Am Katharineum werden Schülerinnen und Schüler bei der Teilnahme an vielen Schülerwettbewerben unterstützt. Alle zwei Jahre gibt der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten die Gelegenheit, historische Themen aus der eigenen Region oder der Familiengeschichte selbstständig zu erforschen: Schüler befragen Zeitzeugen, werten Quellen aus, dokumentieren Erkenntnisse und entwickeln daraus eine eigenständige Forschungsarbeit, die sie bei diesem Wettbewerb einreichen.
Auch in diesem Jahr entstanden am Katharineum im Rahmen des Geschichtswettbewerbs eine Reihe beeindruckender Beiträge, diesmal zum Thema „Grenzen in der Geschichte — bis hierhin und nicht weiter“. Clara Edner (10d) hatte im Rahmen eines Geschichtsprojekts die Chance gehabt, einen Zeitzeugen zu interviewen und dokumentierte in einem Podcast die persönlichen Erfahrungen von Jürgen Eggert, der als Systemgegner viele Jahre in der DDR im Gefängnis verbracht hatte. Für diesen bewegenden Beitrag wurde Clara Edner als Landessiegerin ausgezeichnet.
Auch die Klasse 10b beteiligte sich erfolgreich: In einem selbst gestalteten „Klassenbuch“ hielten die Schülerinnen und Schüler Erinnerungen und Erfahrungen von Familienmitgliedern und Verwandten zur innerdeutschen Teilung fest. Die Jury würdigte die Arbeit mit einem Förderpreis.
Die feierliche Preisverleihung fand am 9. Juli 2025 im Kieler Rathaus statt. In Anwesenheit von Bildungsministerin Dr. Dorit Stenke, der stellvertretenden Stadtpräsidentin Constance Prange sowie Gabriele Woidelko, der Leiterin des Bereichs Geschichte und Politik der Körber Stiftung, die den Preis ausrichtete, erhielten die Preisträgerinnen und Preisträger ihre Auszeichnungen. Die Stimmung war feierlich und es wurde deutlich, wie vielfältig und kreativ die Themen und Präsentationsformate waren. Gerade diese Vielfalt machte den Wettbewerb spannend – die Grenzen in der Geschichte wurden ganz unterschiedlich interpretiert und wahrgenommen.
Um der Schulgemeinschaft, Eltern und Freund:innen die Möglichkeit zu geben, die preisgekrönten Beiträge selbst zu hören, lud Frau Gerresheim am 22. Juli ins Refektorium des Katharineums ein. Zahlreiche Familienmitglieder, Freundinnen und Freunde und Gäste fanden den Weg in die Schule. Die 10b präsentierte Ausschnitte aus ihrem „Klassenbuch“, und Herr Eggert, der Zeitzeuge aus Claras preisgekröntem Beitrag, der gemeinsam mit seiner Frau angereist war, berichtete offen von seinen Erfahrungen in der DDR und beantwortete Fragen. Dem 30-minütigen Podcast von Clara lauschten die Gäste gebannt.
An diesem Abend war es nicht nur die Präsentation der Projekte, die ihn so besonders machte – es war das Miteinander. Man kam ins Gespräch, tauschte persönliche Erfahrungen aus und erinnerte sich gemeinsam an die Zeit der innerdeutschen Teilung. Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, Geschichte lebendig zu halten: indem man miteinander spricht, unterschiedliche Perspektiven hört und Erfahrungen teilt. Denn nur so kann verhindert werden, dass das Vergangene in Vergessenheit gerät und sich womöglich wiederholt.
Ein besonderer Dank gilt Frau Gerresheim, die mit großem Engagement, viel Herzblut und organisatorischem Geschick die Projekte begleitet hat. Ebenso danken wir Herrn und Frau Eggert, deren Offenheit und Bereitschaft zum Austausch den Abend zu einem eindrucksvollen Erlebnis machten.
Allen Geschichtsbegeisterten sei ans Herz gelegt: Auch beim nächsten Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten bietet sich die Möglichkeit, ein eigenes Projekt zu entwickeln. Die Teilnahme ist nicht nur eine fachliche Herausforderung, sondern vor allem eine bereichernde Erfahrung, die zeigt, wie spannend Geschichte sein kann, wenn man sie gemeinsam erlebt, erforscht und erzählt!
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