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Kunstpreisverleihung 2020

Der diesjährige Kunstpreis unterscheidet sich von den Verleihungen der vergangenen Jahre durch die von der Corona-Krise hervorgerufenen besonderen Umstände der Vergabe. Wurde der Preis ansonsten stets im Rahmen der das Schuljahr abschließenden „Last Night of the Proms“ vergeben, und das in Anwesenheit eines großen, aus Eltern, SchülerInnen sowie KollegInnen bestehenden Publikums, so muss die Verleihung in diesem Jahr in einem bescheideneren Rahmen im Klostergarten stattfinden. Dieser Umstand sollte uns jedoch nicht entmutigen und vor allem nicht an einer angemessenen Würdigung der zahlreich eingereichten Schülerarbeiten ganz unterschiedlicher Couleur hindern. Es mag angesichts der äußeren Umstände paradox klingen, aber die Anzahl der eingereichten Werke ist in diesem Jahr so hoch wie lange nicht mehr. Es scheint, dass die Corona bedingten Umstände die Kreativität der SchülerInnen mehr beflügelt denn gehemmt haben, was all jene Äußerungen Lügen straft, die in dem Fach Kunst noch immer ein eher nebensächliches, sozusagen mitgenommenes Fach sehen. Das Gegenteil ist der Fall. Gerade in einer für unsere SchülerInnen so existenziellen Ausnahmesituation, die immerhin einmalig in der bundesdeutschen Schulgeschichte ist, erweist sich der künstlerische Ausdruck als eine ganz eigene Form der Auseinandersetzung mit diesem Ereignis, vielleicht sogar als die einzig wirklich persönliche Form im Sinne einer eigenen Schöpfung.

 Sascha Wien

Bilder von der Preisverleihung und Liste der Preisträger:innen

 

Preisträger:innen der Orientierungsstufe

 

1. Preis: Charlotte Grundey, 6b

Charlottes Arbeiten zeugen von einer hohen Kreativität. Diese zeigt sich in einer ausgefeilten Porträtkunst, in der die Person aus nächster Nähe dargestellt und so in ihrer Persönlichkeit dargestellt wird. Auch die Adaption von van Goghs Bild „Sternennacht“ zeugt von einem hohen gestalterischen Verständnis. Die witzige abstrakte Gestaltung eines Eis unterstreicht auch die Fantasie Charlottes auf plastischem Gebiet auf überzeugende Weise.

2. Preis: Emilia Bake, 6d

Emilia arbeitet sehr kreativ. Ihre Landschaftsmalerei vermittelt der Eindruck von Sehnsucht und Ferne. Ferner beschäftigt sie sich mit Tiermotiven, die sie durch eine expressive Farbgebung in ihrem Ausdruck steigert. Auch die menschliche Figur wird auf minimalistische Weise überzeugend verbildlicht und auf ihre elementare Form reduziert. Dadurch wird die Bewegung der Figuren gesteigert und das Motiv in seinem Ausdruck gesteigert.

3. Preis: Jaron Pöhl, 5a

Jarons Arbeiten beschäftigen sich mit unterschiedlichen Motiven wie Tiere oder Stillleben. Er verleiht den Motiven eine witzige Form und Farbigkeit, wodurch der Ausdruck gesteigert wird. Auch im Bereich der Plastik überzeugt Jaron mit Tonarbeiten, die Nahrungsmittel darstellen und an Eat-Art erinnern. Die Plastiken beziehen dadurch einen eigenen, über das Motiv hinausgehende Dynamik, die den Betrachter in seinen Bann zieht.

 

Preisträger:innen der Mittelstufe

 

1. Preis Matilda Kleemann, 9d

 Matilda versteht es auf wunderbare Weise dem Motiv des Porträts eine besondere persönliche Wirkung zu verleihen. Mit souveränem Pinselduktus gestaltet sie Werke von Menschen unterschiedlichen Typs und arbeitet ihre subjektiven Gefühlsausdruck heraus. Auch im Bereich der Fotografie zeigt sich ihre Kreativität durch ein Motiv mit einer davor gehaltenen Maske, vielleicht ein Bezug zur aktuellen Lage.

2. Preis: Max Gerke, 8a

 Max entwickelt ganz unterschiedliche Herangehensweisen in seinen Arbeiten. Ein Kopf wird hier durch das Klebeprinzip dargestellt. Gleichzeitig entwickeln sich innerhalb des Kopfes weitere Motive, die sich entdecken lassen. Die an Picasso erinnernden Papierfiguren, die zwei Musiker mit Saxophon darstellen, vermitteln den Eindruck von Fantasien und Witz. Der farbige Linoldruck eines Schwimmers besitzt eine Atmosphäre von gesteigerter Expressivität.

 3. Preis: Oliver Strohmann, 8a

Oliver Arbeiten zeigen seine künstlerische Vielfalt. Das mit liebevoll gestalteten Mustern gezeichnete Motiv eines Löwen zeugt von einer grafischen Filigranität. Auch im Bereich des Stilllebens zeigt Oliver sein Können anhand der malerischen Gestaltung von Obst. Im dreidimensionalen Bereich gelingt es ihm durch das Modell eines Wohnzimmers eine eigene Miniaturwelt als Gegenstück zum realen Raum zu erschaffen.

3. Preis: Rahel Nehmzow, 8c

Rahel arbeitet sehr vielzeitig. Sei es durch das zersplitternde Prinzip eines auf der Technik der Collage beruhenden Bildes, wodurch gewohnte Wahrnehmungsmuster in Frage gestellt werden, oder der realen aber dennoch gesteigerten Darstellung eines Leoparden, der durch die schwarz-weiße Darstellung an Ausdrucksstärke gewinnt oder die wunderbare Malerei eines Afrikaners, der durch den Zeitungshintergrund sowie die nicht lokalen Farbtöne enorm an Ausdruck gewinnt.

 

Preisträger:innen der Oberstufe

 

1. Preis: Charlotte Schäfer, Q1d

Charlottes Können zeigt sich im Bereich der Malerei, der Fotografie sowie der Druckgrafik. In allen Disziplinen gelangt sie zu sehr überzeugenden gestalterischen Lösungen, wie etwa die expressive, beinahe wilde Darstellung eines Kopfes durch die Spachteltechnik, der als Negativ umgestaltete Fotografie einer Katze, die dadurch eine andere Bedeutung erhält, sowie das nachträglich dekonstruierte Motiv einer Autobahnbrücke. Immer gelingt es ihr, die Motive im Sinne eines gesteigerten Bilderlebnisses umzuformen.

2. Preis: Clara Maetzel: Ea

Clara hat sich mit dem menschlichen Kopf auseinandergesetzt. Hier entwickelt sie beinahe hyperrealistische Porträtzeichnungen, die eine enorme Präsenz aufweisen und dennoch nicht gekünzelt oder langweilig wirken. Beeindruckend sind hier insbesondere die Licht und Schattenverhältnisse der Oberfläche. Auch im Bereich des Plakatkunst gelingt es Clara durch einen ganz eigenen, überzeugenden Ansatz auf die durch Plastik verursachte Verschmutzung der Meere hinzuweisen.

3. Preis: Marie Luci Schümann, Q1d

Marie beschäftigt sich mit ganz unterschiedlichen gestalterischen Ansätzen. Von an den abstrakten Expressionismus erinnernde abstrakte Malerei, die von einer regelrechten Farb- und Formenexplosion zeugen, über akkurat gezeichnete Porträts, die dennoch den persönlichen Ausdruck zur Geltung bringen, bis hin zu wirklich originellen Fotografien, in der ein Gesicht einer Gefangenen gleich, verzerrt hinter einer Noppenfolie hervorguckt.

3. Preis: Stine Bartram, Q1c

Stine arbeitet ebenfalls mit ganz unterschiedlichen Ansätzen. Ihre künstlerischen Fotografien arbeiten die abstrakten Formen von Gebäuden so heraus, dass ein neues Wahrnehmungserlebnis entsteht. Ihre Porträtzeichnungen sind schon beinahe fotorealistisch genau und wahren dennoch den persönlichen Ausdruck des Porträtierten. Auch im Bereich des Stilllebens gelingt es Stine Alltagsgegenstände in ihrer Eigenart darzustellen und dennoch über das bloß Abbildende hinauszugehen.

Sonderpreis: Evi Sandersfeld, Q1d

Evis Können zeigt sich ebenfalls auf unterschiedlichen Gebieten. Ihre Porträtmalerei beherrscht die Technik der Darstellung auf beeindruckende Weise und vermittelt ferner einen persönlichen und beinahe humorvollen Eindruck. Ihre Grafik eines Waldes, in dem sich eine Frau mit einem wehenden Kleid befindet, besitzt beinahe etwas Märchenhaftes. Die Figurenplastik einer sitzenden Figur, lässt beim Betrachter den Eindruck des Verweilens oder der Ruhe aufkommen. Gleichzeitig kommt der Figur in ihrem eigentlichen Wesen zur Geltung.