Städtisches Gymnasium für Jungen und Mädchen mit altsprachlichem Zweig | seit 1531

Unterm Kirschbaum mit … Herrn Kaffka

Welche Fächer unterrichten Sie und warum haben Sie sich für diese entschieden?

Biologie, Latein und Griechisch – als erstes habe ich mich für Latein entschieden, weil mich dieses Fach eigentlich schon gereizt hat, bevor ich es hatte. Ich habe mich damals für Französisch als zweite Fremdsprache entschieden, fand aber da den Klang von Latein schon sehr schön und interessant. Ich wollte im Laufe meiner Schulzeit ganz verschiedene Fächer studieren, dann wurde aber relativ schnell klar, dass es Latein sein muss, weil ich die Texte und das Übersetzen, bzw. alles an diesem Fach einfach liebe. Erst wollte ich dazu noch Geschichte und Bio studieren. Aus rein organisatorischen Gründen habe ich dann erst mit Bio angefangen.

Das wurde schnell auch zu einer Leidenschaft, weil es einfach herrlich ist, so viel draußen zu sein und so viel mit der Natur arbeiten zu dürfen. Schon im ersten Semester wurde mir aber klar, dass alle drei zu viel werden, weswegen ich den Plan, Geschichte zu studieren, verworfen habe. Griechisch kam dann aber erst später. Ich musste und durfte Griechisch im Lateinstudium nachholen. Im Referendariat war es dann so, dass in meiner Ausbildungsschule mein Mentor derjenige war, der das Fach als letztes dort unterrichtet hat und somit wurde mir klar, dass, wenn Griechisch nicht weiter unterrichtet wird, es ausstirbt. Da ich sowieso Griechisch für das Lateinstudium belegen musste, sah ich das als eine ganz schöne Aufgabe an, dieses schöne Fach aufrechtzuerhalten.

 

Wie lange unterrichten Sie schon am Katharineum?

Ich glaube 7 Jahre.

 

Wo haben Sie studiert?

Ich habe in Hamburg studiert.

 

Was wollten Sie als Kind werden oder war Lehrer schon immer Ihr Traumberuf?

Bis zur achten Klasse hatte ich alle zwei Jahre einen neuen Berufswunsch. Mein erster Berufswunsch war mit ungefähr vier Jahren Naturschützer, weil mir jemand gesagt hatte, dass ich Sternzeichen Schütze bin. (lacht) Vor dem Lehramt war es auch eine lange Zeit lang Architekt, was ich zum Glück nicht geworden bis, das wäre nichts für mich gewesen. (lacht) Aber ab der achten Klasse war es dann wirklich Lehrer, nur in der Oberstufe dachte ich zwei Wochen: “Vielleicht lieber Förster”; das habe ich dann aber doch wieder verworfen.

 

Gab es einen Schlüsselmoment, in dem Sie genau wussten, dass es Lehrer sein soll?

Das hat sich eher entwickelt. Mir hat Schule einfach immer Spaß gemacht, und die Vorstellung selbst mit Kreide schreiben zu dürfen – damals gab es ja noch Kreide – war der erste Anreiz und später wurden es dann noch wichtigere Gründe.

 

Was finden Sie am Katharineum besonders toll?

Oh … Ich finde diese Schule hat durch ihr Alter und das Gebäude schon eine unheimliche Ausstrahlungskraft und einen starken Charakter, das ist das, was mich hergezogen hat. Aber jetzt, wo ich hier schon so lange unterrichten darf, sind es die Schüler:innen, die hier eine sehr sympathische Mischung bieten.

 

Gibt es etwas, dass Ihnen am Katharineum nicht so gefällt?

Das ist schwer. (lacht) Wenn, nur Kleinigkeiten.

 

Was ist Ihr Lieblingsort im Katharineum?

Also, der Klosterhof rangiert weit oben. Die Bioräume sind schön. (lacht) Ich mag außerdem unheimlich gerne durch den Kreuzgang laufen. Das hat mir damals schon so gut gefallen. Ich war ja Ernestinenschüler und hatte am Katharineum aber den Latein-Leistungskurs; da bin ich immer hier durchgelaufen. Und die Schülerbücherei, mittlerweile Lektorium. Ja, die ist auch noch weit oben!

 

Waren Sie in Ihrer Schulzeit ein Musterschüler?

Ja, würde man wohl so sagen. Obwohl, was versteht man denn eigentlich unter Musterschüler? Also, ich war brav und auch nicht schlecht. (lacht)

 

Was war Ihr lustigstes Erlebnis mit Schüler:innen oder die beste Ausrede für nicht gemachte Hausaufgaben?

Sowas kann ich mir immer schlecht merken. Währenddessen freue ich mich tierisch (lacht), aber das bleibt immer nicht so hängen bei mir.

 

Worauf freuen Sie sich morgens, wenn Sie zur Schule fahren?

Das ist sehr unterschiedlich. Also, wenn ich zum Beispiel was Neues ausprobieren möchte, dann bin ich ganz gespannt, wie die Schüler:innen darauf reagieren und damit umgehen, und hab’ die Hoffnung, dass es dann Spaß macht. Heute zum Beispiel hatten wir Bestimmungsübungen. Da freu’ ich mich sowieso jedes Mal drauf, weil ich dabei selbst immer noch was lerne. Also, ich freu’ mich besonders dann, wenn ich die Hoffnung habe, dass da gute Stunden bei herumkommen.

 

Was ist Ihr Lieblingsthema in einem Ihrer Fächer?

Also, grundsätzlich hab ich in meinen Fächern kein Thema, dass ich gar nicht mag. Aber es ist schon so, dass sich der Schwerpunkt Ökologie und Evolution in Biologie über die Jahre herauskristallisiert hat. In Latein ist es immer ein Tick mehr die Dichtung.

 

Welche Momente als Lehrer sind für Sie die schönsten?

Aha-Momente bei den Schülern. Also, wenn ich merke, dass es irgendwo Klick gemacht hat. Egal, ob es eine Schwierigkeit war, an der wir lange gearbeitet haben, und dann irgendwann dieser Moment kommt: Ah, jetzt habe ich es verstanden. Oder wenn ich so einen problemorientierten Unterricht habe, wo ich dann am Anfang irgendein Problem aufbaue und dann irgendwann alle sagen: Ahhh! (lacht) Oder auch, wenn ich selbst irgendwas verstehe. Ja, also verstehen macht mir tierisch Spaß und ich sehe das gerne, wenn andere was verstehen.

 

Wie sind Sie auf die Idee gekommen die Wald- und Wiesen-AG zu gründen?

Ich habe besondere Freude daran, die Arten kennenzulernen. Das war zum Beispiel ein Schlüsselmoment in meinem Studium: Ich war auf einer botanischen Exkursion und da haben wir uns Ahorn angeguckt und dabei habe ich gelernt, dass es nicht nur einen Ahorn gibt. Für mich war Ahorn immer Ahorn und dann sehe ich auf einmal, hier wachsen drei verschiedene: Spitzahorn, Bergahorn und Feldahorn. Das ist auch meistens das Beispiel, das ich im Unterricht verwende, also viele, die mich haben, kennen das wahrscheinlich auch schon. Aber da wurde für mich einfach klar, dass man erst durchs genaue Hinsehen und durch das Bestimmen von Arten wahrnimmt, wie vielfältig unsere Natur hier vor Ort ist und was es hier alles gibt, und das ist das, was ich eben sagte mit den Bestimmungsübungen. Was man da dann alles entdeckt. Also gerade eben hatten wir wieder so einen kleinen Egel. Bei Egeln denkt man ja immer an so einen großen Blutegel, aber es gibt eben auch ganz kleine.

Das war jetzt vielleicht nicht das hübscheste Beispiel, aber es gibt auch sehr viele schöne und hübsche Beispiele wie Schmetterlinge. Es ist einfach immer wieder irre, was es hier gibt und ich selbst lerne fast jedes Jahr eine Art kennen, wo ich denke: Wow, wie schön ist das denn!
Und das möchte ich gerne in einer AG weitergeben. Da habe ich zum Beispiel den gefleckten Pinselkäfer das erste Mal kennengelernt, als wir hier am Kanal waren. Würde ich mal nachschauen, ist hübsch! (lacht)

 

Wie lange sind Sie schon beim Bund der Freunde und was machen Sie dort?

Da bin ich seit ungefähr vier Jahren als Kassenwart.

 

Was machen Sie in ihrer Freizeit besonders gerne?

Fahrradfahren, gerade in den Ferien, da mache ich immer eine große Fahrradtour. Sonst bin ich auch gerne in der Natur, obwohl ich leider wenig dazu komme. Zugegeben, ich spiele gerne mit der X-Box, gehe auch gerne in Diskotheken, sofern es geht. Was mache ich noch gern …? Lesen und Klettern – wenn das wieder geht! Klettern habe ich jetzt schon 2-3 Jahre nicht gemacht, aber das will ich in der Halle wieder machen. Außerdem spiele ich sehr gern Gesellschaftsspiele und auch Fantasyspiele, also Rollenspiele und Miniaturenspiele.

 

Können Sie noch andere Sprachen außer Latein und Griechisch?

Ja, also in der Schule hatte ich Englisch und Französisch als erste und zweite Fremdsprache. Dann habe ich mal ein Jahr lang einen Arabisch-Kurs belegt. Ist zwar nicht viel hängengeblieben, aber ich hatte danach einen Eindruck davon. Und dann eben Latein und Griechisch, das war’s bis jetzt. Aber Italienisch und Niederländisch stehen ganz weit oben, die kommen als nächstes.

 

Nun noch ein kleines Fragengewitter:

Latein, Biologie oder Alt-Griechisch?

Da gibt es kein „oder“.

Lesen oder Fernsehen?

Lesen.

Sommer oder Winter?

Sommer.

Berge oder Strand?

Eher Strand.

Analog oder digital?

Analog.

Nord- oder Ostsee?

Auf jeden Fall Ostsee!

(Zum Wohnen): Land oder Stadt?

So die Mitte.

Theater oder Kino?

Theater.

Lieblingsaktivität im Lockodwn?

X-Box spielen.

Neue Fertigkeit durch Corona?

Oh ja! Ich habe jetzt ein Tablet und habe meine ganze Unterrichtsplanung digitalisiert. Da habe ich sehr viel dazugelernt. Außerdem so typische Dinge wie z.B. Unterricht über BBB-Konferenzen, das kennt ihr ja auch 😉

 

Vielen Dank für das Interview!

 

Redaktion des Website-Teams