logo

Wissenswertes: Keller – ein Versteck, tausend Möglichkeiten

Frühere Techniker, basarvorbereitende Schüler:innen oder fachkundige Höhlenmenschen wissen, wovon ich rede. Die Gewölbeanlagen unter unserer ehrwürdigen Schule ähneln einer Hydra: Wo eine Tür geöffnet wird, folgen zwei weitere, mindestens…

Unsere Führung beginnt mit jener Tür, die sich grau und unscheinbar in der Nähe des neuen Wasserspenders befindet. Die Ausmaße dahinter sind kaum vorstellbar, um die 40 Meter Tunnel liegen verborgen vor täglich vorbeischreitenden Katharineern.

Die Treppe hinunter gehend, sich an die modrige, kühle Atmosphäre gewöhnend, muss man sich erst einmal orientieren. Welche der fünf Türen erscheint denn am sehenswürdigsten?

Die erste ist angelehnt und führt den Blick des Neugierigen zu den riesigen Klopapiervorräten unserer Schule. Leicht ernüchternd, ABER der Raum dahinter ist derselbe, den man durch die rechte Kellertür bei den Schüler:innentoiletten vorfinden würde. Wer also einmal Putzkräfte erschrecken möchte…

Als nächstes wählt man vielleicht schon die ebenfalls moderne, graue Tür mit dem geheimnisvollen Gang. Zuerst jedoch betritt man eine kleine Werkstatt, die wegen der modernen Brandmeldezentrale allerdings kaum noch von den Hauswarten als diese genutzt wird. An den Arbeitstischen vorbei gelangt man dann schon in einen älteren Bereich, hier lagern alte und neue Ziegel. Will man Herrn Funk hier glauben, sind sie wohl ziemlich wertvoll und deshalb so streng gehütet 🙂 Doch auch hier ist der Keller noch nicht zu Ende. Kleine, krumme Stufen hinauf gelangt man in einen etwa 10 Meter langen, kleinkindhohen Schacht. Eine Taschenlampe und das sich Bücken wird vonnöten sein. Mit leichtem Spannungsgefühl kann man am Ende dieses Ganges einen mit Eisenstangen verriegelten, düsteren kleinen Raum ausmachen, verdreckt, dunkel und sehr geheimnisvoll.

Leider lassen sich keine Rückschlüsse auf die ursprünglichen Verwendungszwecke der Kellerräumlichkeiten schließen, da sich aus unerklärlichen Gründen keine Aufzeichnungen auffinden lassen. Ein Verließ, ein Hühnerstall oder ein Abstellraum – man mag es nicht mehr deuten…

Nachdem man wieder im Lampenlicht steht, fallen einem die zugemauerten Wände im Lagerraum gleich doppelt auf. Gab es auch hier einmal Gänge? Bestimmt, aber auf Grund der Brandschutzverordnung von 2018 wurden die meisten dieser Kriechschächte versiegelt, zu unserem Leid. Wer weiß schon, ob man nicht vielleicht die ein oder andere Mumie, Pergamentrolle oder auch einen schlafenden Vampir aufgestöbert hätte? Alles denkbar bei solchen Gemäuern, doch spannende Schauergeschichten gibt es leider nicht zu berichten. Waren alle wirklich so regeltreu bis jetzt oder ruhen die Geheimnisse noch ungelüftet? Spurensucher, ihr könnt aktiv werden! Allerdings würde sich die Arbeit wahrscheinlich eher auf Archivumwelzungen als aufs Fährtenlesen beschränken…

Die nächste Tür birgt allerdings viel mehr, als ihr braver mindgrüner Anstrich vermuten ließe. Abgesehen von der hochtechnisierten Brandschutztechnik kann man über eine Geheimtreppe im hinteren Abteil zur Kirche gelangen. Früher sogar ein gern benutzter Aufgang der Technikleute.

Apropos Technik: Wer sich immer mal gefragt hat, wo das Klingeln der Schuluhr gesteuert wird, der muss all die Treppen wieder hinaufsteigen, sich zum Kreuzgang wenden und die erste weiß spiegelnde Tür hinter den Treppen zum ersten Stock wahrnehmen. Ja hier, in dem winzigen Kämmerchen wird so mancher Schicksalsschlag bestimmt bzw. angestimmt 🙂

Nun könnte man denken, dass die Führung schon beendet ist, doch nicht zu schnell: Sind euch denn nie die Türen links und rechts des Turnhofeingangs ins Auge gefallen?

Eben diese beherbergen das wichtigste Gut, unsere Luft. Naja zumindest die Lüftungschächte, sowohl zur Chemie als auch weitreichender. Diese glitzernden Aluminiumrohre durchziehen den tiefgelegten Raum wie Adern; wir befinden uns hier jeweils unter dem Chemiehörsaal oder dem Chemieübungsraum. Außer in die Wand gebohrte Löcher für eben diese Rohre und ebenfalls zugemauerten Wänden gibt es hier leider weniger Spannendes zu vermelden.

Aber bei einem so alten ehemaligen Klostergebäude kann man sich kaum vorstellen, dass es nicht immer noch mehr zu entdecken gibt, zumindest für einen phantasievollen Geist!

Ein großes Dankeschön an Herrn Funk, der uns durch diese Keller geführt hat. Es war sehr interessant!

Redaktion des Website-Teams