Eine ganz besondere Stimmung breitet sich aus – über die ganze Schule – über die ganze Stadt: DAS Sportereignis Lübecks steht unmittelbar vor der Tür. Plakate werden gebastelt, Gesichter geschminkt, Haare gefärbt, Pauken entstaubt. Die kleinen und großen Fans erdenken neue Anfeuerungsrufe, skandieren die bewährten um ihre Stimmen aufzuwärmen: „ka-tha-ri-ne-um!“ und „tu es!“ tönt in den Gassen der Altstadt, am Ufer des Kanals.
Am Tag zuvor kam noch eine Erinnerungsmail, dass Pyrotechnik, Konfetti und Stinkbomben verboten sind im traditionsreichen Stadion. Meine Sechstklässler lachen und erfinden neue Reime, drängen sich durch Menschenmassen und ergattern Sitzplätze in der ersten Tribünenreihe. Oh, unsere Staffel läuft ja schon. Frenetische Begeisterung, ohrenbetäubender Lärm! Es gewinnt – natürlich die OzD.
„Wir“ werden vierter. Immerhin, von 20 Staffeln! Applaus für die Siegerinnen, zum Glück im Umfeld keine diffamierenden Buhrufe für Sportlerinnen anderer Schulen. Sonnenschein, der die vergessene Sonnencreme herbeisehnen lässt. Senatsstaffel-Spätsommer! Siegerehrung, natürlich von hinten. Als unsere Staffel mit dem vierten Platz aufgerufen wird, scheint der Beifall auf der Tribüne überzuschäumen. Und – goldenes, großes Konfetti segelt auf unsere Mädchenstaffel herab. Sehr stimmungsvoll – doch verboten! Ich schaue mich nach dem Übertäter sowie den passenden ermahnenden Worten suchend um, da erkenne ich – es war der Baum. Eine Linde, die wohl keine Emails gelesen, ihre Zweige einfach im Winde schaukeln lässt.
Danke!





















