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	<title>Unterm Kirschbaum mit... Archive &#8211; Katharineum zu Lübeck</title>
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		<title>Unterm Kirschbaum mit Frau Tollgreef</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kim]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Sep 2025 14:39:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel-2025]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Unterm Kirschbaum mit...]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bereits im Juni konnten wir mit Frau Tollgreef, die im offenen Ganztag am Katharineum tätig ist und dort unter anderem die Betreuung der Schülerinnen und Schüler übernimmt, ein Interview führen. Im Folgenden stellen wir unseren Leser:innen Frau Tollgreef und den offenen Ganztag bei uns am Katharineum vor. Woher kommen Sie gebürtig und auf welcher Schule waren sie? Ich bin in&#160;<a href="https://katharineum.de/unterm-kirschbaum-mit-frau-tollgreef/">&#8230;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Bereits im Juni konnten wir mit Frau Tollgreef, die im offenen Ganztag am Katharineum tätig ist und dort unter anderem die Betreuung der Schülerinnen und Schüler übernimmt, ein Interview führen. Im Folgenden stellen wir unseren Leser:innen Frau Tollgreef und den offenen Ganztag bei uns am Katharineum vor.</em><strong><em><span class="Apple-converted-space"><br />
</span></em></strong></p>
<p><strong>Woher kommen Sie gebürtig und auf welcher Schule waren sie?</strong></p>
<p>Ich bin in Lübeck geboren und war dort auch auf der Dom-Grundschule. Danach habe ich die Emanuel-Geibel-Schule besucht. Nach meiner Ausbildung habe ich bei der Sparkasse angefangen – dort war ich fast 28 Jahre lang tätig. Seit 2018 arbeite ich nun hier am Katharineum.</p>
<p><strong>Was war Ihr Lieblings- beziehungsweise Hassfach in der Schule?</strong></p>
<p>Mein absolutes Hassfach war Mathe – obwohl ich später bei der Sparkasse gearbeitet habe (<em>lacht</em>). Auch Chemie hat mir nicht besonders gefallen. Dafür habe ich Deutsch, Englisch, Französisch und Biologie sehr gemocht.</p>
<p><strong>Wie sind Sie zu Ihrem Beruf am Katharineum gekommen?</strong></p>
<p>Während meiner Zeit bei der Sparkasse habe ich gemerkt, dass ich noch einmal etwas anderes machen möchte – vor allem etwas mit Kindern. Über die Diakonie habe ich erfahren, dass sie die Betreuung hier am Katharineum übernehmen, und mich dort beworben. Parallel habe ich für kurze Zeit auch an einer Grundschule in Kücknitz gearbeitet. Schließlich bin ich dann ans Katharineum gekommen.</p>
<p>Ich finde es einfach sehr schön, mit Kindern zu arbeiten und eine andere Seite kennenzulernen – abseits vom Büroalltag. In Kiel habe ich außerdem eine Fortbildung zur pädagogischen Mitarbeiterin gemacht, die aus fünf Modulen inklusive einer Abschlussprüfung bestand.</p>
<p><strong>Was gefällt Ihnen besonders an Ihrer Arbeit? Was macht Ihnen besonders Spaß?</strong></p>
<p>Mir gefällt besonders, dass jedes Kind einen ganz eigenen Charakter hat. Wir betreuen sowohl ruhige als auch sehr lebhafte Kinder. Sich immer wieder neu auf jedes Kind einzulassen und ihnen bei schulischen oder auch privaten Dingen Hilfestellung zu geben, macht mir große Freude. Auch die Nachmittagskurse sind für mich ein schöner und kreativer Teil der Arbeit.</p>
<p><strong>Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?</strong></p>
<p>Ich komme mittags in die Schule und habe manchmal erst Besprechungen mit <a href="https://katharineum.de/team/goenke-buenger/">Frau Bünger</a> oder Telefonate mit meinem Vorgesetzten. Danach schaue ich, was am jeweiligen Tag ansteht, und bereite die Kurse vor. Für unseren Backkurs überlege ich mir auch schon im Voraus, oft auch Zuhause, was wir in der kommenden Woche backen könnten. Dann kommen die ersten Kinder nach Schulschluss. Manche machen gleich Hausaufgaben, andere aber auch erst Zuhause. Wir helfen den Kindern bei den Aufgaben oder spielen mit ihnen. Anschließend finden die Kurse statt.</p>
<p><strong>Gibt es ein besonders schönes Erlebnis mit einem Kind, an das Sie sich gerne erinnern?</strong></p>
<p>Es gibt viele schöne Momente. Besonders berührend ist es, wenn man durch Gespräche zur Lösung von Problemen beitragen kann und die Kinder Unterstützung annehmen. Manche Sprüche der Kinder sind auch einfach zu niedlich, da muss man oft schmunzeln.</p>
<p><strong>Welche Kurse bieten Sie nachmittags an?</strong></p>
<p>Montags und donnerstags findet der Backkurs statt. Dienstags gibt es einen Kreativkurs, in dem wir zum Beispiel mit Acrylfarben malen oder mit Keramik, Holz und Wolle arbeiten. Mittwochs findet der Sport- und Spielekurs statt. Da gehen wir in die Sporthalle, wo die Kinder frei entscheiden können, was sie machen möchten. Im nächsten Schuljahr starten wir zusätzlich zwei neue Kurse gemeinsam mit einer neuen Kollegin.</p>
<p><strong>Gibt es etwas, das Sie sich für den offenen Ganztag in Zukunft wünschen?</strong></p>
<p>Zunächst wünsche ich mir, dass grundsätzlich alles so bleibt, wie es ist. Wenn im kommenden Jahr (<em>also nunmehr das aktuelle Schuljahr, 2025-26; Anm. d. Red.</em>) die neuen Sextaner auf fünf Klassen aufgeteilt werden und dadurch mehr Kinder angemeldet werden, könnte es im jetzigen Raum allerdings eng werden. Dann müsste man überlegen, ob dieser noch ausreichend ist. Die Küchenzeilen und Sofas im Raum finde ich allerdings großartig.</p>
<p><strong>Was würden Sie jemandem raten, der ebenfalls diesen Beruf ausüben möchte?</strong></p>
<p>Mein Rat wäre: einfach ausprobieren! Ich liebe Kinder, deshalb ist der Beruf genau das Richtige für mich. Für andere ist das vielleicht nicht so. Aber die Kinder geben einem so viel zurück – durch ihre lustigen Sprüche, ihre kreativen Ideen und einfachen Erklärungen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Wie gewohnt haben wir unser Interview mit einem kurzen Fragegewitter beendet.</em></p>
<p><strong>Sommer oder Winter?</strong></p>
<p>Beides eigentlich. Im Sommer darf es nicht zu heiß sein, und die Weihnachtszeit im Winter mag ich sehr gern.</p>
<p><strong>Frühaufsteherin oder Langschläferin?</strong></p>
<p>Langschläferin – wenn ich lange schlafen darf, dann nutze ich das auch gern.</p>
<p><strong>Tee oder Kaffee?</strong></p>
<p>Kaffee.</p>
<p><strong>Spontan oder geduldig?</strong></p>
<p>Ich bin in vielen Dingen geduldig, überlege aber oft zu lange und tue mich manchmal schwer mit Entscheidungen.</p>
<p><strong>Liebste Freizeitbeschäftigung?</strong></p>
<p>Ich reise sehr gerne nach Schweden und lese am liebsten schwedische Bücher.</p>
<p><strong><em>Vielen Dank für das Interview mit Ihnen!</em></strong></p>
<p style="text-align: right;">Redaktion des <a href="https://katharineum.de/aktivitaeten/arbeitsgemeinschaften/website-team/">Website-Teams</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://katharineum.de/unterm-kirschbaum-mit-frau-tollgreef/">Unterm Kirschbaum mit Frau Tollgreef</a> erschien zuerst auf <a href="https://katharineum.de">Katharineum zu Lübeck</a>.</p>
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		<title>Unterm Kirschbaum mit… Maksym Kum</title>
		<link>https://katharineum.de/unterm-kirschbaum-mit-maksym-kum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Clara Edner]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Nov 2024 18:06:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel-2024]]></category>
		<category><![CDATA[Begabungsförderung]]></category>
		<category><![CDATA[DaZ]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend debattiert]]></category>
		<category><![CDATA[Unterm Kirschbaum mit...]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jugend debattiert ist nun schon etwas länger eine Veranstaltung, die Teil des Katharineums ist. Jedes Jahr treffen Schüler:innen aufeinander und debattieren über aktuelle Themen. Am 1. Oktober sah die Veranstaltung jedoch etwas anders aus. Zum ersten Mal am Katharineum traten Schüler:innen aus Sprachlernklassen, also Schüler:innen deren Muttersprache nicht Deutsch ist, im Debattieren gegeneinander an. Im Gespräch teilte Maksym, der bei&#160;<a href="https://katharineum.de/unterm-kirschbaum-mit-maksym-kum/">&#8230;</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://katharineum.de/unterm-kirschbaum-mit-maksym-kum/">Unterm Kirschbaum mit… Maksym Kum</a> erschien zuerst auf <a href="https://katharineum.de">Katharineum zu Lübeck</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Jugend debattiert ist nun schon etwas länger eine Veranstaltung, die Teil des Katharineums ist. Jedes Jahr treffen Schüler:innen aufeinander und debattieren über aktuelle Themen. Am 1. Oktober sah die Veranstaltung jedoch etwas anders aus. Zum ersten Mal am Katharineum traten Schüler:innen aus Sprachlernklassen, also Schüler:innen deren Muttersprache nicht Deutsch ist, im Debattieren gegeneinander an. Im Gespräch teilte Maksym, der bei der Veranstaltung das Katharineum vertrat, seine Erfahrungen, Herausforderungen und Gefühle mit uns.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was ist Jugend debattiert für Sprachlernklassen eigentlich?</strong></p>
<p>Also, Jugend debattiert ist eine Veranstaltung, wo zwei Seiten sind, einmal Pro, einmal Contra. Es gibt ein Thema und darüber wird dann halt debattiert. In Deutschland gibt es das schon länger, aber so zwischen DaZ-Schülern gibt es das nicht so lange. Es wurde entschieden, dass es gut wäre, wenn es eine Debatte zwischen DaZ-Schülern geben würde, damit alle sich gleich fühlen.</p>
<p><strong>Was genau hat dann letzte Woche stattgefunden?</strong></p>
<p>Am 1. Oktober hat der Länderwettbewerb stattgefunden. Es sind Schüler aus unterschiedlichen Bundesländern gegeneinander angetreten. Und das war auch online.</p>
<p><strong>Wie kam es zu deiner Teilnahme?</strong></p>
<p>Ich habe Debattieren in der deutschen Klasse mit <a href="https://katharineum.de/team/karin-gerresheim/">Frau Gerresheim</a> kennengelernt, als wir das im Unterricht als Thema hatten. Ich habe im Deutschunterricht eine zwei fürs Debattieren bekommen und deshalb hat Frau Gerresheim Frau Behrend gesagt, dass ich gut im debattieren bin. Frau Behrend hat dann gelernt, wie man DaZ-Schüler für Debatten ausbildet. Vor den Sommerferien hat sie dann zu mir gesagt, wenn du Lust hast, kannst du irgendwann im September oder Oktober bei Jugend debattiert für DaZ-Schüler teilnehmen. Und da habe ich ja gesagt. Danach sind wir letztes Schuljahr noch nach Bremen gefahren, um uns anzugucken, wie sie das machen. Denn in Bremen gibt es schon etwas länger Jugend debattiert für Sprachlernklassen.</p>
<p><a href="https://katharineum.de/team/nina-behrend/">Frau Behrend</a> ist jetzt die erste Lehrerin in Schleswig-Holstein, die dafür ausgebildet ist, DaZ-Schüler auf Jugend debattiert vorzubereiten. Und ich war halt der erste und einzige Schüler von Schleswig-Holstein, der mitgemacht hat. Deswegen bin ich sofort in den Länderwettbewerb gekommen, um gegen die anderen Bundesländer, die auch schon diese Art von Jugend debattiert haben, anzutreten . (<em>lacht</em>)</p>
<p><strong>Warum hast du mitgemacht?</strong></p>
<p>Als wir Debattieren mit Frau Gerresheim gemacht haben, hat mir das sehr gefallen. Und das Debattieren ist auch für das Allgemeinwissen gut. Zum Beispiel, unser erstes Thema war, „Soll das Rauchen in der Öffentlichkeit verboten werden?“ Da konnte man sich mit der Frage gut beschäftigen und dabei auch viel Neues lernen.</p>
<p><strong>Und wie hast du dich vorbereitet?</strong></p>
<p>Ich habe in den Sommerferien angefangen, mich vorzubereiten. Wir hatten damals noch kein Thema, aber ich habe einfach die Struktur gelernt. Also zum Beispiel, wie die Sätze anfangen müssen, welche Positionen es gibt, und habe mich allgemein übers Debattieren informiert.</p>
<p>Und als ich zwei Wochen vor der Debatte die Themen für den Wettbewerb bekommen habe, also die Fragen für die Vorrunde und die Finalrunde, habe ich mich mit unterschiedlichen Quellen beschäftigt und nach Informationen gesucht, damit ich mehr über die Zigarette und überhaupt über Tabakerzeugnisse weiß. Zum Beispiel habe ich gelernt, wie schädlich Nikotin für die Gesundheit ist. Ich musste mir ja Argumente für die Pro- und die Contraposition überlegen, weil ich vorher nicht wusste, welche Seite ich in der Debatte vertreten würde.</p>
<p><strong>Und haben dir zum Beispiel Leute beim DaZ-Unterricht geholfen?</strong></p>
<p>Ja, alle DaZ-Schüler haben das Debattierten gelernt. Sie haben zwar nicht am Wettbewerb teilgenommen, aber  sie haben auch Jugend debattiert im Unterricht kennengelernt. Deshalb haben wir zusammen Argumente gesucht und sie haben mir ein bisschen bei der Eröffnungsrede geholfen. Auch in der deutschen Klasse, in der 10d, haben mir die Schüler geholfen. Ich habe meine Eröffnungsrede vorgelesen und dann haben sie dazu Fragen gestellt. Von Frau Behrend und von Frau Gerresheim habe ich auch Unterstützung bekommen. Sie haben mir gesagt, dass ich sie immer fragen kann, wenn ich Hilfe brauche.</p>
<p><strong>Über welche Themen habt ihr debattiert?</strong></p>
<p>Das erstes Thema in der Vorrunde war „Soll das Rauchen in der Öffentlichkeit verboten werden?“ und das zweite Thema in der Finalrunde war „Soll das Fach Weltanschauungen in der internationalen Vorbereitungsklasse unterrichtet werden?“</p>
<p>Die internationale Vorbereitungsklasse ist so ähnlich wie DaZ. Sie bestehen aus Schülern aus den unterschiedlichen Ländern, die noch nicht viele Deutschkenntnisse haben und hier dann Deutsch lernen. Aber ich glaube, der Unterschied zwischen DaZ und internationalen Vorbereitungsklassen ist, dass man bei DaZ in die deutsche Klasse und nur manchmal in die DaZ-Klasse geht. In der internationalen Vorbereitungsklasse geht man nur dahin und nicht in die deutsche Klasse. Also man ist dann ausschließlich in der einen Gruppe.</p>
<p><strong>Welches Thema fandest du besser?</strong></p>
<p>Eigentlich waren beide Themen gleich gut. Ich glaube aber, ich fand das Thema mit den Zigaretten ein bisschen besser. Man denkt zwar erstmal, dass es schwierig ist, Argumente für die Contraseite zu finden. Aber wenn man sich ein bisschen mit dem Thema beschäftigt, findet man viele gute Argumente.</p>
<p><strong>Welche Schulen haben daran teilgenommen?</strong></p>
<p>Wie die Schulen hießen, weiß ich nicht. Aber es waren insgesamt fünf Schulen aus unterschiedlichen Bundesländern da, nämlich Schleswig-Holstein, Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Berlin.</p>
<p><strong>Wie alt waren die Teilnehmer:innen?</strong></p>
<p>Die meisten waren ein bisschen älter als ich. Eine Junge war sogar schon 18. Ich würde sagen, so zwischen 15 und 18 Jahren vielleicht.</p>
<p><strong>Hast du etwas Neues gelernt und wenn ja, was?</strong></p>
<p>Ich wusste schon vorher, warum Rauchen schädlich sein kann. Aber jetzt habe ich noch mehr erfahren. Was ich zum Beispiel sehr interessant fand, war, dass der Raucher 30 bis 35 Prozent von dem ganzen Rauch über den Filter einatmet. Die anderen 60 bis 65 Prozent atmen die anderen Leute ohne Filter ein. Das Thema mit dem Fach Weltanschauungen war auch sehr interessant, weil wir dieses Fach nicht haben. Man konnte sehr viel Neues lernen.</p>
<p><strong>Wie hast du dich vor und während der Veranstaltung gefühlt?</strong></p>
<p>Anfangs war ich ein bisschen aufgeregt. Ich durfte später in die Schule kommen, aber ich bin trotzdem um sechs Uhr aufgestanden und habe meine Eröffnungsreden wiederholt. Danach bin ich zur Schule gefahren, wo ich noch ein paar meiner Mitschüler gesehen habe. Sie haben mir Glück gewünscht und das hat mich irgendwie sehr motiviert. Als dann die Vorrunde war, hatte ich immer noch ein bisschen Stress, aber nach der Vorrunde eigentlich nicht mehr. Als ich erfahren habe, dass ich in der Finalrunde bin, war ich sehr glücklich.</p>
<p>Für die Vorrunde, also die Debatte mit dem Rauchen, war ich auf der Seite Pro2 und in der Finalrunde war ich Pro1. Ich war eigentlich ganz zufrieden mit meinen Positionen. Es ist besser als zum Beispiel Contra2 zu sein, weil man da meiner Meinung nach keinen so großen Redeanteil hat. Aber trotzdem ist es schwierig, weil man als Pro1-Redner alles erläutern muss. Zum Beispiel musste ich erklären, was man unter dem Fach Weltanschauungen versteht, was Vorbereitungsklassen sind und so weiter.</p>
<p>Ich war auch deshalb ein bisschen aufgeregt, weil alle Schüler, die da teilgenommen haben, schon mal solche Debatten gemacht hatten. Ich wusste nicht, auf welchem Niveau sie sind, und deshalb war ich mir nicht sicher, ob ich in die Finalrunde weiterkommen würde. Aber es hat dann doch alles sehr gut geklappt. Am Ende bin ich Dritter von fünf Teilnehmern geworden und damit bin ich eigentlich ganz zufrieden.</p>
<p><strong>Wie geht es jetzt weiter? Wird es noch weitere Veranstaltungen geben?</strong></p>
<p>Ich weiß es nicht genau, aber ich habe verstanden, dass Jugend debattiert für Sprachlernklassen nächstes Jahr wieder am Katharineum stattfinden wird und da kann ich auch teilnehmen. Diese Debattierveranstaltung soll in Schleswig-Holstein noch ausgebaut werden, dass man dann bald auch Debatte zwischen den Schulen in unserem Bundesland machen kann.</p>
<p><strong>Konnte man bei dieser Veranstaltung etwas gewinnen?</strong></p>
<p>Nö, leider nicht. Die ersten Plätze und ich glaube auch die zweiten Plätze dürfen in Vereine von Jugemd debattiert eintreten. Aber Geldpreise gab es leider nicht. (<em>lacht</em>)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Außerdem haben wir Maksym ein paar Fragen zum DaZ-Unterricht gestellt, der hier am Katharineum angeboten wird …</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was ist DaZ überhaupt?</strong></p>
<p>Also, die Abkürzung DaZ steht für „Deutsch als Zweitsprache“. Im März 2022 hat Frau Behrend Herrn Phillippi gefragt, ob sie eine DaZ-Klasse am Katharineum machen darf, weil sie nämlich dazu ausgebildet ist, DaZ-Schüler zu unterrichten und so ist DaZ am Katharineum entstanden. Zu Anfang waren da wir vier Personen, ich war einer von den ersten. Und mit der Zeit sind noch mehr Schüler gekommen, aber damals waren wir alles Ukrainer. Dann sind manche Ukrainer vom Katharineum auf andere Schulen gegangen und jetzt sind Schüler aus der ganzen Welt bei uns im DaZ Unterricht. Es gibt zum Beispiel eine Schülerin aus der Türkei und zwei Schülerinnen aus Vietnam.</p>
<p><strong>Was lernt ihr da? Welche Fächer werden unterrichtet?</strong></p>
<p>Hauptsächlich Deutsch. Früher haben wir sehr viel Deutsch gelernt, da hatten wir auch mehr DaZ-Stunden. Es gab nur eine Gruppe und wir haben Texte gelesen, Wörter gelernt und Tests geschrieben. Letztes Schuljahr wurden wir dann in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe besteht aus Schülern, die noch nicht  die B1-Prüfung im März 2023 machen würden und in der anderen Gruppe waren die Leute, die die Prüfung machen würden.</p>
<p>Damals hatten wir nur vier Unterrichtsstunden pro Woche und die waren immer in der achten und neunten Stunde, damit wir mehr in der deutschen Klasse sein konnten. Dieses Schuljahr sind es acht DaZ-Unterrichtsstunden in der Woche, auch immer in der achten und neunten Stunde. Wenn wir aber also Unterricht in der deutschen Klasse haben, müssen wir in die deutsche Klasse gehen. Also zum Beispiel, ich habe am Montag Geschichte in der achten und neunten Stunde und deshalb ich muss in Geschichte sein. Und am Dienstag habe ich sieben Stunden. Danach darf ich 15 Minuten Pause machen und danach gehe ich zu DaZ.</p>
<p>Der DaZ-Unterricht ist für jeden individuell. Wenn sich jemand für die B1-Prüfung im März vorbereitet, darf er sich in diesen Stunden damit beschäftigen. Aber ich habe ja schon die B1-Prüfung im letzten Schuljahr gemacht und deshalb darf ich jetzt Hausaufgaben machen oder für Tests lernen.</p>
<p>Es werden also nicht wirklich Fächer unterrichtet, aber man kann beim DaZ-Unterricht Hausaufgaben aus allen Fächer machen. Zum Beispiel kann der Lehrer einem bei der Vorbereitung auf eine Deutschklassenarbeit helfen oder man kann Mathematikhausaufgaben machen. Man bekommt auch Hilfe, wenn es irgendwelche Frage zur deutschen Sprache gibt, wenn man etwas nicht versteht. DaZ wird von <a href="https://katharineum.de/team/antje-mueschen/">Frau Müschen</a>, Frau Behrend und von <a href="https://katharineum.de/team/maximilian-ehlers/">Herrn Ehlers</a> unterrichtet und die helfen einem immer.</p>
<p><strong>Inwiefern hat DaZ dir geholfen, in Deutschland Fuß zu fassen?</strong></p>
<p>Natürlich hat es anfangs sehr viel so geholfen. Wir haben zum Beispiel Stadtspaziergänge gemacht, so, damit wir Lübeck besser kennenlernen und uns ein bisschen an unsere neue Heimat gewöhnen. Wir sind der Schule alle sehr dankbar, dass sie das so gemacht haben.</p>
<p><strong>Wenn du dich entscheiden müsstest, würdest du lieber DaZ-Unterricht machen oder Unterricht in der deutschen Klasse?</strong></p>
<p>(<em>lacht</em>) Das weiß ich nicht so genau. Jetzt brauche ich ja nicht mehr so viele DaZ-Stunden. Eigentlich kann ich mit B1 in der deutschen Klasse lernen und natürlich möchte ich auch in der deutschen Klasse lernen. Aber in der DaZ-Klasse ist es einfacher. Man kann nachfragen, wenn man etwas nicht versteht.</p>
<p>Naja, wenn ich sechs Stunden Unterricht in der deutschen Klasse haben und danach noch zu DaZ gehe, ist das schon ein bisschen anstrengend. Aber man macht eigentlich nur Hausaufgaben. Das würde man zu Hause ja auch machen. Zu Hause ist man vielleicht abgelenkt, von seinem Handy oder so, und deswegen kann man sich beim DaZ viel besser auf Hausaufgaben konzentrieren. Man ist da einfach produktiver.</p>
<p>Vielen Dank, Maksym, für das Interview!</p>
<p style="text-align: right;"><em>Redaktion des <a href="https://katharineum.de/aktivitaeten/arbeitsgemeinschaften/website-team/">Website</a>-Teams</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://katharineum.de/unterm-kirschbaum-mit-maksym-kum/">Unterm Kirschbaum mit… Maksym Kum</a> erschien zuerst auf <a href="https://katharineum.de">Katharineum zu Lübeck</a>.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Unterm Kirschbaum mit&#8230; Herrn Knuppertz</title>
		<link>https://katharineum.de/unterm-kirschbaum-mit-herrn-knuppertz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Clara Edner]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Jan 2023 05:30:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel-2023]]></category>
		<category><![CDATA[Herr Knuppertz]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Unterm Kirschbaum mit...]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eigentlich heißt dieses Format „Unterm Kirschbaum“, doch leider war es Anfang Januar, zum Zeitpunkt dieses Interviews, bereits so ungemütlich draußen, dass wir es doch kurzfristig nach drinnen verlegt haben. Anlass dieses Interviews war der Abschied von Herrn Knuppertz. Wir waren sehr gespannt zu hören, wie es für ihn nach seiner Pensionierung weitergeht. 1. War Lehrer zu sein schon immer Ihr&#160;<a href="https://katharineum.de/unterm-kirschbaum-mit-herrn-knuppertz/">&#8230;</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://katharineum.de/unterm-kirschbaum-mit-herrn-knuppertz/">Unterm Kirschbaum mit&#8230; Herrn Knuppertz</a> erschien zuerst auf <a href="https://katharineum.de">Katharineum zu Lübeck</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="excerpt_part">Eigentlich heißt dieses Format <strong>„Unterm Kirschbaum</strong>“, doch leider war es Anfang Januar, zum Zeitpunkt dieses Interviews, bereits so ungemütlich draußen, dass wir es doch kurzfristig nach drinnen verlegt haben. Anlass dieses Interviews war der Abschied von Herrn Knuppertz. Wir waren sehr gespannt zu hören, wie es für ihn nach seiner Pensionierung weitergeht.<br />
</span></p>
<p><strong>1. War Lehrer zu sein schon immer Ihr Traumberuf oder kam es dazu erst später?</strong></p>
<p>Ab der 11. Klasse war es mir klar, dass ich Lehrer werden wollte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>2. Haben Sie ein Lieblingsthema im Unterricht?</strong></p>
<p>Mehrere: Volumenberechnung von Sektglas und Pyramide als Anbahnung der Integralrechnung; Konfidenzintervalle als Werkzeug für eigentlich jeden mündigen Bürger. Und auch Bürgerin.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>3. Warum haben Sie sich für das Katharineum entschieden?</strong></p>
<p>Ich suchte nach einem Gymnasium in Lübeck und habe mich bei den Innenstadtschulen vorgestellt. Herr Schmittinger konnte mir eine Stelle anbieten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>4. Welche Fächer haben Sie unterrichtet?</strong></p>
<p>Mathematik und Englisch.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>5. Warum haben Sie sich dazu entschieden, den Förderunterricht im Schwerpunkt Mathe zu übernehmen?</strong></p>
<p>Das war nicht meine Entscheidung. Der Unterricht mit diesen Schülerinnen und Schülern war jedoch sehr aufschlussreich und lieferte Ideen auch für den „normalen“ Mathematikunterricht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>6. In welcher Stufe haben Sie am liebsten unterrichtet?</strong></p>
<p>Alle Stufen hatten ihren Reiz: In der Unterstufe sind die Schülerinnen und Schüler noch ganz offen für neue Erfahrungen.<br />
In der Mittelstufe passiert so viel; es kommt keine Langeweile auf und ich glaube, ich habe einen guten Draht zu den Jugendlichen in ihrer „wilden“ Phase. In der Oberstufe liegt der Schwerpunkt auf der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Unterrichtsstoff.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>7. Haben Sie einen Lieblingsmoment als Lehrer?</strong></p>
<p>Sehr viele.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>8. Was hat Ihnen besonders am Lehrer-Sein gefallen?</strong></p>
<p>Am besten hat mir am Lehrer-Sein gefallen, dass man auf der einen Seite fachlich und auf der anderen Seite mit Menschen arbeiten kann, die viele verschiedene Gedanken, Ideen und auch manchmal Probleme haben, und damit umzugehen, ist definitiv spannend und nicht langweilig.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>9. Was war die beste Ausrede für nicht gemachte Hausaufgaben?</strong></p>
<p>Ich war immer sehr zurückhaltend mit dem Aufgeben von Hausaufgaben: jenseits der Wissensvermittlung sollten Kinder viel spielen, Jugendliche viel Zeit für das Ausprobieren von Lebensentwürfen haben.</p>
<p>Ansonsten waren Hausaufgaben – wie auch der Unterricht – ein Angebot: Das Angebot konnte angenommen werden oder eben auch nicht. Nur mit den Konsequenzen ihres oder seines Handelns bzw. Nicht-Handelns musste sich dann jede Schülerin und jeder Schüler anfreunden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>10. Wenn Sie Ihre eigene Schule konzipieren könnten, wie würde diese aussehen und welche Fächer würden Sie vielleicht sogar noch hinzufügen?</strong></p>
<p>Kleinere Klassen, genügend räumliche und zeitliche Möglichkeiten für Lehrerinnen und Lehrer, sich über ihre Fächer und Arbeit auszutauschen. Fortbildungen als Teil der Arbeitszeit (und nicht der Freizeit).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>11. Wann haben Sie angefangen am Katharineum zu unterrichten?</strong></p>
<p>2007.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>12. Was werden Sie am meisten vermissen, wenn Sie das Katharineum verlassen werden?</strong></p>
<p>Viele nette, ja, freundliche Menschen und die schönen Kreuzgänge im Gebäude. Und vor allem die freundlichen Sekretärinnen <a href="https://katharineum.de/teachers/frau-bley/">Frau Bley</a> und <a href="https://katharineum.de/teachers/frau-giertz/">Frau Giertz</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>13. Worauf freuen Sie sich besonders, wenn Sie in Pension gehen?</strong></p>
<p>Ich freue mich auf die Freiheit, nicht mehr das tun zu müssen, wozu ich wenig Lust verspüre.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>14. Was fasziniert Sie am Katharineum als Schule?</strong></p>
<p>Ihre Geschichte. Und die vielfältigen Möglichkeiten für Schülerinnen und Schüler, sich kreativ und sportlich einzubringen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>15. Haben Sie oft in der Mensa gegessen; und gab es dort auch schon einmal Ihr Lieblingsessen?</strong></p>
<p>Nein, ich habe nie in der Mensa gegessen. Ich esse eher abends. Aber die Räumlichkeit ist wunderschön.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>16. Was wurden Sie am häufigsten von Schülern gefragt?</strong></p>
<p>„Kriegen wir die Klassenarbeit heute zurück?“ – Diese Frage habe ich gerne an Wissende weitergeleitet, die dann antworteten: „Wenn sie fertig korrigiert ist.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>17. Was ist ihre liebste Freizeitbeschäftigung?</strong></p>
<p>Ich fahre gerne Rad, gehe gerne in die Sauna, ins Theater und Kino, lese gerne.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>18.  Haben Sie einen Lieblingsfilm oder ein Lieblingsbuch?</strong></p>
<p>„Casablanca“ und Härtlings „Felix Guttmann“.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>19. Wo würden Sie gerne mal hinreisen?</strong></p>
<p>Schottland, Irland, Griechenland, Portugal, Amrum, …</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>20. Möchten Sie kommenden Schüler:innen etwas mit auf den Weg geben?</strong></p>
<p>Nein. Eher den Schülerinnen und Schülern, die ich in den vergangenen Jahren habe unterrichten dürfen. Danke für die Freundlichkeit, die mir im fachlichen und auch im persönlichen Umgang entgegengebracht wurde. Danke auch für die Toleranz, die meinen Fehlern und Macken entgegengebracht wurde.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>21. Welchen Rat würden Sie uns als Schüler:innen geben, die schon länger auf dem Katharineum sind?</strong></p>
<p>Ich habe noch nie gedacht, dass ich anderen Menschen einen Rat geben sollte. Ich habe mich deshalb immer darauf beschränkt, mein Handeln sichtbar und transparent zu machen.</p>
<p>Wer auch immer aus meinem Angebot etwas für sich Wertvolles übernehmen konnte – gut so. Wer nichts fand, was ihn oder sie ansprach – auch gut.</p>
<p>Ich biete gerne einige Zeilen von Immanuel Kant an, die ich vor wenigen Wochen (wieder) las:</p>
<p>&nbsp;</p>
<table width="614" cellspacing="0" cellpadding="7">
<tbody>
<tr>
<td valign="top" width="598">
<p align="left">„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen.</p>
<p align="left"><span lang="de-DE">Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ </span></p>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Dann haben wir zum Schluss noch das berühmt berüchtigte Fragengewitter:</strong></p>
<p><strong>Englisch oder Mathe?</strong></p>
<p>Natürlich Mathematik.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Frühaufsteher oder Langschläfer? </strong></p>
<p>Eher Frühaufsteher, in den Ferien zeigt sich allerdings manchmal ein Langschläfer in mir.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Kaffee oder Tee?</strong></p>
<p>Zum Frühstück Tee, danach Kaffee und Tee.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Fernsehen oder Lesen?</strong></p>
<p>Beides.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Sommer oder Winter?</strong></p>
<p>Sommer, allerdings nicht allzu heiß.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Strand oder Berge?</strong></p>
<p>Eher Strand.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Lieblingsfach als Schüler?</strong></p>
<p>Mathematik, Sport und Latein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Lieblingsfach als Lehrer?</strong></p>
<p>Siehe oben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Lieblingsschulfest?</strong></p>
<p>Keine Präferenz.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Klassenarbeit planen oder Klassenarbeit korrigieren?</strong></p>
<p>Klassenarbeit – was ist das???</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Lieber in den ersten Stunden kein Unterricht oder früher Schluss?</strong></p>
<p>Lieber früher Schluss.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielen Dank für dieses interessante Interview. Das Website-Team und das gesamte Katharineum wünscht Ihnen eine schöne und erfüllte Pension.</p>
<p style="text-align: right;"><em>Redaktion des Website-Teams</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://katharineum.de/unterm-kirschbaum-mit-herrn-knuppertz/">Unterm Kirschbaum mit&#8230; Herrn Knuppertz</a> erschien zuerst auf <a href="https://katharineum.de">Katharineum zu Lübeck</a>.</p>
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		<title>Unterm Kirschbaum mit … Frau Behrend</title>
		<link>https://katharineum.de/unterm-kirschbaum-mit-frau-behrend/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Clara Edner]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Dec 2022 10:40:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel-2022]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrerinterview]]></category>
		<category><![CDATA[Unterm Kirschbaum]]></category>
		<category><![CDATA[Unterm Kirschbaum mit...]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Katharineum lässt sie einfach nicht los: Frau Behrend erzählt uns etwas über ihren Beruf hier als Lehrerin und Leiterin des Krippenspiels. Und wer hätte es gedacht – sie war schon als Schülerin an dieser Schule. Wie kam es dazu und was hat sich verändert? War Lehrerin zu sein schon immer Ihr Traumberuf oder kam es dazu erst später? Es war&#160;<a href="https://katharineum.de/unterm-kirschbaum-mit-frau-behrend/">&#8230;</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://katharineum.de/unterm-kirschbaum-mit-frau-behrend/">Unterm Kirschbaum mit … Frau Behrend</a> erschien zuerst auf <a href="https://katharineum.de">Katharineum zu Lübeck</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="s5"><em><span class="s2">Das </span><span class="s2">Katharineum</span><span class="s2"> lässt sie einfach nicht los: <a href="https://katharineum.de/team/nina-behrend/">Frau Behrend</a> erzählt uns etwas über ihren Beruf hier als Lehrerin und Leiterin des Krippenspiels. Und wer hätte es gedacht – sie war schon als Schülerin an dieser Schule. Wie kam es dazu und was hat sich veränder</span><span class="s2">t?</span></em></p>
<p class="s7"><strong><span class="s2">War Lehrerin zu sein schon immer Ihr Traumberuf oder kam es dazu erst später?</span></strong></p>
<p class="s8"><span class="s2">Es war in der </span><span class="s2">Tat </span><span class="s2">nicht von Anfang </span><span class="s2">an mein Traumberuf</span><span class="s2">. </span><span class="s2">Der Wunsch hat sich eher über die Jahre hinweg entwickelt. </span><span class="s2">Ich habe nach dem Abitur zuerst eine Ausbildung</span><span class="s2"> im Hotelberei</span><span class="s2">ch</span><span class="s2"> angefangen</span><span class="s2">, weil </span><span class="s2">es damals </span><span class="s2">mein</span> <span class="s2">Traum</span> <span class="s2">war, </span><span class="s2">Hotelmanagerin zu werden. </span><span class="s2">Nach der Ausbildung im Hotel „Vier Jahreszeiten“ in Hamburg </span><span class="s2">wollte ich </span><span class="s2">Touristik </span><span class="s2">studieren. Ich habe dann aber während dieser Ausb</span><span class="s2">ildung festgestellt, dass </span><span class="s2">der von mir angestrebte Beruf mit einer Familiengründung nur sehr schwer zu vereinbaren wäre. </span><span class="s2">D</span><span class="s2">enn wenn man im Hotelbereich tätig ist,</span><span class="s2"> muss man </span><span class="s2">viel reisen</span><span class="s2">, ist ständig unterwegs und nirgendwo wirklich zu Hause.</span><span class="s2"> Ich war immer schon ein Fami</span><span class="s2">lienmensch und mir war </span><span class="s2">damals</span> <span class="s2">schon</span> <span class="s2">klar, </span><span class="s2">dass ich irgendwann </span><span class="s2">Kinder haben möchte. Somit habe ich mich dann noch während dieser Ausbildung </span><span class="s2">um</span><span class="s2">entschieden und</span><span class="s2"> ein Jahr lang viele Praktika</span><span class="s2"> im In- und Ausland</span><span class="s2"> gemacht, </span><span class="s2">um mich neu zu orientieren. </span></p>
<p class="s9"><span class="s2">Anschließend</span><span class="s2"> habe ich Pädagogi</span><span class="s2">k (Erziehungswissenschaften) </span><span class="s2">in Lüneburg studiert. </span><span class="s2">Während des Studiums stellte ich fest, dass mir Latein fehlt.</span> <span class="s2">Ich hatte </span><span class="s2">hier am </span><span class="s2">Katharineum</span> <span class="s2">damals</span><span class="s2"> von der fünften bis zu</span><span class="s2">r </span><span class="s2">dreizehnten </span><span class="s2">Klasse </span><span class="s2">Latein – ich war schon immer ein Sprachenmensch</span><span class="s2">. </span><span class="s2">Wenn man nun also Pädagogik und das Fach Latein miteinander verbinden möchte, </span><span class="s2">ist man beim Lehramt angelangt. Die ideale Kombination fand ich </span><span class="s2">in </span><span class="s2">einer modernen Fremdsprache: Englisch.</span></p>
<p class="s10"><strong><span class="s2">H</span><span class="s2">aben Sie ein Lieblingsthema?</span></strong></p>
<p class="s11"><span class="s2">In Latein finde ich es immer sehr wichtig und spannend, wenn man einen Bezug zur </span><span class="s2">Lebenswelt der </span><span class="s2">Sc</span><span class="s2">hüler:innen </span><span class="s2">herstellen kann und wenn man dann </span><span class="s2">die </span><span class="s2">antiken Texte als Basis nimmt, um </span><span class="s2">aktuelle Lebensfragen beantworten zu können</span><span class="s2">; oder wenn man feststellt, dass es den alten Römern in vielen Lebenssituationen genau so </span><span class="s2">ging, wie es uns heutzutage geht, z.B. wenn wir verliebt sind.</span> <span class="s2">Ich persönlich liebe Dichtung – </span><span class="s2">Catull</span><span class="s2">, Horaz, Ovid.</span></p>
<p class="s12"><span class="s2">Womit ich mich </span><span class="s2">in der Oberstufe</span><span class="s2"> im Fach Englisch sehr </span><span class="s2">gerne beschäftige, sind TED-Talks. Da </span><span class="s2">dieses Redeformat den meisten </span><span class="s2">Schülerinnen</span><span class="s2"> und Schülern durch </span><span class="s2">youtube </span><span class="s2">bestens bekannt ist, </span><span class="s2">ist</span><span class="s2"> die Motivation, auch einen eigenen TED-Talk zu entwickeln und zu präsentieren, meistens sehr hoch.</span></p>
<p class="s9"><span class="s2">D</span><span class="s2">iese Unterrichtseinheit</span><span class="s2"> habe ich </span><span class="s2">kürzlich</span><span class="s2"> mit einem Kurs zum Thema „Science </span><span class="s2">and</span><span class="s2"> Technology“ </span><span class="s2">durchgeführt und war begeistert von den Ergebnissen. Das lässt sich auch super mit dem Fach Latein verbinden – wenn man sich die </span><em><span class="s13">officia</span> <span class="s13">oratoris</span></em><span class="s2"> und die </span><em><span class="s13">partes</span> <span class="s13">orationis</span></em><span class="s2"> von Cicero anschaut,</span> <span class="s2">merkt man schnell, welchen Einfluss dieser Meister der Rede bis in die heutige Zeit hat</span><span class="s2">.</span></p>
<p class="s9"><span class="s2">Ich finde es total spannend, fächerverbindende Aspekte zu entdecken und daraus mit Kollegin</span><span class="s2">n</span><span class="s2">en und Kollegen anderer Fächer zusammen Unterrichtseinheiten oder Unterrichtsprojekte zu entwickeln.</span></p>
<p class="s9"><strong><span class="s2">Warum haben Sie sich für das </span><span class="s2">Katharineum</span><span class="s2"> entschieden?</span></strong></p>
<p class="s14"><span class="s2">Ich habe mich tatsächlich gar nicht selbst für das </span><span class="s2">Katharineum</span><span class="s2"> entschieden. </span><span class="s2">Das hat natürlich immer zwei Seiten, </span><span class="s2">wenn man als Schülerin an einer Schule war und dann </span><span class="s2">als Lehrerin zurückkommt.</span></p>
<p class="s15"><span class="s2">Wobei das bei mir auch lange genug her war, ich also die „nötige Distanz“ dazu hatte. </span><span class="s2">In der Zwischenzeit hat sich auch eine ganze Menge verändert. Vielleicht war es Zufall oder – wenn man daran glauben möchte – </span><span class="s2">Fügung, </span><span class="s2">jedenfalls wurde mir ein </span><span class="s2">Referendariatsplatz </span><span class="s2">am </span><span class="s2">Katharineum</span><span class="s2"> zugewiesen</span><span class="s2">.</span></p>
<p class="s16"><span class="s2">So bin ich wieder hier gelandet und auch geblieben.</span></p>
<p class="s17"><strong><span class="s2">Haben Sie einen Lieblingsmoment als Lehrerin?</span></strong></p>
<p class="s9"><span class="s2">Da gibt es mehrere, würde ich sagen. Ein wirklich sehr besonderer Moment war, als ich meine erste K</span><span class="s2">lassenleitung übernommen habe. Als klar war, dass ich nach dem Referendariat an der Schule bleibe, habe ich danach direkt eine Klassenleitung in einer fünften Klasse bekommen. </span><span class="s2"></span></p>
<p class="s18"><span class="s2">Als </span><span class="s2">i</span><span class="s2">ch dann bei der Sextaner-Einschulung </span><span class="s2">die Kinder </span><span class="s2">kennengel</span><span class="s2">ernt </span><span class="s2">und realisiert habe, dass das jetzt </span><span class="s2">meine Klasse ist</span><span class="s2">, war das sehr besonders für mich.</span></p>
<p class="s19"><span class="s2">Was ich auch immer sehr besonders finde, ist </span><span class="s2">das </span><span class="s2">Krippenspiel: </span><span class="s2">die Proben, die Gesänge, die Fahrt, das Gemeinschaftsgefühl, die </span><span class="s2">Aufregung </span><span class="s2">der </span><span class="s2">Schüler:innen</span><span class="s2"> und Schüler </span><span class="s2">kurz vor der </span><span class="s2">Auﬀührung</span><span class="s2">, </span><span class="s2">die Freude und Erleichterung </span><span class="s2">im Anschluss. </span><span class="s2">Das ist für mich wirklich etwas ganz Schönes</span><span class="s2">.</span></p>
<p class="s14"><span class="s2">Aber ich liebe </span><span class="s2">diesen Beruf</span><span class="s2"> einfach auch genau deswegen</span><span class="s2">, weil es immer unvorhersehbare Momente gibt und kein Tag wie der andere ist, das fasziniert mich </span><span class="s2">so daran, Lehrerin zu sein.</span></p>
<p class="s17"><strong><span class="s2">Sprechen Sie noch weitere Sprachen?</span></strong></p>
<p class="s16"><span class="s2">Ich habe damals am </span><span class="s2">Katharineum</span><span class="s2"> noch <a href="https://katharineum.de/unterricht/faecher/franzoesisch/">Französisch </a></span><span class="s2">und später, in der Oberstufe, </span><span class="s2">nebenbei Spanisch gelernt, weil das leider nicht als Unterrichtsfach angeboten wurde. Alt-</span><span class="s2">Griechisch habe ich im Rahmen des Latein-Studiums natürlich auch gelernt, aber das kann ich nicht </span><span class="s2">sprechen.</span></p>
<p class="s17"><strong><span class="s2">Was ist ihre liebste Freizeitbeschäftigung?</span></strong></p>
<p class="s14"><span class="s2">Am wichtigsten ist mir, Zeit mit </span><span class="s2">der Familie</span><span class="s2"> zu verbringen. </span><span class="s2">Mein Sohn und ich haben ein gemeinsames Hobby:</span><span class="s2"> Wir gehen ein- bis zweimal die Woche zusammen schwimmen</span><span class="s2">, außerdem verbringen wir viel Zeit an der Ostsee.</span></p>
<p class="s14"><span class="s2">Sport ist für mich ein wichtiger Ausgleich; </span><span class="s2">ich gehe zwei- bis dreimal die Woche laufen, in der wärmeren Jahreszeit auch rudern. </span><span class="s2">Ansonsten</span><span class="s2"> lese ich gern, höre Musik, spiele Klavier</span><span class="s2">, gehe spazieren oder treffe mich mit Freunden.</span></p>
<p class="s17"><strong><span class="s2">Hat Ihnen Theater immer schon Spaß gemacht?</span></strong></p>
<p class="s20"><span class="s2">Ja, auch</span> <span class="s2">in meiner Schulzeit gab</span> <span class="s2">es </span><span class="s2">schon das kleine und das große Musical und da</span><span class="s2"> war ich </span><span class="s2">immer dabei. D</span><span class="s2">amals gab es noch einen richtigen Orchestergraben, in den ich mal bei einer Aufführung beim Wiener</span><span class="s2">&#8211;</span><span class="s2">Walzer</span><span class="s2">&#8211;</span><span class="s2">T</span><span class="s2">anzen fiel. </span></p>
<p class="s20"><span class="s2">Und beim Krippenspiel war ich auch von Klasse fünf bis Klasse dreizehn immer dabei, allein schon, weil ich Jürgen Fick meine </span><span class="s2">gesamte Schulzeit über</span><span class="s2"> immer</span><span class="s2"> in mindestens einem Fach</span><span class="s2"> als Lehrer hatte;</span><span class="s2"> </span><span class="s2">da</span><span class="s2"> wurde man gar nicht gefragt, </span><span class="s2">man </span><span class="s2">musste</span> <span class="s2">mitmachen, das war einfach so (<em>lacht</em>).</span></p>
<p class="s17"><strong><span class="s2">Welche Rollen hatten Sie im Krippenspiel?</span></strong></p>
<p class="s14"><span class="s2">In den ersten Jahren war ich</span><span class="s2"> ein kleiner Engel</span><span class="s2"> im Engelschor, und d</span><span class="s2">ann war meine Rolle </span><span class="s2">mehrere Jahre lang </span><span class="s2">der Vor- und Nachspruchengel. </span></p>
<p class="s17"><strong><span class="s2">Hat das Krippenspiel ihre Schulwahl als Schülerin beeinflusst?</span></strong></p>
<p class="s16"><span class="s2">Nein,</span><span class="s2"> das war das Fach Latein. Ich hatte mir als Zehnjährige in den Kopf gesetzt, Theologie zu studieren</span><span class="s2">.</span> <span class="s2">D</span><span class="s2">a war es für mich klar, dass Latein meine erste Fremdsprache sein soll. </span></p>
<p class="s16"><span class="s2">Herr Fick war mein erster Klassenlehrer in der 5. Klasse und dann </span><span class="s2">„war man halt dabei“.</span></p>
<p class="s16"><span class="s2">Ich glaube, dass damals die gesamte 5a beim Krippenspiel </span><span class="s2">mitgemacht hat</span><span class="s2">. </span><span class="s2">Es war immer eine tolle Zeit – auch wenn ich es schade finde, dass wir damals keine Krippenspielfahrt gemacht haben.</span></p>
<p class="s17"><strong><span class="s2">Was fasziniert Sie besonders am Krippenspiel?</span></strong></p>
<p class="s8"><span class="s2">Ich finde es einfach faszinierend, dass es diese</span><span class="s2"> lange </span><span class="s2">Tradition </span><span class="s2">hat, und ich finde es so toll, dass die Schülerinnen und Schüler </span><span class="s2">das auch so fasziniert, dass sie</span><span class="s2"> so motiviert sind, </span><span class="s2">bei </span><span class="s2">diese</span><span class="s2">m</span><span class="s2"> niederdeutsche</span><span class="s2">n</span><span class="s2"> Krippenspiel mitzumachen</span><span class="s2">;</span><span class="s2"> u</span><span class="s2">nd das</span><span class="s2">,</span><span class="s2"> obwohl heutzutage kaum noch jemand diese Sprache spricht ode</span><span class="s2">r von </span><span class="s2">den Eltern oder Großeltern </span><span class="s2">kennt</span><span class="s2">. Meine Großeltern konnten noch „platt </span><span class="s2">snacken</span><span class="s2">“</span><span class="s2"> aber d</span><span class="s2">as wird wohl leider immer weniger</span><span class="s2">. </span></p>
<p class="s8"><span class="s2">Dieses traditionelle Stück übt so eine Faszination auf die Schülerinnen und Schüler aus, dass immer </span><span class="s2">N</span><span class="s2">eue nachrücken und dazukommen. Als in diesem Jahr klar </span><span class="s2">wa</span><span class="s2">r, </span><span class="s2">dass </span><span class="s2">ich </span><span class="s2">die Leitung übernehmen </span><span class="s2">werde, wa</span><span class="s2">r von einigen die größte Sorge, dass sich irgendwas verändert. Es hieß: „Frau Behrend, da darf sich nichts </span><span class="s2">dran </span><span class="s2">verändern!“</span><span class="s2"> Das Fortleben dieser 102 Jahre alten Tradition wird also auch von den Schülerinnen und Schülern eingefordert.</span><span class="s2"></span></p>
<p class="s21"><span class="s2">P</span><span class="s2">astor </span><span class="s2">Baltrock</span><span class="s2"> erzählte</span><span class="s2"> in der Andacht </span><span class="s2">anlässlich der <a href="https://katharineum.de/pressestimmen-zum-100-jaehrigen-krippenspiel-jubilaeum/">Jubiläumsveranstaltung im letzten Jahr</a></span><span class="s2">, dass das Krippenspiel auch durch die komplette Kriegszeit hindurch aufgeführt wurde</span><span class="s2">. A</span><span class="s2">uch, </span><span class="s2">als </span><span class="s2">Lübeck </span><span class="s2">zum Ziel von Luftangriffen</span><span class="s2"> geworden war</span><span class="s2"> und die Menschen </span><span class="s2">große Angst hatten</span><span class="s2">, </span><span class="s2">fand das Krippenspiel statt. Es </span><span class="s2">hat den Menschen </span><span class="s2">Hoﬀnung</span> <span class="s2">und Sicherheit </span><span class="s2">gegeben. </span><span class="s2">Das hat mich tief beeindruckt und </span><span class="s2">ich wünsche mir, dass es auch in der heutigen Zeit die Hoffnung und Zuversicht in die Herzen der Menschen trägt.</span></p>
<p class="s17"><strong><span class="s2">Was ist ihre schönste Erinnerung an das Krippenspiel?</span></strong></p>
<p class="s22"><span class="s2">Der Moment </span><span class="s2">ganz am Anfang,</span><span class="s2"> wenn</span><span class="s2"> die Spielschar</span><span class="s2"> mit dem Gesang „O </span><span class="s2">Himmelriek</span><span class="s2">, O Sternenmeer“ in die Kirche einzieht, </span><span class="s2">war immer ein ganz</span><span class="s2"> besonderer. Dieses Gefühl war sofort wieder da, </span><span class="s2">als wir – </span><span class="s2">Ehemalige der Abiturjahrgänge 1960 bis 2019 – im vergangenen Jahr </span><span class="s2">das Ehemaligen-Krippenspiel </span><span class="s2">als <a href="https://katharineum.de/ueberraschung-fuer-herrn-fick-besonderes-ehemaligen-krippenspiel-in-der-aegidienkirche-anlaesslich-des-100-jaehrigen-jubilaeums/">Überraschung</a></span> <span class="s2">für Jürgen Fick </span><span class="s2">aufgeführt haben. </span><span class="s2">Da war ich plötzlich wieder so aufgeregt wie als kleiner zehnjähriger Engel.</span></p>
<p class="s11"><span class="s2">Und ein lustiger Moment</span><span class="s2"> war, als wir damals eine </span><span class="s2">Auﬀührung</span><span class="s2"> im Heiligen-Geist-Hospital hatte</span><span class="s2">n: D</span><span class="s2">ort war es immer tierisch heiß. </span><span class="s2">Hitze</span><span class="s2"> und</span> <span class="s2">Aufregung </span><span class="s2">führten dazu, dass </span><span class="s2">reihenweise Engel hinter die Bühne gekippt</span><span class="s2"> sind. </span><span class="s2">So habe ich gelernt</span><span class="s2">, dass man unter den weißen Engelsg</span><span class="s2">ewändern immer eine</span><span class="s2"> weiße Strumpfhose tragen muss. </span></p>
<p class="s11"><span class="s2">Denn ich hatte eine knallrote Strumpfhose an und meine Freundin eine knallblaue, und </span><span class="s2">als </span><span class="s2">wir hinter die Bühne</span><span class="s2"> fielen</span><span class="s2">, </span><span class="s2">lagen </span><span class="s2">unsere Beine</span> <span class="s2">allerdings noch auf der </span><span class="s2">Bühne und unsere bunten Strump</span><span class="s2">fhosen leuchteten d</span><span class="s2">urch den ganzen Raum</span><span class="s2">. </span><span class="s2">Jürgen war nicht so begeistert und hat das entsprechend kundgetan. Ich habe danach nur noch weiße Strumpfhosen getragen (<em>lacht</em>).</span></p>
<p class="s17"><strong><span class="s2">Hat sich irgendetwas seit I</span><span class="s2">hrer Zeit im Krippenspiel verändert? Wenn ja, was?</span></strong></p>
<p class="s8"><span class="s2">Die Fahrt ist neu, das ist eigentlich auch die größte Veränderung. Das finde ich auch,</span><span class="s2"> wie gesagt,</span><span class="s2"> im Nachhinein sehr schade, dass wi</span><span class="s2">r</span><span class="s2"> d</span><span class="s2">ie damals </span><span class="s2">nicht hatte</span><span class="s2">n</span><span class="s2">. Ich finde sie sehr wichtig, sowohl für d</span><span class="s2">ie Probenarbeit</span><span class="s2"> an sich, </span><span class="s2">als </span><span class="s2">a</span><span class="s2">uch für d</span><span class="s2">as Gemeinschaftsgefühl.</span> <span class="s2">S</span><span class="s2">onst gibt es nicht so viele Unterschiede. </span><span class="s2">Naja, früher klebten noch Glitzersternchen auf den Engelskleidchen – die fand ich sehr schön. Alle Mädchen wollten immer die Kleider anziehen, auf denen die meisten Sternchen klebten</span><span class="s2">. </span><span class="s2">Ich überlege</span><span class="s2"> schon </span><span class="s2">immer, </span><span class="s2">ob ich die vielleicht wieder </span><span class="s2">einführen soll</span><span class="s2">.</span></p>
<p class="s8"><span class="s2">Ich habe </span><span class="s2">im </span><span class="s2">letzte</span><span class="s2">n </span><span class="s2">Jahr </span><span class="s2">das Feuer mit meinem Sohn zusammen repariert, weil </span><span class="s2">das Papier schon total zerrissen </span><span class="s2">war.</span><span class="s2"> Den</span><span class="s2"> Stab </span><span class="s2">für </span><span class="s2">die Sternsinger </span><span class="s2">habe ich ebenfalls </span><span class="s2">neu </span><span class="s2">lackiert</span><span class="s2">. </span><span class="s2">Auch die Kostüme habe ich gewaschen, obwohl Jürgen meint, dass die eigentlich nicht gewaschen werden</span> <span class="s2">dürfen.</span><span class="s2"> Da diesen in der Holsten-Kapelle lagernden Textilien jedoch bereits jahrzehntelang der Duft der gesamten </span><span class="s2">Aegidienkirche </span><span class="s2">anhaftet, dachte ich mir, das muss einfach mal sein.</span></p>
<p class="s8"><span class="s2">Aber das sind wahrscheinlich die </span><span class="s2">einzigen</span><span class="s2"> Veränderungen. </span><span class="s2">Achso</span><span class="s2">, und damals lagen in der Krippe auch immer noch kleine Textheftchen. Die haben Josef und Maria dann </span><span class="s2">umgeblättert, während sie so getan haben, als würden sie gerade das kleine Jesuskind liebkosen. </span><span class="s2">Wenn wir als Engel um die Krippe standen, mussten wir darüber immer lachen – wahrscheinlich hat Jürgen es deswegen verboten</span><span class="s2">. I</span><span class="s2">ch frag ihn mal.</span></p>
<p class="s17"><strong><span class="s2">Wie stellen Sie sich die Zukunft des Krippenspiel</span><span class="s2">s</span><span class="s2"> vor, sind irgendwelche Veränderungen geplant?</span></strong></p>
<p class="s11"><span class="s2">Also am Stück an sich </span><span class="s2">wird sich nichts ändern. </span><span class="s2">Wobei ich sagen muss,</span> <span class="s2">als </span><span class="s2">Yorck</span><span class="s2"> und Carlos neulich </span><span class="s2">in der Probe </span><span class="s2">Josef und Maria zusammen spielen mussten</span><span class="s2">, </span><span class="s2">hatte ich die Idee</span><span class="s2">, dass </span><span class="s2">es </span><span class="s2">doch auch mal ein gleichgeschlechtliches Paar </span><span class="s2">geben </span><span class="s2">könnte. </span><span class="s2">😉</span></p>
<p class="s11"><span class="s2">Spaß beiseite – </span><span class="s2">ich würde wirklich gerne mal </span><span class="s2">ein paar Requisiten austauschen; das sind nämlich auch noch dieselben wie vor 32 Jahren!</span><span class="s2"> Vielle</span><span class="s2">icht mal einen </span><span class="s2">neuen </span><span class="s2">Hahn und für die Schäfer ein paar neue </span><span class="s2">Felle. </span><span class="s2">Manchmal mag man die Sachen ja schon </span><span class="s2">gar nicht</span><span class="s2"> mehr anfassen. Auch Wickeln und Band könnte man </span><span class="s2">mal erneuern.</span></p>
<p class="s23"><strong><span class="s2">Sind Sie bereit für den Fragenhagel? </span><span class="s2">Kaﬀee</span><span class="s2"> oder Tee?</span></strong></p>
<p class="s24"><span class="s2">Tee.</span></p>
<p class="s26"><strong><span class="s2">Fernsehen oder Lesen?</span></strong></p>
<p class="s27"><span class="s2">Lesen.</span></p>
<p class="s28"><strong><span class="s2">Schauspiel oder </span><span class="s2">Singen? </span></strong></p>
<p class="s28"><span class="s2">Singen.</span></p>
<p class="s29"><strong><span class="s2">Sommer oder Winter?</span></strong></p>
<p class="s30"><span class="s2">Sommer.</span></p>
<p class="s31"><strong><span class="s2">Strand oder Berge?</span></strong></p>
<p class="s31"><span class="s2">Strand.</span></p>
<p class="s23"><strong><span class="s2">Krippenspiel oder Lateintheater? </span></strong></p>
<p class="s23"><span class="s2">Krippenspiel.</span></p>
<p class="s32"><span class="s2"><strong>Lieblingsfach als Schülerin?</strong> </span></p>
<p class="s32"><span class="s2">Latein.</span></p>
<p class="s33"><strong><span class="s2">Lieblingsfach als Lehrerin?</span></strong></p>
<p class="s34"><span class="s2">Ich mag alle meine drei Fächer! Latein, Englisch und </span><span class="s2">DaZ</span><span class="s2">. Alle</span><span class="s2"> meine Herzensfächer! </span></p>
<p class="s34"><strong><span class="s2">Lieblingsschulfest?</span></strong></p>
<p class="s24"><span class="s2">Night</span> <span class="s2">of</span> <span class="s2">the</span> <span class="s2">Proms</span><span class="s2">.</span></p>
<p class="p1"><em>Vielen Dank für dieses interessante Interview!</em></p>
<p style="text-align: right;"><em>Redaktion des Website-Teams</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://katharineum.de/unterm-kirschbaum-mit-frau-behrend/">Unterm Kirschbaum mit … Frau Behrend</a> erschien zuerst auf <a href="https://katharineum.de">Katharineum zu Lübeck</a>.</p>
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		<title>Unterm Kirschbaum mit … Frau Müschen</title>
		<link>https://katharineum.de/unterm-kirschbaum-mit-frau-mueschen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Clara Edner]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Dec 2022 09:04:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel-2022]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Frau Müschen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Israel-Fahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Unterm Kirschbaum mit...]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sie waren ja Teil der Israelfahrt. Was genau haben sie da gemacht? Die Israelfahrt ist vor allen Dingen eine Begegnungsfahrt, das heißt wir begegnen allen möglichen Menschen in Israel, angefangen mit den Vertreterinnen und Vertretern von Parents-Circle über Angehörige der ständigen Vertretung in Ramallah, ARD–Korrespondenten… Wir wollten eigentlich noch palästinensische Schülerinnen der deutschen Schmidt-Schule treffen, das hat dann leider wegen&#160;<a href="https://katharineum.de/unterm-kirschbaum-mit-frau-mueschen/">&#8230;</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sie waren ja Teil der Israelfahrt. Was genau haben sie da gemacht?</strong></p>
<p>Die Israelfahrt ist vor allen Dingen eine Begegnungsfahrt, das heißt wir begegnen allen möglichen Menschen in Israel, angefangen mit den Vertreterinnen und Vertretern von Parents-Circle über Angehörige der ständigen Vertretung in Ramallah, ARD–Korrespondenten… Wir wollten eigentlich noch palästinensische Schülerinnen der deutschen Schmidt-Schule treffen, das hat dann leider wegen eines Streiks nicht geklappt, aber die Leiterin des Goethe-Instituts und viele andere mehr konnten wir sprechen.</p>
<p>Kern der Israelfahrt ist also, dass wir wirklich Leute treffen. Ansonsten reisen wir einmal komplett durchs Land, von der Ben-Gurion-Universität in der Wüste Negev bis zu den Golanhöhen an der Grenze zu Syrien; wir waren in Akko, Haifa und Tel Aviv; wir sind die Greenline entlanggefahren und wir hatten natürlich auch ein paar touristische Ziele, zum Beispiel haben wir im Toten Meer gebadet. So etwas gehört auch dazu.</p>
<p><strong>Und Schüler:innen aus der Ernestinenschule und dem Leibniz-Gymnasiums sind auch mitgekommen. Hatte das einen bestimmten Grund?</strong></p>
<p>Ja, die Fahrt ist ja ursprünglich initiiert worden von Herrn Schmittinger vom Katharineum, von Herrn Leberke von der Thomas-Mann-Schule und von Frau Frank vom Leibniz-Gymnasium. Die sind aber alle seit ein paar Jahren in Pension; und ich hatte vor mittlerweile fünf Jahren die Gelegenheit, an einer Fortbildungsfahrt nach Israel teilzunehmen. Da habe ich Herrn Tappe vom Leibniz-Gymnasium und Frau Niehaus von der Ernestinenschule kennengelernt und wir haben dann beschlossen, dass wir die Kontakte, die meine Kollegen aufgebaut haben, übernehmen und weiterführen wollen. So kommt es zu der Kombination dieser Schulen.</p>
<p><strong>Warum sind Sie genau nach Jerusalem geflogen?</strong></p>
<p>Jerusalem ist unser erstes Reiseziel gewesen und natürlich der Ort, an dem sich die heiligen Stätten der drei monotheistischen Weltregionen befinden, der Felsendom, die sogenannte Klagemauer und die Grabeskirche zum Beispiel. Jerusalem bietet auch die Möglichkeit, den vielen Menschen zu begegnen, die ich vorhin aufgezählt habe. Wir hatten außerdem die Gelegenheit, am Schabbat–Gottesdienst in einer reformierten Synagoge teilzunehmen, und ein wesentlicher Punkt ist natürlich auch Yad Vaschem, die Gedenkstätte, die wir besucht haben. Dort hätten wir eigentlich auch eine Holocaust-Überlebende treffen wollen, aber die über 90jährige Dame fühlte sich in der Woche leider nicht fit genug, sodass das Treffen leider ausfallen musste. Aber wir haben eine exzellente Führung durch das Museum dort und über das Gelände von Yad Vaschem erhalten.</p>
<p><strong>Das ist ja nicht ihre erste Fahrt. Was verbinden sie mit dieser Reise?</strong></p>
<p>In erster Linie diese Fülle von Eindrücken, die man bekommt und die wir dort auch unseren Schülerinnen und Schülern ermöglichen wollen. Zudem ist Israel das einzige Land, in dem Juden in der Mehrheit sind, und wir haben natürlich eine besondere Verantwortung in Deutschland, die aus der Shoa erwachsen ist. Das Bewusstsein für diese Verantwortung wollen wir an unsere Schülerinnen und Schüler weitergeben. Und letztlich verbinde ich mit dieser Reise auch, wie interessiert sich die Teilnehmenden auf diese Fahrt mit ihren teils schwierigen Programmpunkten einlassen, und dass man merken kann, wie sie daran wachsen.</p>
<p><strong>Was war ihr Top-Erlebnis?</strong></p>
<p>Der Begriff „Top-Erlebnis“ passt überhaupt nicht, aber das, was uns alle, denke ich, am meisten berührt hat, war die Begegnung mit den Vertretern von Parents-Circle, die von den persönlichen Verlusten erzählt haben, die sie im Zuge des Nahostkonflikts erlitten haben. Das ist etwas, das wirklich allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr, sehr nahe geht.</p>
<p><strong>Was würden Sie auf dieser Fahrt nicht noch einmal machen?</strong></p>
<p>Wir waren ein bisschen in Geldnot, obwohl unserer Sponsoren uns großzügig bedacht haben. Das hing damit zusammen, dass die erste Fluggesellschaft, die wir gebucht hatten, insolvent ging und damit unsere Anzahlung weg war. So kam es, dass wir am Ende doch ein bisschen sparen mussten und uns nach einem langen und aufregenden Tag abends zum Teil in den Hostels noch selbst bekocht haben. Nudeln für dreißig Mann (und Frau) in drei Schichten, das ist etwas, was ich nach Möglichkeit beim nächsten Mal vermeiden würde…</p>
<p><strong>Wir haben ja schon von sehr viele schöne Unternehmung gehört. Gibt es etwas das unbedingt zu dieser Fahrt dazugehören muss?</strong></p>
<p>Also, wenn es jetzt um wirklich schöne Unternehmungen geht: Auf unserer ersten Fahrt sind wir eher versehentlich auf der Camel-Ranch gelandet, aber das hat sich als ein echter Kontrapunkt herausgestellt zu dem sonstigen Programm. Denn einmal auf einem Kamel im Abendsonnenschein in die Wüste zu reiten ist wirklich ein ganz entspanntes Unterfangen; das haben wir dann dieses Mal bewusst eingeplant und werden den Programmpunkt sicher auch weiterhin behalten.</p>
<p>Das waren jetzt auch schon unsere Fragen zur Israelfahrt. Wir würden Ihnen noch zu Ihren Erfahrungen am Katharineum und dem Schulleben Fragen stellen:</p>
<p><strong>Sie unterrichten ja drei Fächer. In welcher Form ähneln sich diese – Deutsch, Geschichte und Religion?</strong></p>
<p>In allen drei Fächern – die Kombination ist übrigens auch die ideale Kombination für eine Israelfahrt – geht es um die Interpretation von Texten, literarischen Texten, Quellentexten, religiösen Texten, und darum, einen Bezug zu sich selbst herzustellen.</p>
<p><strong>Warum haben Sie sich für Deutsch, Geschichte und Religion entschieden?</strong></p>
<p>Ich habe schon immer gern gelesen und wollte unbedingt Literatur studieren. Geschichte war dann insofern erst einmal zweite Wahl, weil ich an der Kunsthochschule abgelehnt worden bin – zu Recht, wie ich inzwischen finde. Und Religion ist dann später als ein Fernstudium dazugekommen. Die Gelegenheit habe ich während des Referendariats erhalten. Und das hat mir dann tatsächlich in einer Zeit, in der überhaupt keine Lehrkräfte eingestellt wurden – was man sich heute angesichts des Lehrermangels gar nicht mehr vorstellen kann – die Tür zur Schule geöffnet.</p>
<p><strong>War Ihr Traumberuf schon immer Lehrerin und welche Alternativen gab es?</strong></p>
<p>Ich wollte eigentlich immer schon, seit ich selbst zur Schule ging, Lehrerin werden und es ist nach wie vor der schönste Beruf, den ich mir für mich vorstellen kann. Die einzige Alternative, oder Überlegung, war, ob ich eher an eine Sonderschule, wie das damals hieß, oder an ein Gymnasium gehe. Inzwischen bin ich sehr froh über die Entscheidung fürs Gymnasium, weil es einfach diese große Bandbreite an Altersklassen gibt und diese schöne Mischung zwischen pädagogischer Arbeit und fachlicher Arbeit.</p>
<p><strong>Im Unterricht passiert viel Kurioses – was war ein witziges Erlebnis, das Sie mit einer Klasse geteilt haben?</strong></p>
<p>Das, was mit Schülerinnen und Schülern witzig ist, fällt meist unter die Rubrik Situationskomik. Wenn man das hinterher nacherzählt, ist es überhaupt nicht mehr lustig – also erspare ich das mir und unseren Lesern und Leserinnen besser.</p>
<p><strong>Welche Klassenleitung ist einfacher? Die der 7d oder die der Q1c?</strong></p>
<p>Die Q1c leite ich zusammen mit Frau Gerresheim, die große Teile der Aufgaben dort übernimmt. Die 7d leite ich mit Herrn Schrader, der gleichzeitig auch in einer anderen Klasse ist, sodass ich dort mehr zu tun habe. In beiden Klassen machen es mir aber die Schülerinnen und Schüler und auch deren Eltern durchaus leicht, die Aufgaben dort zu übernehmen.</p>
<p><strong>Wie lange unterrichten Sie bereits am Katharineum?</strong></p>
<p>Ich habe hier 1993 angefangen zu unterrichten. Nach Frau Lenz bin ich die dienstälteste Lehrerin am Katharineum&#8230; Im Büro von Herrn Schmittinger hing lange Zeit ein Kollegiumsfoto; als es abgenommen wurde, war ich tatsächlich die Einzige darauf, die noch nicht pensioniert wurde.</p>
<p><strong>Haben Sie auch an anderen Schulen unterrichten und wenn ja, was war anders?</strong></p>
<p>Ich habe vor meiner Anstellung in Lübeck an sechs verschiedenen Arbeitsstellen in drei verschiedenen Städten gearbeitet: Ich war an Grundschulen, ich war an der Universität für Ferienkurse in Deutsch, ich war an der Wirtschaftsakademie für DaZ-Kurse. Das heißt, ich hatte Schülerinnen von sechs bis sechzig Jahren, vom Analphabeten bis zum Studenten – also ein sehr breites Spektrum mit jeweils ganz eigenen Herausforderungen; das kann man gar nicht vergleichen.</p>
<p><strong>Mit welchen drei Worten würden Sie das Katharineum beschreiben?</strong></p>
<p>Wenn mir vielleicht auch ein paar mehr Worte gegönnt sind: Viele Schülerinnen und Schüler wollen wirklich lernen und sie engagieren sich sehr stark. Das für mich beste und naheliegendste Beispiel ist die Gedenktag-AG. Insofern, wenn ich es doch auf drei Wörter reduzieren soll: „Lernen und Engagieren“.</p>
<p><strong>Gibt es etwas, dass Sie am Katharineum ändern würden?</strong></p>
<p>Ja – den Umgang mit unserem Gebäude und den Räumen. Wenn man ins Refektorium schaut, wenn man in die Klassenräume guckt – überall liegt Müll, überall werden Spuren hinterlassen. Das, finde ich, muss sich dringend ändern. Es müsste sich so etwas wie eine Kultur des „Blicks zurück“ entwickeln. Das heißt, wenn ich irgendwo weggehe, muss ich mich einmal umdrehen und prüfen, ob ich den Platz wirklich so verlassen will.</p>
<p><strong>So sieht Ihr perfekter Tag aus:</strong></p>
<p>Im Unterricht freundliche, aufmerksame Schülerinnen und Schüler. In der Pause vielleicht ein frisch aufgegossener Kaffee – und nachmittags nach Möglichkeit keine Korrekturen!</p>
<p><strong>So sieht Ihre perfekte Klassenfahrt aus: Wo geht es hin? Welchen Lehrer bzw. Klasse nehmen Sie mit?! 😉</strong></p>
<p>Der Ort ist eigentlich völlig unwichtig, Hauptsache es gibt dort viel zu sehen oder zu tun. Das kann vom Museumsbesuch bis zum Kletterpark reichen – und dabei schönes, sonniges Wetter! Mitnehmen möchte natürlich am liebsten meine Klassen und meine Kollegin bzw. meinen Kollegen, mit denen ich die Klassen leite.</p>
<p><strong>Sie unterrichten ja ukrainische Schüler:innen am Katharineum. Ist es sehr schwer, den ukrainischen Schüler:innen Deutsch beizubringen?</strong></p>
<p>Die Schwierigkeit liegt vor allen Dingen darin, dass sie mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen kommen und insofern eine sehr inhomogene Lerngruppe sind – auch vom Alter her. Dazu kommt noch, dass wir keine gemeinsame Basissprache haben. Wir müssen uns immer mal wieder mit Englisch behelfen, um etwas zu erklären.</p>
<p><strong>Machen die Ukrainer:innen schnell Fortschritte oder brauchen sie noch häufig Hilfe. Wenn ja, wie?!</strong></p>
<p>So unterschiedlich sie sind, so unterschiedlich sind auch ihre Lernfortschritte. Aber die Hilfe, die sie bekommen, ist auf jeden Fall die Fülle an Deutschstunden, die wir ihnen zur Verfügung stellen, sodass sie die Möglichkeit haben, sich zügig die deutsche Sprache anzueignen.</p>
<p><strong>Warum haben Sie sich entschieden, die Ukrainer:innen zu unterrichten?</strong></p>
<p>Ich hatte DaZ an der Uni belegt und das entsprechende Zertifikat gemacht und daher ist es selbstverständlich, dass ich diese Kenntnisse einsetze, wenn sie gebraucht werden. Die Lage der Schülerinnen und Schüler, die aus ihrer Heimat fliehen mussten, ist schwierig genug; da sollte man sie unterstützen, wo es nur geht, damit sie sich bald ein bisschen heimisch fühlen können.</p>
<p><strong>Was ist Ihre liebste Freizeitbeschäftigung?</strong></p>
<p>Meine liebste Freizeitbeschäftigung? Ich lese nach wie vor sehr gern. Ich arbeite auch gern im Garten, wenn ich dazu Zeit habe, und ich tanze gern.</p>
<p><strong>Haben Sie ein Lieblingsbuch?</strong></p>
<p>Es gibt so viele tolle Bücher! Ich weiß gar nicht, wie Nicht-Leser das aushalten&#8230; Ich habe in meiner eigenen Schulzeit, ich glaube in der neunten Klasse, „Wer die Nachtigall stört“ von Harper Lee vorgestellt. Das halte ich nach wie vor für ein sehr schönes Buch. Ein Buch, das ich tatsächlich auch schon mehrfach gelesen habe, ist „Nachtzug nach Lissabon“ von Mercier. Und jetzt zuletzt lag auf meinem Bücherstapel von Juli Zeh „Über Menschen“. Um nur drei Beispiele zu nennen.</p>
<p><strong>Dann haben wir zum Schluss noch das berühmt berüchtigte Fragengewitter:</strong><br />
<strong>Deutsch, Geschichte oder Religion?</strong><br />
Deutsch.</p>
<p><strong>Frühaufsteher oder Langschläfer?</strong><br />
Irgendwo dazwischen!</p>
<p><strong>Sommer oder Winter?</strong><br />
Sommer, schon wegen des Gartens!</p>
<p><strong>Tee oder Kaffee?</strong><br />
Kaffee, am liebsten mit Milch.</p>
<p><strong>Romantische Komödie oder ein spannender Actionfilm?</strong><br />
Ich muss zugeben, die romantische Komödie.</p>
<p><strong>Lieber in den ersten Stunden kein Unterricht oder früher Schluss?</strong></p>
<p>Egal, Hauptsache hinterher keine Konferenzen!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielen Dank für dieses interessante Interview!</p>
<p style="text-align: right;"><em>Redaktion des Website-Teams</em></p>
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		<title>Unterm Kirschbaum mit … Herrn Albert</title>
		<link>https://katharineum.de/unterm-kirschbaum-mit-herrn-albert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Clara Edner]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Jun 2022 04:28:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel-2022]]></category>
		<category><![CDATA[Darstellendes Spiel]]></category>
		<category><![CDATA[Herr Albert]]></category>
		<category><![CDATA[Junges Musical]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrerinterview]]></category>
		<category><![CDATA[Musical]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Unterm Kirschbaum mit...]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Während Herr Albert meist nur in Musikräumen oder der Aula anzutreffen ist, gibt es für ihn auch ein Leben außerhalb von Musik und Theater. Und auch die Berufung Lehrer war nicht immer so klar, wie es heute vielleicht scheint … &#160; Warum haben Sie sich auf dem zweiten Berufsweg entschieden, Lehrer zu werden? ALB: Bevor ich die Aufnahmeprüfung für die&#160;<a href="https://katharineum.de/unterm-kirschbaum-mit-herrn-albert/">&#8230;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Während Herr Albert meist nur in Musikräumen oder der Aula anzutreffen ist, gibt es für ihn auch ein Leben außerhalb von Musik und Theater. Und auch die Berufung Lehrer war nicht immer so klar, wie es heute vielleicht scheint …</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Warum haben Sie sich auf dem zweiten Berufsweg entschieden, Lehrer zu werden?</strong></p>
<p>ALB: Bevor ich die Aufnahmeprüfung für die Uni machte, habe ich eine Ausbildung zum Energie-Elektroniker Fachrichtung Anlagentechnik absolviert, als Geselle gearbeitet, Zivildienst gemacht und währenddessen entschied ich mich für das Abitur im zweiten Bildungsweg mit dem Leistungskurs Mathe und Technologie, völlig entfernt von Musik. Das war ein rein technisches Abitur, hergeleitet aus dem Job, in dem ich davor gearbeitet hatte, das fiel dann alles recht leicht. Dann kam die Frage: &#8220;Studierst Du Elektrotechnik oder studierst Du Musik?&#8221;</p>
<p>Ich habe dann einfach mit dem Musikstudium angefangen: Schulmusik im Fach Gesang, Nebenfach Klavier. Ich habe das angefangen, ohne zu wissen, was das für Konsequenzen hat. Die Konsequenz war, dass man irgendwann in der Schule steht und unterrichtet. Aber man hat erstmal einen Fuß in der Musikhochschule, um von da aus weiter zu arbeiten. Man entwickelt sich und kann unter Umständen einen künstlerischen Werdegang einschlagen. Erstmal den Fuß in der Tür zu haben, das war so ein bisschen mit die treibende Kraft.</p>
<p>Ich hatte nach dem Abitur und dem Zivildienst nur ein halbes Jahr Zeit, um mich auf diese Aufnahmeprüfung vorzubereiten. Das war im Vergleich zu dem, was man dann vorher so gemacht hat, recht kurz und knapp. Dann war auch nicht klar, mit welchem Hauptfach ich Musik studiere: Entweder mit Gesang oder mit Klavier. Mit Gesang ging es komischerweise schneller vorwärts als mit Klavier. Dann wurde ich aufgenommen und habe studiert und studiert und studiert und den künstlerischen Weg nicht weiter verfolgt, sondern dann kam die Gesangspädagogik dazu, die ich als zweiten Studiengang angefangen und beendet habe. Ich habe auch mit Germanistik angefangen aber das war nichts für mich.</p>
<p>Schließlich war ich in Saarbrücken mit zwei Studien fertig, also dem Schulmusikstudium und dem Gesangspädagogik-Diplom. Das volle Staatsexamen konnte ich leider nicht machen, weil man im Saarland zwei Fächer studieren musste. Daraufhin hab ich nach Bundesländern gesucht, die das Doppelfach Musik als Studiengang anboten, es gab die Auswahl zwischen Weimar und Lübeck und ich bin nach Lübeck gegangen, habe eine kleine Aufnahmeprüfung gemacht und noch zwei Semester studiert. Endlich war ich fertig und dann hieß es: “So, was machste jetzt damit?”</p>
<p>Folglich dachte ich also: &#8220;Probier das mit dem Referendariat mal aus und wenn Du merkst, dass das alles nichts für Dich ist, dass Schule nichts für Dich ist, dann gib Gesangsunterricht und verdiene so dein Geld.&#8221; Zack, stand ich hier im Refektorium des Katharineums. Ich war natürlich erstmal sehr von dem Gebäude beeindruckt. So nach sechs Wochen habe ich dann gemerkt: &#8220;Dass kann ich auch länger machen, das gefällt mir!&#8221; Die Entscheidung, jetzt wirklich Lehrer zu werden, ist nach diesen ersten sechs Wochen gefallen. Vorher hatte ich noch gar nicht mit dem Gedanken gespielt, Lehrer zu werden. Insofern war das mit der Elektrotechnik dann gegessen und ich bin jetzt sehr froh, dass ich nicht hinter irgendwelchen Schaltschränken sitzen muss, sondern dass ich jetzt Musikunterricht geben darf.</p>
<p><strong>Und wie sind sie zum Unterrichtsfach DS gekommen?</strong></p>
<p>ALB: Ja, ich habe während des Studiums in Saarbrücken immer auch in der Opernklasse teilgenommen. Die Opernsänger*innen haben immer auch eine szenische Grundausbildung bekommen und da hatte ich Bock drauf. Ich habe da erste schauspielerische Erfahrungen sammeln können und das hat mir Spaß gebracht. Während der Gesangslehrerausbildung habe ich an etlichen Kursen teilgenommen und da dachte ich mir, &#8220;Das wäre eine schöne Ergänzung zum Fach Musik: Darstellendes Spiel.“ Hier an der Schule wird ja viel Theater gemacht und so habe ich durch diese zwei Jahre Zusatzausbildung die Unterrichtsbefähigung für Sek. II erlangen können.</p>
<p><b data-stringify-type="bold">Wenn Sie nicht Lehrer geworden wären, das haben Sie jetzt schon gesagt, wären Sie Gesangslehrer geworden?</b></p>
<p>ALB. Ja</p>
<p><b data-stringify-type="bold">Früher in Ihrer Schulzeit, waren Sie da auch in Arbeitsgemeinschaften? Oder war das eher außerschulisch, wenn Sie etwas Musisches gemacht haben?</b></p>
<p>ALB: Also, ich war ja an zwei Schulen. Wir sind einmal umgezogen, an der ersten Schule gab es keine AGs, an der zweiten Schule gab es dann eine Schulband, da habe ich Keyboard gespielt. Und es gab eine Badminton-AG, an der habe ich auch teilgenommen.</p>
<p><b data-stringify-type="bold">Machen Sie immer noch Sport?</b></p>
<p>ALB: Ja, ich habe zu Hause ein Rudergerät, ich laufe, gehe ab und zu ins Fitnessstudio, fahre Fahrrad, aber aktiv Sport im Verein mache ich nicht.</p>
<p><b data-stringify-type="bold">Sie tauchen in den Abizeitungen öfter in der Kategorie “best dressed” auf. Worauf achten Sie bei ihren Outfits?</b></p>
<p>ALB: <i data-stringify-type="italic">(Geräusche des angestrengten Denkens)</i> Worauf achte ich? Ich kaufe mir das, was mir gefällt, und zieh mich gerne nett an. Ich kaufe halt gerne Klamotten und Schuhe. Manchmal muss ich mich wirklich bremsen. Wenn ich erstmal losziehe, dann kaufe ich dies, dann kaufe ich das, dann geh ich da hin, dann dorthin und komme mit drei, vier, x Tüten nach Hause. Scheint irgendwie ein Zwang zu sein …</p>
<p><b>Wenn man viel auftritt, passiert auch mal was. Gab es einen peinlichsten Moment auf der Bühne?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">ALB: Jetzt bei mir oder bei denen, die ich betreut habe?</span></p>
<p><strong>Beides.</strong></p>
<p>ALB: Ja, klar, das gibt es ja ständig <i data-stringify-type="italic">(lacht wieder).</i> Das ist aber sehr selten. Also dass da nichts passiert ist, in dieser einen Sekunde, das kommt ganz selten vor. <i data-stringify-type="italic">(Einschub der Redaktion: Es geht hierbei um eine Patzer der Premiere von Odysseus Fährt Irr, wo ein Einsatz verpasst wurde und kurz Stille im Raum herrschte)</i>. Muss ja auch mal. <i data-stringify-type="italic">(lacht) </i>Als ich anfing zu singen zum Beispiel, gab es einmal in einem Konzert einen Moment, wo die Stimme im Solo versagte. Im Chor fällt das ja nicht so sehr auf, als Solosänger ist das natürlich schon doof, das fühlt sich nicht gut an. Und natürlich, wenn wir Musicals aufführen kann es immer mal wieder Momente geben, wo irgendetwas schiefgeht. Für mich ist das nicht peinlich, ich leide eher mit. Für denjenigen, dem es passiert ist, ist es vielleicht peinlich. Das ist ja auch total verständlich; man hat etwas geübt und vorbereitet und dann passiert etwas unvorhergesehenes.</p>
<p><b data-stringify-type="bold">Jetzt eine philosophische Frage: Was gehört in ein gutes Leben? </b></p>
<p>ALB: <i data-stringify-type="italic">(denkt)</i> Eine innere Zufriedenheit, ein inneres Wohlbefinden. Und wenn Du mich jetzt fragst, was in meinem Leben für Wohlbefinden sorgt, dann ist es Essen, gute Musik, Menschen die einem guttun, ein gutes Getränk, erfüllte Zeit, Muße, ja, sowas. Das macht für mich ein gutes Leben aus.</p>
<p><b data-stringify-type="bold">Machen wir mal ungefähr mit Wohlbefinden weiter: Urlaub. Wo fahren Sie gern hin? Garten?</b></p>
<p><i data-stringify-type="italic">(Anm. d. R: Der zuständige Redakteur wusste, dass Herr Albert u. a. sehr gern in seinem Garten arbeitet, deswegen der Fragezusatz.) </i></p>
<p>ALB: <i data-stringify-type="italic">(lacht wieder) </i>Ja, ohne Spaß. Das ist wirklich so, dass ich das zu Hause als so schön empfinden, dass ich auch gern mal im Garten Urlaub machen kann. Aber wenn Du mich jetzt fragst, wohin ich gerne fahre, dann würde ich schöne Städte, wo das Auge etwas Schönes zu sehen bekommt, nennen. Lissabon, Paris, Wien etc. Ich brauche schon etwas, was mein Auge irgendwie befriedigt. Das Meer und die Berge gehören auch zu regelmäßigen Urlaubstrips, wenn nicht gerade Corona dazwischen funkt. Ich war in den letzten zwei Jahren sehr dankbar, einen Garten zu haben.</p>
<p style="text-align: left;"><b data-stringify-type="bold">Gehen Sie im Urlaub dann auch in Theateraufführungen?</b></p>
<p style="text-align: left;">ALB: Ja. Das bleibt dann aber häufig im engeren [deutschsprachigen] Raum.</p>
<p style="text-align: left;"><b data-stringify-type="bold">Besonders in den Musiktheater- und Gesangs AGs fungieren Sie ja als Leiter bzw. Ansprechpartner. Wie kam es dazu (beim Großen Musicals fällt es ja an die Klassenlehrkraft des Musikprofils), dass Sie diese Aufgabe bekommen haben? </b></p>
<p style="text-align: left;">Ich habe das [Junge Musical] im Jahre 2009 oder 2010 das erste mal mit begleitet: Da bin ich von Frau Hoffmann und Frau Peters gefragt worden, ob ich einsteigen möchte, weil sie eben gesagt haben, dass ein Musiker dabei sein sollte. Ich habe das ein paar Jahre begleitet und irgendwann mal nicht mehr, weil eben andere Dinge anstanden. Irgendwann stand eine Schülerin vor mir und hat mich gefragt, ob ich das nicht wieder übernehmen wolle, und ich habe gerne ja gesagt. Aber ich wollte auch ein bisschen mitgestalten und das Fach &#8220;Darstellendes Spiel&#8221; stärker im Jungen Musical etablieren. Eben durch Bühnentrainingsgruppen und Fortbildungen fürs Regieteam. So ist das passiert.</p>
<p><b data-stringify-type="bold">Das hat dann etwas gebracht?</b></p>
<p>ALB: Ich habe ja den Vergleich und ich würde sagen, dass das schon eine neue Herangehensweise mit sich gebracht hat. Einerseits von einigen Regieteamern aus, die Darstellendes Spiel als Unterrichtsfach haben und das dann an die jeweiligen Trainingsgruppen weitergeben, andererseits gibt es hin und wieder einen Theaterpädagogen, der mit dem Regieteam arbeitet. Davon profitieren dann alle im Jungen Musical. Und es heißt übrigens &#8220;Das Junge Musical”</p>
<p><strong><i data-stringify-type="italic">Redaktion: &#8230; Da muss ich mal gucken, ob das auf der Website richtig steht … Wenn man das Interview jetzt liest und das nicht geändert ist, einfach die Homepage AG mit E-Mails vollballern &#8230;<br />
</i></strong><br />
<b data-stringify-type="bold">Es kam jetzt in diesem Musical vor, dass Sie eine kleine Rolle hatten, nicht notfallmäßig, weil jemand ausgefallen ist, sondern fest eingeplant. Kommt das (im Theater) öfter vor?</b></p>
<p>ALB: Das ist das erste mal, wo ich überhaupt Teil einer Vorstellung bin, sozusagen Premiere. Es ist schon wichtig, für mich, dass man als Leiter einer Musical-AG nicht persönlich auf der Bühne steht. Das ist im Darstellenden Spiel eigentlich ein No-Go. Der Spielleiter tritt nicht auf. Man kann das natürlich auch mal ein bisschen aufbrechen und auch nett aufbrechen. In „Paradise Of Pain” war Herr Hegge einmal der Tod auf der Bühne. Er entschied, wer in den Himmel und wer in die Hölle kommt. Das sind dann auch so Sachen, die lustig und durchaus machbar sind.</p>
<p><b data-stringify-type="bold">Gibt es denn Rollen, die Sie selbst gern gespielt hätten?</b></p>
<p>ALB: Wenn ich  unsere Musicals durchgehe, dann hätte ich schon einige, Kloppstock zum Beispiel oder Herr von Mehrwert wäre was, das sind so Rollen, da werde ich ein bisschen neidisch, die würde ich gern spielen. Hermes in „Odysseus“, aber auch Poseidon fände ich reizvoll.</p>
<p><b data-stringify-type="bold">Dann haben wir zum Schluss noch das berühmt berüchtigte Fragengewitter:</b></p>
<p><b data-stringify-type="bold">Tee oder Kaffee?</b></p>
<p>Kaffee.</p>
<p><b data-stringify-type="bold">Oper oder Musical?</b></p>
<p>Oper.</p>
<p><b data-stringify-type="bold">Lesen oder Musik hören?</b></p>
<p>Musik hören.</p>
<p><b data-stringify-type="bold">Frühaufsteher oder Langschläfer?</b></p>
<p>Langschläfer.</p>
<p><b data-stringify-type="bold">Im Urlaub: faulenzen oder entdecken?</b></p>
<p>Ein gesundes Verhältnis von beidem</p>
<p><strong>Redaktion: Gut, dann war es das. Viel Dank!</strong></p>
<p>ALB: Vielen Dank für das Gespräch.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><a href="https://katharineum.de/aktivitaeten/arbeitsgemeinschaften/website-team/"><em><span style="font-weight: 400;">Redaktion der Website</span></em></a></p>
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		<title>Unterm Kirschbaum mit … Frau Böhm</title>
		<link>https://katharineum.de/unterm-kirschbaum-mit-frau-boehm/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Florian Fust]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Apr 2022 04:30:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel-2022]]></category>
		<category><![CDATA[Unterm Kirschbaum mit...]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was unterrichten Sie und warum genau diese Fächer? Ich unterrichte Englisch und Französisch, denn Fremdsprachen sind die Möglichkeit, mich mit anderen Menschen aus anderen Ländern und anderen Kulturen zu unterhalten und ihnen auf diese Weise näher zu kommen. Das ist ein Grund und zum anderen: Ich habe während der sogenannten Lehrerschwämme studiert. Das heißt, es war nicht sicher ob, ich zu dieser Zeit eine Stelle als Lehrerin&#160;<a href="https://katharineum.de/unterm-kirschbaum-mit-frau-boehm/">&#8230;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Was unterrichten Sie und warum genau diese Fächer?</strong></p>
<p>Ich unterrichte Englisch und Französisch, denn Fremdsprachen sind die Möglichkeit, mich mit anderen Menschen aus anderen Ländern und anderen Kulturen zu unterhalten und ihnen auf diese Weise näher zu kommen. Das ist ein Grund und zum anderen: Ich habe während der sogenannten Lehrerschwämme studiert. Das heißt, es war nicht sicher ob, ich zu dieser Zeit eine Stelle als Lehrerin bekommen würde, und deswegen habe ich Sprachen gewählt, weil ich damit auch noch auf andere Berufe hätte ausweichen können, zum Beispiel Auslandskorrespondentin oder Übersetzerin.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Waren das auch Ihre Lieblingsfächer in der Schule?<br />
</strong><br />
Ich hatte in der Schulzeit eigentlich keine Lieblingsfächer. Mir hat die Schule allgemein Spaß gemacht. Ich hatte Lieblingslehrer und Lehrerinnen und deren Fächer haben mir dann natürlich auch mehr Spaß gemacht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wie lange unterrichten Sie bereits am Katharineum?<br />
</strong><br />
Da muss ich überlegen, weil ich an so vielen Schulen schon gearbeitet habe. Ich bin, glaube ich, seit 2006 hier am Katharineum.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wollten Sie schon immer Lehrerin werden?<br />
</strong><br />
Ja, aber ich hatte noch eine Alternative, das wäre nämlich, Kinderärztin zu werden. Da ich aber schon ab dem 14. Lebensjahr erfolgreich Nachhilfeunterricht gegeben hatte – ich hatte sehr viele Nachhilfeschüler – und diese sich alle verbessert haben, dachte ich: Ja, sicher ist Lehrerin der richtige Beruf für mich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Würden Sie den Beruf Lehrerin weiterempfehlen?<br />
</strong><br />
Ich würde eigentlich niemandem einen bestimmten Beruf empfehlen, weil da so viele persönliche Dinge eine Rolle spielen. Ich habe den Beruf sehr gerne gemacht, aber ich finde auch, ein Beruf ist eine Berufung und ich würde sagen: Jeder muss seinen Beruf so wählen, dass dieser Beruf ihn erfüllt, wenn er ihn ausübt, und dass er Spaß daran hat. Man sollte zufrieden sein, wenn man den Beruf, den man gewählt hat, ausübt. Und wenn das nicht der Fall ist, dann sollte man noch einmal umdenken.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Gibt es etwas an Ihrem Beruf, dass Sie gar nicht mögen?<br />
</strong><br />
Ja! Definitiv! (<em>alle lachen</em>) Also, das sind die Korrekturen! Und da insbesondere die Oberstufenklausuren. Ich korrigiere überhaupt nicht gerne! Ich würde lieber mehr unterrichten statt zu korrigieren. Ich warte auf die Erfindung, dass Computer das irgendwann mal alles korrigieren werden! (<em>lacht</em>) Und was ich auch nicht so gerne mag, ist Noten geben. Beim Korrigieren und beim Notengeben, habe ich immer das Gefühl, dass ich nicht gerecht bin und das auch nicht sein kann! Ich fände ein Schulsystem ohne Noten, in dem Schüler trotzdem viel lernen, wirklich optimal!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ist Ihnen eine Klasse in Erinnerung geblieben und wenn ja warum?<br />
</strong><br />
Eigentlich denke ich bei sehr vielen Klassen an besondere Dinge, die da passiert sind. Ich könnte jetzt aber nicht sagen, dass mir eine Klasse in besonderer Erinnerung geblieben ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Welches besondere Erlebnis aus dem Schulleben können Sie uns erzählen und warum ist es so besonders?</strong></p>
<p>Ehrlich gesagt, es gibt ganz viele besondere Erlebnisse. Ich bin jetzt seit 41 Jahren Lehrerin und da gibt es so einiges, was man erlebt, und sehr vieles ist besonders. Vieles sehr positiv, aber leider gibt es auch Trauriges und Problematisches, was man erlebt. Ein besonderes Erlebnis war, dass ich einmal eine Schülerin in meinem Skikurs hatte (Ich habe auch Skiunterricht erteilt, über 10 Jahre lang) aus der 10. Klasse, die keine Beine hatte. Das heißt, sie hatte Prothesen – sie konnte gut laufen, aber beim Skifahren ging das mit Prothesen nicht. Da saß sie auf einer Art ganz niedrigem Sitz, wie so eine Schale, und diese Schale hatte einen Ski unten dran, und sie hatte ganz kurze Skistöcke in den Händen und hat sich so den Berg hinunter manövriert. Für mich war das unglaublich, denn diese Schülerin war sehr gut integriert. Sie war immer gut drauf und das hat mir gezeigt, welche Stärke sie hatte, das Leben so zu akzeptieren, wie sie geboren war und das Beste draus zu machen! Das hat mich beeindruckt und das habe ich nie vergessen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mit welchen drei Worten würden Sie das Katharineum beschreiben?<br />
</strong><br />
Ich bin ja Sprachlehrerin und habe mir gedacht: drei Worte – ich mache ein Satz daraus:<br />
In. Ständiger. Bewegung.<br />
Und das sehe ich nicht nur intern, sondern auch extern, also auch baulich gesehen, da ist die Schule in ständiger Entwicklung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Inwiefern hat das Katharineum Sie verändert bzw. weitergebracht?<br />
</strong><br />
Was mich weitergebracht hat, sind zum einen Gespräche mit Kollegen und Kolleginnen, aber mich haben auch Schüler und Schülerinnen weitergebracht, zum Beispiel indem sie mir die neueste Technik erklärten, und dieses gegenseitige Lernen habe ich immer sehr geschätzt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was glauben Sie ist der Unterschied oder das Besondere zu anderen Schulen?</strong></p>
<p>Also ich sag es mal so, ich war an vielen Schulen, aber hier habe ich eine sehr disziplinierte Schülerschaft vorgefunden, in der die Schüler:innen größtenteils motiviert und engagiert sind. Es gibt sehr viele Zusatzangebote in den AGs und das finde ich auch sehr bemerkenswert!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Das Katharineum hat ja den Schwerpunkt auf dem altsprachlichen Zweig. Sehen Sie noch andere Schwerpunkte am Katharineum?</strong></p>
<p>Natürlich der neusprachliche Zweig! Ganz klar! Ich unterrichte ja Englisch und Französisch! Ich hatte als Schülerin Latein, aber ich habe das wieder abgegeben, um noch andere lebende Sprachen zu lernen. Also ich finde schon, dass es hier noch sehr viele Schwerpunkte gibt, zum Beispiel die Austauschprogramme. Ich finde aber auch die Kunst und Musik sehr interessant, insbesondere in der Musik die Musicals. Und zwar die Musicals, die von den Schüler:innen betreut werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was ist Ihr Lieblingsfest am Katharineum?<br />
</strong><br />
Oh … Mein Lieblingsfest … Ich finde einige Feste hier schön, unter anderem das Klosterfest. Aber wie ich eben auch schon sagte: Ich schau mir sehr gern die Musicals an! The Last Night of the Proms! Das zeigt mir die Schüler:innen von einer anderen Seite. Ich liebe auch die Abi-Entlassungsfeiern, obwohl sie manchmal mit ein bisschen Wehmut verbunden sind!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Sie unterrichten ja noch die Q2. Warum haben Sie sich genau für diese Klasse entschieden?<br />
</strong><br />
Man kann eigentlich nicht sagen, dass ich mich für eine Klasse entschieden hätte, die ich jetzt noch unterrichte. Herr Philippi hatte mich vor den Sommerferien gefragt, ob ich die damalige Q1 nach meiner Pensionierung weiter unterrichten wolle, denn sonst hätte noch mal ein Lehrerwechsel stattfinden müssen. Ich hatte einige Schüler und Schülerinnen davon schon seit der achten Klasse in der dritten Fremdsprache und ich wollte dann gerne diesen Kurs noch zu Ende führen, was mir auch viel Spaß bereitet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Und wird es nicht langweilig, die gleichen Themen immer wieder zu behandeln?<br />
</strong><br />
Absolut nicht! Die Themen sind alle so formuliert, dass sie zwar denselben Titel haben, dieselbe Überschrift, aber was man als Lehrer selbst daraus macht, das ist auch meine Freiheit und das finde ich auch schön an meinem Beruf! Ich kann immer andere Texte wählen, andere Lektüren. Das ist das eine, also es ist niemals dasselbe, und dann kommt noch hinzu, dass die Schüler und Schülerinnen anders reagieren, es sind andere Menschen und dadurch wird auch der Unterricht immer anders. Außerdem: Wenn ich mich in meinen eigenen Stunden langweile, dann habe ich irgendetwas falsch gemacht; dann stimmt etwas nicht! Und das Problem muss behoben werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Freuen Sie sich in den Ferien wieder auf den ersten Schultag? Oder freuen Sie sich mehr auf die Ferien?<br />
</strong><br />
Ich freue mich eigentlich schon auf den ersten Schultag, weil ich das schön finde, wenn die Schüler und Schülerinnen rufen „Hello, Mrs Böhm!“ oder dann „Guten Morgen, Madame Böhm!&#8221; Wie auch immer. Allerdings bin ich eigentlich eine absolute Nachteule. Und wenn ich dann am ersten Schultag zur ersten Stunde Unterricht habe, finde ich das weniger schön. <em>(lacht)</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was oder wen werden Sie vermissen, wenn Sie das Katharineum verlassen?<br />
</strong><br />
Ja … ganz sicherlich die Schüler und Schülerinnen! Aus eben genanntem Grund, denn es ist einfach schön, diese jugendliche Frische hier zu erleben! Und natürlich auch die Gespräche mit Kollegen und Kolleginnen im Lehrerzimmer. Definitiv werde ich nicht die Korrekturen vermissen! 😉 (<em>alle lachen</em>)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: right;"><em>Redaktion des <a href="https://katharineum.de/aktivitaeten/arbeitsgemeinschaften/website-team/">Website-Teams</a></em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://katharineum.de/unterm-kirschbaum-mit-frau-boehm/">Unterm Kirschbaum mit … Frau Böhm</a> erschien zuerst auf <a href="https://katharineum.de">Katharineum zu Lübeck</a>.</p>
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