Wer meint, man könne die Welt entweder mit Sprachen beschreiben oder mit Naturwissenschaft begreifen, hat die Rechnung nicht mit der Realität gemacht. Das hat der Griechischkurs des zehnten Jahrgangs im Rahmen des vergangenen Fachtages intensiv herausgearbeitet.
So fuhren wir an einem gemütlichen Sonntag zunächst ins Planetarium nach Hamburg, um in der Veranstaltung “Sternbilder und ihre Legenden“ zu lernen, welche (häufig eurozentrisch-)griechischen Sagen sich hinter den internationalen Namen von Sternen und Sternbildern verbergen. Am darauf folgenden Montag arbeiteten wir uns dann durch die Wissenschaftsgeschichte, um zu verstehen, wie wir von den mythischen Erklärungen über die Vorsokratiker, Platon, Aristoteles und die Renaissance zum modernen wissenschaftlichen Denken kamen.
Herr Reimann rundete das Projekt dann fachkundig mit der Vermittlung der Parallaxenmethode ab, mit der auch Schülerinnen und Schüler eines zehnten Jahrgangs die tatsächliche Entfernung von Sternen berechnen können. Und in der Tat befinden sich Sterne eines Sternbildes nur scheinbar in kosmischer „Nähe“. Nebenbei hat Herr Reimann uns dann auch noch darüber aufgeklärt, dass Han Solo, wenn er behauptet mit dem Millenium Falcon den „Kesselrun in weniger als zwölf Parsecs“ zu schaffen, uns physikalisch ziemlichen Quatsch erzählt. Hierbei handelt es sich nämlich um ein Längenmaß und keine Einheit für Geschwindigkeit.
Fazit insgesamt: Kein Beschreiben von Entfernungen also ohne Mathematik, kein Verstehen von moderner Naturwissenschaft ohne Mythen und Philosophie.
Dass u. a. Kosmologie, Astrophysik, Parallaxenmethode, Planetarium und Mythos Wörter griechischen Ursprungs sind, dazu sind wir noch nicht einmal gekommen, aber das kann ja noch kommen und bis dahin sehen wir den Sternenhimmel schonmal mit anderen Augen.
Wir danken dem Planetarium Hamburg für das Beitragsbild, dass wir für diesen Artikel verwenden durften (Beschreibung: Der Sternensaal des Planetarium Hamburg, Bildrechte: Fotografenwerk Hamburg).

















