ersten Eindruck von unseren Einsatzorten gewinnen.
Mit einer Mischung aus leichter Aufregung und großer Vorfreude auf den bevorstehenden ersten Praktikumstag am Montag ließen wir den Abend schließlich ausklingen.
Montag, 26.01. – „Der erste Praktikumstag: Zwischen Aufregung und neuen Eindrücken“
Am Montag war der erste Praktikumstag. Mit großer Aufregung machten wir uns, teilweise in Gruppen, aber auch alleine, durch das Europaviertel auf den Weg zu unseren Büros. In meinem Fall ging es zum Bund der Deutschen Industrie, wo ich sehr nett empfangen wurde und mir mein Büro für die kommende Woche gezeigt wurde. Nach ersten Gesprächen mit meinem Ansprechpartner und einigen technischen Problemen habe ich auch meine Aufgabe für die Woche bekommen. Ich sollte den Mercosur-Deal und Trumps Zölle im Auge behalten und einige Gesetze zur vorzeitigen Anwendung des Deals heraussuchen.
Gegen 17:00 Uhr hatte ich Feierabend und machte mich auf den Rückweg zum Hostel, wo ich mich mit den anderen traf. Danach machten wir uns als Gruppe auf den Weg in die Stadt, um etwas essen zu gehen. Als wir am Abend zurückkamen, waren wir alle sehr erschöpft, aber auch gespannt darauf, was noch passieren würde.
Dienstag, 27.01. – „Zwischen Gedenken und Gegenwart: Der Shoa-Gedenktag in Brüssel“
Am Dienstag hatten wir die einzigartige Möglichkeit, den Shoa-Gedenktag in Brüssel und unseren Praktikumsplätzen, die teilweise für diesen Anlass eigene Veranstaltungen organisierten, mitzuerleben. Im Europäischen Parlament wurde beispielsweise eine Andacht gehalten, bei der zunächst eine Holocaust-Überlebende ihre Lebensgeschichte erzählte, hebräische Lieder gesungen wurden und eine Schweigeminute abgehalten wurde. Die Konrad Adenauer Stiftung organisierte unter anderem in Zusammenarbeit mit der israelischen Botschaft eine Gedenkveranstaltung, bei der verschiedene Reden gehalten wurden und viele Gespräche über die aktuelle Situation des Lebens der jüdischen und israelischen Gesellschaft und über den Nahost-Konflikt geführt wurden.
Dies sind besondere Erfahrungen, die uns nochmal deutlich zeigen, wie wichtig es ist, die Geschichte niemals zu vergessen, um ihre Wiederholung zu vermeiden.
Donnerstag, 29.01. – „Einblicke in die Arbeit der Europäischen Union“
Der Donnerstag begann mit einer spannenden Fragerunde gemeinsam mit den Dänen im Europäischen Parlament mit dem Abgeordneten Niclas Herbst. Dabei erhielten wir interessante Einblicke in die politischen Abläufe sowie den Arbeitsalltag eines Europaabgeordneten. Zudem wurden aktuelle und für uns relevante Themen wie die Verteidigungsfähigkeit Europas und die Rolle der EU ausführlich diskutiert. Besonders positiv fiel auf, dass jeder die Möglichkeit hatte, sich aktiv einzubringen und Fragen zu stellen.
Im Anschluss kehrten wir zu unseren Praktikumsplätzen zurück. Für einige von uns war Donnerstag bereits der letzte Arbeitstag im Büro. Der Grund dafür ist jedoch nicht ein früher Feierabend der Abgeordneten, sondern, dass die Parlamentarier im Anschluss in ihre Wahlkreise zurückkehren, um dort weitere Termine wahrzunehmen. Dies zieht nach sich, dass viele Organisationen und Stiftungen ihre Programme entsprechend anpassen.
Am Abend gingen wir noch gemeinsam in ein Restaurant und verbrachten dort einige Zeit zusammen. Anschließend kehrten wir in die Unterkunft zurück.
Freitag, 30.01. – „Abschied von Brüssel: Mein letzter Praktikumstag“
Freitag war der letzte Tag für die meisten von uns. Für mich war es nur ein kurzer Tag, da die meisten freitags im Homeoffice arbeiten. Ich habe also nur meine Aufgaben zu Ende gemacht und bin, nachdem ich nach der Mittagspause noch ein Abschlussgespräch mit meinem Ansprechpartner hatte, zurück ins Hostel gegangen.
Während ich noch im Büro war, waren einige, die den Tag frei hatten, im Parlamentarium. Das Parlamentarium ist das Besucherzentrum des Europäischen Parlaments, das uns spannende und eindrucksvolle Einblicke in die europäische Geschichte bot. Besonders beeindruckend waren die Darstellungen, die sich durch ihre Vielfalt und moderne Aufbereitung auszeichneten.
Den Nachmittag nutzten wir, um Mitbringsel wie die bekannten belgischen Pralinen zu kaufen. Am Abend haben wir uns mit allen, auch den Dänen, in einem belgischen Restaurant zum Abschiedsessen getroffen. Danach waren wir noch ein letztes Mal in der Stadt und sind dann zurück ins Hostel gegangen, um unsere Sachen zu packen.
Samstag, 31.01. – „À bientôt Bruxelles“
Am Samstag war es dann leider soweit und wir mussten uns von Brüssel verabschieden. Die Tage dort waren schnell vorbei, und wir haben in der Zeit einiges gesehen und erlebt. Dabei sind viele Eindrücke zusammengekommen, an die wir uns sicher noch oft erinnern werden. Abschließend möchten wir Erasmus+ herzlich für die Finanzierung dieser Reise danken und Herrn Naumann für die Vermittlung. Ebenso gilt unser Dank Frau Arndt und Frau Detje für die Begleitung nach Brüssel, wobei Frau Arndt zudem für die langjährige Organisation der Brüsselfahrten verantwortlich ist.
Hannah Kitzrow Q1a & Julius Schmidt Q1b

























































