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	<title>Lehrer Archive &#8211; Katharineum zu Lübeck</title>
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	<title>Lehrer Archive &#8211; Katharineum zu Lübeck</title>
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		<title>Wissenswertes: Die Chemieräume als Lehrerwohnungen?</title>
		<link>https://katharineum.de/wissenswertes-die-chemieraeume-als-lehrerwohnungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Clara Edner]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Mar 2021 06:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel-2021]]></category>
		<category><![CDATA[Chemie]]></category>
		<category><![CDATA[Katharineum]]></category>
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		<category><![CDATA[Schulgeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unsere Schule hat eine so lange und interessante Geschichte und die meisten wissen wahrscheinlich, dass unsere Schule auch mal ein Kloster war. Doch dahinter steckt noch so viel mehr. Wer hätte geahnt, was alles über die vielen Jahre in den heutigen Chemieräumen passierte, und dass diese sogar mal als Lehrerwohnungen dienten? Ein Bericht von 1837 erzählt von Unruhen und Aufständen&#160;<a href="https://katharineum.de/wissenswertes-die-chemieraeume-als-lehrerwohnungen/">&#8230;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Unsere Schule hat eine so lange und interessante Geschichte und die meisten wissen wahrscheinlich, dass unsere Schule auch mal ein Kloster war. Doch dahinter steckt noch so viel mehr. Wer hätte geahnt, was alles über die vielen Jahre in den heutigen Chemieräumen passierte, und dass diese sogar mal als Lehrerwohnungen dienten?</p>
<p>Ein Bericht von 1837 erzählt von Unruhen und Aufständen nach der Reformation von 1517, weshalb es zu dieser Zeit weniger Schüler als zuvor gab.<i> </i>Nach 30 Jahren, in denen das Gebäude in vielen Teilen leer gestanden hatte, beruhigte sich auch die politische Lage wieder und es gab zwei neue Klassen, die einen neuen Lehrer und somit auch eine neue Lehrerwohnung erforderten. Nicht nur durch die Lehrerwohnung wurde mehr Platz genutzt, auch die Bibliothek weitete sich aus.</p>
<p>In einem früheren Bericht aus dem Jahre 1764 erfahren wir, dass die Rektorenfamilie im Ostflügel lebte. Es war die Familie des Rektors Overbed, der seit 1763 Rektor war. Dort lebte der Rektor mit Frau und Kind. Die Wohnräume belegten die heutigen Chemieräume: Küche, Diele, Speisekammer und eine kleine Kammer, die wegen der Größe unbewohnbar war, lagen unten, wobei ein Zimmer zum Präsentieren<em> </em>blieb. Dieser Raum war schön eingerichtet und diente als Beispiel, wie es den Lehrern ergehen würde, wenn sie dort wohnen würden. Die Familie lebte aber auch teilweise im oberen Geschoss. Dort fand man eine Bücherkammer und vier weitere kleine Zimmer, die alle nur schwer beheizbar waren. Die Kamine wurden schon Jahre vorher zugemauert. In den vier Zimmern lag das Studierstübchen über der Küche am Kamin mit einem undichtem Fenster, daneben das Rektorenschlafzimmer, die Privatstube und eine Art Kajüte mit schräger Wand; dort schliefen früher Schüler. Man kam über eine „Windeltreppe“ nach oben. Sie befand sich in einem „turmartigem Bretterverschlag“ auf der Hofseite.</p>
<p>Die Räume des Ostflügels wurden alle um 1320 erbaut. Der Kreuzgang allerdings wurde erst nachträglich errichtet und gehörte früher zum Klosterhof. Der Raum 019, also der Raum links neben unserem Chemiehörsaal, ist eine ehemalige Sakristei. Man hat also früher die Gottesdienste dort vorbereitet, weswegen dieser Raum auch bis 1515 einen Durchgang zur Kirche bot.</p>
<p>Unser heutiger Chemiehörsaal diente im Kloster als Auditorium: Die Mönche machten Hand- und Schreibarbeiten, und so war dies war ein Raum, in dem man sprechen durfte. Im Boden dieses Raumes findet man sogar eine eingelassene Grabplatte eines Mönches. 1794 ist der Raum eingestürzt, weil die damalige Mittelstütze das Gewölbe nicht aushielt.</p>
<p>Wann die Trennwand zu 017 gebaut wurde, ist unbekannt; die erste Aufzeichnung der Wand datiert vom Jahr 1832. Wie alle anderen Räume, um die es in diesem Artikel geht, wurde auch dieser Raum in den Jahren 1892-1925 der Stadtbibliothek überlassen, gehörte dann wieder der Schule und wurde noch in jenem Jahr als Chemieraum eingerichtet.</p>
<p>Der Chemievorbereitungsraum wurde kurzzeitig einem Verein für Kleidung bedürftiger Kinder überlassen. In der Zeit, in der die Stadtbibliothek diesen Raum benutzte, wurde eine Treppe gebaut, die danach als überflüssig erschien und abgerissen wurde. Bis 1850 war auch dieser Raum eine Lehrerwohnung. In alten Dokumenten wurde beispielsweise aufgezeichnet, dass diese Wohnung vom Lehrer Herr Wehrmann und seiner Frau bewohnt wurde.</p>
<p>Der Chemieübungssaal war ein Lektorium, der Raum, der für Versammlungen genutzt wurde. Schließlich wurde dies die Wohnung des Lehrers Bandelin und stand nach seinem Ausscheiden aus dem Schuldienst Jahre lang leer. Weitere Wohnungen waren die des Herrn Goldenbaum in einem kleinem Haus direkt an der Kirche, das jedoch 1873 abgerissen wurde, und die des Herrn Poser, der im Hospitalbau lebte. Der Hospitalbau ist allerdings 1875 abgebrochen worden und kann daher in unserem Gebäude heute nicht mehr wiedergefunden werden.</p>
<p>Die Lehrerwohnungen wurden aber nicht wahllos vergeben. Am 10. September 1837 schrieb der damalige Direktor an den Syndikus des Herrn Dr. Curtius, also den Mann, der den Doktoren pflegte. Dieser hatte nämlich eine Augenkrankheit und drohte zu erblinden. Er hatte 12 Kinder, von denen 6 noch zu Hause wohnten. Curtius war hoch angesehen in der Schule und hatte viel für diese getan. Der Mann wohnte also mit sieben weiteren Personen in einer kleinen Wohnung und der Direktor wollte ihm etwas Gutes tun. Angst vor Missachtung spielte dabei aber auch eine Rolle, es gab nämlich schon früher Probleme wegen der „gehässigen Opposition“, weil das Gebäude dem Senat angehörte. Wenn dem Senat nicht gefiel, wie dieses Gebäude genutzt wurde, hätte es Auseinandersetzungen gegeben oder vielleicht das Verbot, das Gebäude zu nutzen, was die Schule offensichtlich vermeiden wollte. In diesem Brief schlug der Direktor dem Syndikus also vor, sich eine Wohnung in der Schule zu nehmen.</p>
<p>Es ist immer wieder interessant, herauszufinden, wie und wo die Menschen damals lebten. Aber dass auch Lehrer unserer Schule einmal im Katharineum zuhause waren, hätten wohl die Wenigsten gedacht. Falls ihr noch mehr über unsere Schulgeschichte erfahren wollt, schaut doch mal bei unseren anderen Wissenswertes-Artikeln oder auf unserer Homepage unter <a href="https://katharineum.de/unsere-schule/aus-der-geschichte-der-schule/">Schulgeschichte</a> vorbei.</p>
<p style="text-align: right;"><em>Redaktion des Website-Teams</em></p>
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		<title>Interview mit Frau Feller</title>
		<link>https://katharineum.de/interview-mit-frau-feller/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Florian Fust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Jun 2020 08:51:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel 2020]]></category>
		<category><![CDATA[Corona]]></category>
		<category><![CDATA[Frau Feller]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrer]]></category>
		<category><![CDATA[Sabbatjahr]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Interview mit Frau Feller haben wir per Videotelefonat noch vor den Lockerungen der Corona-Maßnahmen geführt, weshalb auch das Bild unter dem Kirschbaum fehlt. Trotz allem hatten wir ein sehr interessantes Interview und wünschen viel Spaß beim Lesen! &#160; Seit wann sind Sie als Lehrerin tätig und wann sind Sie ans Katharineum gekommen? Mein erstes Dienstjahr war 1985 und am&#160;<a href="https://katharineum.de/interview-mit-frau-feller/">&#8230;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Das Interview mit Frau Feller haben wir per Videotelefonat noch vor den Lockerungen der Corona-Maßnahmen geführt, weshalb auch das Bild unter dem Kirschbaum fehlt.</em></p>
<p><em>Trotz allem hatten wir ein sehr interessantes Interview und wünschen viel Spaß beim Lesen!</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Seit wann sind Sie als Lehrerin tätig und wann sind Sie ans Katharineum gekommen?</b></p>
<p>Mein erstes Dienstjahr war 1985 und am Katharineum bin ich seit 2008. Das ist jetzt das 12. Dienstjahr hier.</p>
<p><b>Wollten Sie schon immer Lehrerin werden?</b></p>
<p>Nein, aber als ich dann Abitur hatte, war es eigentlich relativ schnell klar, dass ich Lehrerin werde. Vorher hatte ich noch ganz viele andere verrückte Tätigkeitsberufe, Ausbildungsberufe sagt man ja heute, im Kopf.</p>
<p><b>Was fasziniert Sie an Ihren Fächer (Mathematik, Physik und Informatik) am meisten?</b></p>
<p>Die Rationalität, also es sind halt Naturwissenschaften. Als junges Mädchen fand ich das viel überschaubarer als die Gesellschaftswissenschaften, wo man so viel Deutungsspielraum hat, und das liebe ich an den Naturwissenschaften, dass das da klar geregelt ist.</p>
<p><b>Letztes Jahr haben Sie dann ja ein Sabbatjahr gemacht. Haben Sie das lange vorher geplant oder hat sich das eher spontan ergeben?</b></p>
<p>Also, wie gesagt, wir sind ja 2008 nach Lübeck gekommen und ich war da schon ziemlich erwachsen, als ich in Lübeck anfing, Lehrerin zu sein. Das war eine sehr schöne Zeit, in Lübeck noch einmal ganz etwas Neues auszuprobieren, weil es am Katharineum eben auch eine andere Atmosphäre ist als an meiner alten Schule – anders, nicht besser oder nicht schlechter, anders – und dann haben wir uns nach einer, ich sage es ruhig, nach einer kleinen Lebenskrise 2012 dazu entschlossen, dieses Sabbatjahr anzusparen. Das dauert ja auch ziemlich lange, ehe man dieses Jahr Freistellung dann zusammen hat. Als ich mich entschieden habe, das Sabbatjahr anzusparen, war mir gar nicht klar, was ein Sabbatjahr bedeute. Ich habe einfach gesagt: Ja klar, machen wir das mal und dann schauen wir.</p>
<p><b>Womit haben Sie sich während des Jahres beschäftigt?</b></p>
<p>Also wir haben das Jahr wirklich zum Reisen und „die Welt Kennenlernen“ genutzt. Wir haben vor allen Dingen Urlaube gemacht, die man als Lehrer schlecht machen kann, weil man zu der Zeit keinen Urlaub hat. Wir haben also eine Polarlichterreise im November gemacht. Für Polarlichter ist November zwar nicht unbedingt der ideale Zeitraum, aber da haben wir gesagt, das machen wir trotzdem und im November verreist eigentlich kein Lehrer. Dann waren wir im Januar in Melbourne bei den Australian Open, weil wir beide ein bisschen „sporteventverrückt“ sind und uns gerne wirklich Sportevents anschauen. Kein Lehrer kann im Januar nach Melbourne. Das sind also solche Sachen, da haben wir ganz bewusst versucht, das wirklich so zu organisieren, dass wir uns viele Wünsche erfüllen können, die in den Ferien nicht zu erfüllen sind.</p>
<p><b>Welcher war Ihr Lieblingsort von allen besuchten Ländern?</b></p>
<p>Das ist ganz, ganz, ganz, ganz eindeutig: Neuseeland. Wenn ich als junger Mensch in Neuseeland gewesen wäre und diese Art des Urlaubs dort in Neuseeland gemacht hätte, hätte mir Neuseeland gefährlich werden können, um auszuwandern. Ich kann gar nicht sagen, wo ich anfange und wo ich aufhöre, wenn ich über Neuseeland schwärme.</p>
<p><b>Welches Land hätten Sie vielleicht noch gerne besucht?</b></p>
<p>Wir sind ja auch mit unserem VW-Bus sehr viel in Europa unterwegs gewesen und eigentlich hatten wir noch die Atlantikküste von Frankreich geplant, also dass man im Prinzip über die Niederlande nach Frankreich fährt und dann an der Atlantikküste dort unterwegs ist. Aber das haben wir dann gestrichen, weil das zeitlich nicht zu machen war und wir gesagt haben, das kann man auch im Sommer machen, also wenn man Ferien hat. (<em>überlegt</em>) Nein, ich kann kein Land sagen, weil wir so viele verschiedene Sachen gesehen und erlebt haben und es wäre nur etwas ganz Neues und das kann ich nicht sagen, weil ich das nicht kenne, so weiß ich nicht, ob ich es vermisse.</p>
<p><b>Was war Ihr Lieblingsereignis oder ist Ihre Lieblingserinnerung aus dem Jahr?</b></p>
<p>Die absolute Freiheit. Wie gesagt, wir waren sehr viel mit dem Campingbus unterwegs, also in Neuseeland natürlich mit einem Gemieteten, auf unseren verschiedenen Europatouren mit unserem eigenen Campingbus, und dieses wirklich vor dem Bus Sitzen und nichts tun und von nichts gejagt werden, auch im Kopf nicht gejagt werden: Du müsstest aber noch …, du müsstest aber noch …, du müsstest aber noch …; sondern wirklich dieses „entspannt Sein“ und diese Einfachheit, die man auf den 6qm in so einem Bus dann zur Verfügung hat; die reicht. Das ist meine schönste Erinnerung.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b>Würden Sie ein solches Jahr oder generell das Reisen weiterempfehlen?</b></p>
<p>Also das Reisen auf jeden Fall, weil man – mir geht es jedenfalls so – globale Zusammenhänge erst richtig erkennt, wenn man wirklich diese Entfernung, diese anderen Länder, diese anderen Menschen kennengelernt hat. Ganz oft haben wir auch Situationen erlebt, die wir mit großem Respekt beobachtet haben, die an andere fremde Orte gehören, aber wenn das bei uns passieren würde, wäre es befremdlich. Das war zum Beispiel als wir in Marrakesch unterwegs waren. Da gab es so eine Situation, wo eine Menge junger Männer durch diese Souks zog und laut sprach und klatschte. Das war für den Ort da ja normal, da hat keiner Notiz von genommen, aber für uns war das halt ein bisschen befremdlich, weil das nicht etwas ist, was wir nachvollziehen können. Ich finde das mit dem Weiterempfehlen immer sehr, sehr schwierig. Es gibt nur wenige Menschen, wo ich sage: Ja, denen würde ich das genauso weiterempfehlen. Also wenn man zum Beispiel mit einem Camper in Neuseeland unterwegs ist, dann muss man schon die Einfachheit mögen, man muss also campen können. Wer jeden Tag rund um die Uhr eine heiße Dusche braucht, weil das eben zu seinem Wohlfühlen gehört, also das ist jetzt nicht böse gemeint, dem wird das schwerer fallen. Deswegen ist es extrem schwierig, das zu empfehlen, aber reisen, ja, reisen würde ich empfehlen. Ich möchte aber auch sagen, dass ich jetzt in der Coronazeit extrem dankbar bin, dass ich das Fernreisen hinter mir habe, weil ich weiß, dass ich meine Fernflugreisen nur noch ganz gezielt einsetzen werde. Ich behaupte nicht, dass ich in Zukunft nicht mehr reisen beziehungsweise nicht mehr fliegen werde, das behaupte ich nicht, aber ich werde wirklich gezielt hingucken, wann will ich wirklich ein Reiseziel ansteuern, zu dem ich fliegen muss.</p>
<p><b>Das war schon die perfekte Überleitung zur nächsten Frage! </b><b>Jetzt ist dieses Jahr ja ein deutlicher Kontrast zu Ihrem Letzten. Wie kommen Sie denn mit der aktuellen Situation zurecht?</b></p>
<p>Ich bin so, so dankbar. Ich habe das Sabbatjahr gehabt: Manchmal erinnere ich mich daran: O Gott, wo war ich jetzt eigentlich vor einem Jahr. Hätte ich da überhaupt hin gekonnt? Wäre ich von da nach Hause gekommen? Hätte man mich ausfliegen müssen? Also das überlege ich manchmal, das schiebe ich aber ganz schnell weg, weil einfach keine Zeit ist für &#8220;hätte, wenn und aber&#8221;. Ich bin sehr dankbar, dass das jetzt alles so ist, wie es jetzt ist, also dass ich wieder hier bin, dass ich versuche, meine Arbeitskraft, meine Ideen, meine Arbeit, die ich leisten kann, auch zu leisten. Ich fühle mich aber manchmal verloren, wenn es darum geht, wirklich systemrelevante Solidarität zu üben.</p>
<p><b>Was genau meinen Sie mit systemrelevanter Solidarität?</b></p>
<p>Naja, systemrelevante Solidarität, damit meine ich eigentlich nicht einfach nur Solidarität, zum Beispiel mit meiner Mutter, der ich helfe, sondern dass ich eben wirklich darüber nachdenke, bei meinem nächsten Friseurbesuch den doppelten Preis zu bezahlen, weil ich ja einmal Friseur ausgelassen habe; dass ich Hochachtung vor meinem Sohn habe, der sein Festivalticket voll gespendet hat, obwohl der auch nicht so viel Geld hat. Also ich weiß nicht, ob das schon systemrelevant ist, diese Solidarität mit Menschen zu haben, denen es sehr viel schlechter geht, die nach Corona zu den Verlierern gehören werden oder sehr, sehr hart kämpfen müssen, nicht zu den Verlierern zu gehören. Das macht mich ein bisschen ungeduldig und nachdenklich.</p>
<p><b>Haben Sie aus der Coronazeit etwas gelernt bzw. Nehmen Sie etwas daraus mit?</b></p>
<p>Mitnehmen werde ich auf alle Fälle, dass eine Krise noch einmal eine besondere Herausforderung an jede Persönlichkeit stellt. Es ist wirklich so, dass man manchmal über sich selbst erschrocken ist, weil man in einer Krisensituation anders handelt, als man sonst handeln würde. Dieses „Ich kann mir vorstellen, wie es dir geht“, diesen Satz, den mag ich eh nicht, weil es immer alles individuell ist, und das finde ich gerade sehr, sehr anstrengend. Es geht mir nochmal sehr unter die Haut, dass also jeder seinen eigenen Blick hat.</p>
<p><b>Worauf freuen Sie sich am meisten wenn die Welt wieder zur Normalität zurückkehren wird?</b></p>
<p>Auf meine Enkelin. Also mein Sohn ist sehr streng, was die Kontaktbegrenzung angeht. Wir haben natürlich digitalen Kontakt, das ist klar, aber so diesen persönlichen Kontakt, weil wir nicht in einem Haushalt leben. Damit muss ich umgehen, es ist seine Tochter und es ist auch seine Verantwortung, die er da wahrnimmt, und das fällt mir sehr schwer; auf sie freue ich mich.</p>
<p><b>Möchten Sie Ihren Schülerinnen und Schülern zum Abschluss noch etwas mit auf den Weg geben?</b></p>
<p>Ich freue mich auf euch! Das ist auch wirklich etwas, was ich gelernt habe, wie sehr ich meinen Beruf liebe. Manchmal habe ich ja auch so gesagt: Oh, ich wäre gerne Schulmanagerin geworden, also alles zu managen, was in der Schule so anliegt, aber in diesen Zeiten merke ich ganz deutlich: Ne, ne, ich bin sehr gerne an der Tafel (lacht).</p>
<p><strong>Vielen Dank für das Interview!</strong></p>
<p style="text-align: right;"><em>Redaktion des Website-Teams</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://katharineum.de/interview-mit-frau-feller/">Interview mit Frau Feller</a> erschien zuerst auf <a href="https://katharineum.de">Katharineum zu Lübeck</a>.</p>
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