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Die Kirsche fällt nicht weit vom Stamm – Unterm Kirschbaum mit…. Herrn Prof. Dr. Schönweiler und Elisabeth Schönweiler 

Unterm Kirschbaum mit … Herrn Prof. Dr. Schönweiler und Elisabeth Schönweiler

Auf der vergangenen Schulelternbeiratskonferenz (SEB-Konferenz) im April 2021 hat Herr Prof. Dr. Schönweiler (RS) seine Tätigkeiten als Vorsitzender des Schulelternbeirats niedergelegt, da seine Tochter Elisabeth (ES) das Abitur erfolgreich bestanden hat und nun das Katharineum verlassen wird. Um die letzten acht Jahre noch einmal Revue passieren zu lassen und unseren Leser:innen noch einmal einen Einblick in die Arbeit des Schulelternbeirats und dessen Vorsitzenden zu geben, haben wir uns mit den beiden unter dem Kirschbaum getroffen.

Wie lange waren Sie Schulelternbeirat?

RS: Da muss ich überlegen. Als Elisabeth umgeschult wurde, war gerade ein Posten frei, und da ich Klassenelternbeirat war, habe ich mich für das Amt beworben. Ich war schon in der Grundschule von Elisabeth SEB-Vorsitzender und hatte dahingehend Erfahrung und Interesse. Im Katharineum war ich erst der Dritte von Dreien, dann Zweiter und nach einem Jahr, als die Dienstzeit meiner Vorgängerin endete, wurde ich zum Ersten Schulelternbeirat gewählt. Also bin ich seit acht Jahren im Schulelternbeirat und seit sieben Jahren dessen Vorsitzender. 

Warum haben Sie sich entschieden, Schulelternbeirat zu werden?

RS: Es ist so: Entschieden habe ich mich schon in der Grundschule. Ich habe sowohl großes Interesse am Amt selbst, vor allem auch durch meinen beruflichen Hintergrund. Dazu muss man sagen, dass meine Frau und ich denselben Beruf ausüben, und der hat thematisch mit dem Lernen von Kindern  – und zwar genauer gesagt mit dem Lernen von Kindern mit Behinderungen – zu tun. In diesem Zusammenhang ärgern wir uns doch manchmal über das Schulwesen. Wenn man so ein Amt übernimmt, kann man dafür sorgen, dass die (doch ganz sinnigen) Inklusionsgesetze auch wirklich umgesetzt werden. Darum sind ja auch die SV und der Schulelternbeirat „erfunden“ worden; damit da mal jemand drauf guckt, ob die ja sinnvollen Gesetzen, die demokratisch entwickelt wurden, umgesetzt werden. Andersherum: Wenn damals ein Amt in einem Sportverein frei gewesen wäre, hätte ich jemandem die Kandidatur überlassen, der oder die davon Ahnung hat; vielleicht Sport o.ä. studiert hat. Also: Die Gelegenheit und die Motivation kamen zusammen, darum habe ich mich beworben. 

Was hast Du alles von der Arbeit deines Vaters mitbekommen?

ES: Also ich würde sagen, das ist tatsächlich sehr davon abhängig, wie viel gerade in der Schule los ist. Von der normalen Arbeit, also von dem, was hinter den Kulissen das ganze Schuljahr abläuft – unabhängig von irgendwelchen großen Veranstaltungen – habe ich relativ wenig mitbekommen. Aber wenn z.B. Schulkonferenz war, war es schon etwas mehr, weil man sich darüber natürlich unterhält. Dann aber auch nur über die Dinge, die mich etwas angehen; es gibt ja auch Sachen, die ich gar nicht wissen darf. Was mir aber sehr im Gedächtnis geblieben ist, auch weil sie gerade erst stattgefunden hat, ist die Abiturentlassungsfeier. Da war bei uns zu Hause sehr viel los: Das Telefon hat quasi rund um die Uhr geklingelt, seien es Eltern oder Lehrer:innen; alle möglichen Menschen wollten mit Papa Dinge organisieren oder planen. So habe ich erst ganz am Ende gemerkt, wie viel es zu planen und zu organisieren gibt. Ich weiß gar nicht, ob das schon vorher so viel war, aber das hat mich auf jeden Fall sehr beeindruckt. 

Was waren Ihre Aufgaben als Schulelternbeiratsvorsitzender?

RS: Also im Grunde ist das sehr ähnlich wie bei der SV. Zunächst muss man sich organisieren. Da sind Wahlen zu organisieren, was erst einmal eine reine Fleißarbeit ist. Man muss die Eltern ein bisschen motivieren, mitzumachen, d.h. Elternbeiräte aufstellen, dafür sorgen, dass alles läuft. Damit hat man allerdings noch nichts bewegt. Erst dann kommt man in die inhaltliche Arbeit hinein: Man kümmert sich um Beschwerden von Eltern, die natürlich auch von den Schüler:innen kommen, um zu unterstützen, wo etwas in der Schule nicht gut läuft, es Benachteiligungen gibt oder wenn es im Unterricht Probleme gibt. Ich war auch an zwei Schlichtungsfällen beteiligt. Das waren auch Angelegenheiten, die mich belastet haben. Ab und zu kommt man aber auch zur inhaltlichen Arbeit, zum Beispiel in den Schulelternbeirats-Konferenzen, die man vorbereiten muss, wo man im Vorfeld die Themen organisieren und Wichtiges von Unwichtigem trennen muss. Dann war es meine Aufgabe, Eltern von den wichtigen Themen der Lehrer und Schüler zu überzeugen. 

Hinzu kam, dass ich viele Dinge in den Kreiselternbeirat tragen konnte. Themen, die erstmal „nur“ Katharineumssache waren, fanden die Leute im Kreiselternbeirat auch ganz anregend, weil sie genau das gleiche Problem an einer anderen Schule sahen. Wenn das der Fall ist, kann man die Thematik an den Landeselternbeirat weiterleiten und dann wird es erst richtig interessant. Da bin ich zwar nie so richtig aktiv gewesen, sondern habe nur Hintergrundarbeit gemacht; aber dort bekommt man die Chance, etwas richtig durchzusetzen. Diese Prozesse zu lenken und zu sagen: „das müssen wir durchpauken“, oder an anderer Stelle am Ball zu bleiben, das ist eigentlich die wesentliche Arbeit, die dazu führt, dass sich etwas positiv verändert. 

Haben Sie etwas anders gemacht als ihre Amtsvorgängerin?

RS: Ja: der Stil, mit dem wir den Vorstand aufgestellt haben, wurde anders. Mir war von Anfang an klar, dass ich den SEB-Vorstand mit drei gleich gut informierten und eingearbeiteten Vorsitzenden aufstellen wollte. Vor meiner Zeit waren die Unterredungen mit Herrn Schmittinger 4-Augen-Gespräche. Heute finden solche Konferenz in der Regel mit allen drei Vorsitzenden statt. Mit mehr Köpfen können wir mehr erreichen. Das ist der Punkt, den ich grundsätzlich anders gestaltet habe. Auch ist der Schulelternbeirat jetzt so aufgestellt, dass Klassenelternbeiräte viel mehr mitwirken können. Es tun nicht nur ein oder zwei Leute etwas, sondern es wurden Arbeitsgruppen gebildet, was viel effektiver ist. Bei einem z.B. krankheitsbedingten Ausfall wurde es jederzeit möglich, dass einer/eine meiner Stellvertreter:innen die Amtsgeschäfte übernehmen kann. 

Welches Projekt von deinem Vater war das größte Gesprächsthema beim Abendessen?

ES: Beim Abendessen muss man erstmal dazusagen, ist es die Frage, wie man das „Gesprächsthema” definiert, weil mein Vater doch sehr sorgsam mit seiner Schweigepflicht umgegangen ist. Auch wenn ich doch mal sehr großes Interesse gezeigt habe, wurde mir da nicht immer eine Antwort gegeben. Dinge, die einen Tag später an die ganze Schule gegangen sind, habe ich dann schon erfahren, aber viel Grundlegendes von der Arbeit habe ich und durfte ich auch nicht mitbekommen. Trotzdem, wie ich eben schon gesagt habe: Diese Organisation für die Abiturentlassungsfeier war schon ein riesiges Projekt, da habe ich schon sehr viel gehört. Wovon ich aber auch gehört habe – und das nicht nur von Papa am Abendbrottisch – sind Themen, die unter anderem durch Mitschüler:innen zum Beispiel über die Schulkonferenzen, wo es doch manchmal „wild“ zuging, an mich herangetragen wurden. Aber ich habe nichts erfahren, was ich nicht wissen durfte. 

Wie viel Zeit kostet das Amt und haben Sie den Zeitaufwand vorher so eingeschätzt?

RS: Ja, also das ist ein wunder Punkt. Da habe ich mich verkalkuliert, der Aufwand war am Ende deutlich höher, als ich gedacht habe. Man kann eine Grundschule dann doch nicht mit einem Gymnasium und den vielen Aktivitäten dort vergleichen (lacht). Obwohl Elisabeths Pate, der Schulelternbeirat an einem Gymnasium in Hannover war, gesagt hat, dass ich das schon schaffe. Inzwischen rückt er aber damit raus, dass es auch bei ihm doch deutlich mehr Arbeit war, als er zugeben wollte. Das ist dann aber auch egal, denn wenn man keine Lust mehr hat oder es nicht schafft, hätte ich ja aufgeben können: Aber mir hat es bis zuletzt Spaß gemacht. Mal investiert man drei Stunden am Tag, manchmal ist auch gar nichts zu tun, es herrscht ein Stillstand, zum Beispiel während Feiertagen oder in den Ferien, aber da hat sich auch einiges verändert. Am Anfang habe ich mich auch selbst z.B. für den Ausschank bei Veranstaltungen eingebunden, dann aber ein Komitee dafür geschaffen; schon war ich ein großes Stück Arbeit los, wofür ich den helfenden Mit-Eltern sehr dankbar bin. Auf zu viel Arbeit muss man auch reagieren und das hat immer super geklappt.

Einwurf Elisabeth: Nicht viel arbeiten – sondern effizient arbeiten! 

Genau, aber viele wollen auch mitarbeiten und haben da Spaß dran. Sinn der Sache ist es, zusammen zu arbeiten. Ich hatte beim Ausschank immer Riesenfreude; es war ja keine Arbeit, da am Ausschank zu stehen, sondern irgendwo wird es zu einer Art Freizeit, und ich habe viele neue Freunde kennengelernt. Man erweitert seinen Horizont durch das Teamworking. 

Was war das Stressigste, was Sie in all den Jahren organisieren mussten?

RS: Da muss ich wirklich sagen, dass uns eine Pandemie so kurz vor dem Abschluss noch erwischt hat, hätte ich mir auch nicht träumen lassen. Ich muss Elisabeth Recht geben, diese Abiturentlassungsfeier, die ich für den ganzen Jahrgang gemacht habe, weil das in meinen Aufgabenbereich fällt, (ich hätte es auch für den vorangegangen Jahrgang machen müssen, es war quasi Zufall, dass Elisabeth dieses Jahr Abi gemacht hat), war das Stressigste und wirklich nervenaufreibend. 

(Anm. d. Red.: Es ist am Ende aber auch sehr schön geworden!)

ES: Es hat aber auch nur funktioniert, weil es am Ende durch die Bestimmungen noch möglich war. Das war sicherlich auch einer der Gründe, warum es so stressig wurde, weil es eben die ganze Zeit ungewiss war, wie man es am Ende umsetzen darf. Es war weniger die Uneinigkeit oder Ähnliches, sondern eher die Meinungen darüber, welche Risiken man eingehen möchte, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. 

RS: Wenn das jetzt nicht gewesen wäre, um nochmal ein anderes Beispiel zu bringen: Wir haben ja versucht, einen neuen Direktor zu bekommen, was nicht ganz einfach war, weil wir keine Bewerber hatten. Da haben der Bund der Freunde und die Kulturmark beschlossen: Wir schalten eine Anzeige in der „Zeit“. Das hat Wellen geschlagen; im Ministerium war man wegen so einer Einmischung nicht erfreut. Und wenn man so einen Job macht, kann es auch mal privat hart werden. Als meine Mutter todkrank wurde und ich sie am Heimatort ins Krankenhaus begleitete, fand mit dem NDR in Lübeck ein Interview zur dem Thema statt. Ich also nach Lübeck, das Interview gegeben, und wieder zurück. Wenige Tage später starb meine Mutter. Am Todestag bin ich erneut nach Lübeck zurück und leitete die SEB- Konferenz. Da musste ich die Zähne zusammenbeißen – Augen zu und durch.

Hat sich Dein Schulleben durch das Amt deines Vaters verändert?

ES: Was mein Schulleben direkt betrifft, würde ich das nicht sagen; außer, dass eben die Dinge, die mein Vater „ins Rollen gebracht“ hat, natürlich mich, wie alle anderen auch, beeinflusst haben. Was aber tatsächlich ganz angenehm war: Ich musste nie irgendeinen Zettel abgeben, der an den Schuleltern- oder Klassenbeiratsvorsitzenden gehen sollte. Das heisst, ich konnte meine Schulzeit ohne Sorge um Fristen genießen.

RS: Einen ganz kleinen Vorteil muss es ja auch haben! (lacht)

Arbeiten Sie enger mit den Eltern oder den Lehrern zusammen?

RS: Auf jeden Fall mit den Eltern. Man hat im Amt eine politische Position, man kämpft für die Eltern, und die kämpfen für euch als Schüler. Dazu muss man sagen, wir hatten mit dem Schulelternbeirat schon mal kontroverse Themen, aber nichts musste „an die große Glocke gehängt“ werden, weil wir mit der Schulleitung alles in Ruhe lösen konnten. Doch muss man auch schon mal Position beziehen, denn dafür haben die Eltern mich ja in den SEB gewählt; also stehe ich auf dieser Seite und auf der der Lernenden. So muss man das als Schulelternbeirat sehen, einen generellen Schmusekurs gibt es nicht. Doch liefen mit Herrn Schmittinger, Herrn Poetzsch-Heffter und mit Herrn Philippi immer alle Diskussionen sehr harmonisch und für alle erfolgreich ab.

Sie sind Mitglied des Vorstands des Stadt- und Kreiselternbeirats: Was sind dort die Aufgaben?

Da sammeln wir die Themen, die an den Schulen zusammenkommen. Der Kreiselternbeirat ist nicht so viel Arbeit, viel weniger als an der Schule selbst. Dort werden, wie gesagt, die Themen nur gesammelt, dann bewertet und man guckt darauf, ob an anderen Schulen die Probleme ähnlich gelagert sind. Unterrichtsausfall ist da ein klassisches Thema, aber auch wie das Homeschooling während Corona geregelt wurde; wie viel Unterricht findet online, wie viel in Präsenz statt, etc. Das wird dann an den Landeselternbeirat (LEB) weitergegeben und da „spielt dann die Musik“. Im LEB habe ich nur im Hintergrund gearbeitet, da waren andere, z.B. aus dem Katharineum Kirsten Schneier, die sich mit voller Kraft einbringen. 

(Nachfrage d. Red.: In welchen Abständen treffen sich Kreis- und Landeselternbeirat?)

RS: Also normalerweise zweimal im Jahr. Jetzt mir Corona waren es vier bis sechs Treffen, alles online abends. Wenn es irgendwo brennt, trifft man sich so oft wie nötig. In der Hauptzeit von Corona hat der Landeselternbeirat, wie ich gehört habe, jeden Samstag getagt, um zu gucken, ob man mit der Ministerin sprechen muss o.ä. Bei besonderen Umständen eben so oft, wie die Probleme es benötigen. 

Waren die Diskussionen zu bestimmten Corona-Themen sehr groß?

RS: Oh ja. Wir bei den Gymnasien waren uns immer relativ einig. Es gab aber Meinungsverschiedenheiten mit den Gemeinschaftsschulen. Das hat weniger mit G8 und G9 zu tun, sondern mit den anderen Strukturen, Ansprüchen und Fächerkombinationen. Manchmal haben wir deren Positionen, die sie in der Öffentlichkeit geäußert haben, nicht mitgetragen und mussten dann intern diskutieren, wie wir auf bestimmte Äusserungen reagieren. Dann fanden Telefonkonferenzen statt, in denen es meist darum ging, ob wir „die Füße stillhalten“ oder eine Gegenposition veröffentlichen sollten.

Hat Dir das Amt deines Vaters schonmal etwas gebracht?

ES: Wie gesagt, die Sache mit den Zetteln war sehr schön. (lacht) Sonst glaube ich aber, dass es mit dem Amt des Vorsitzenden des Schulelternbeirats ähnlich ist, wie mit dem des Schüler:innensprechers. Ich glaube bei so etwas geht es immer um die Gesamtheit der Schule. Für mich war es zwar spannend, einen Einblick zu bekommen, aber sonst ist es ja die Aufgabe meines Vaters, alle Eltern und alle Schüler:innen zu vertreten – und nicht nur mich. Deshalb würde ich sagen, dass ich da keinen besonderen Vorteil hatte. 

RS: Eine Botschaft an alle Leser:innen: Ich warne alle Eltern davor, so einen Job für ihre eigenen Kinder zu übernehmen: bloß nicht! Ich hätte das nie machen können, wenn ich nicht gewusst hätte, dass Elisabeth problemlos durch die Schulzeit „flutscht“. Ich musste mich nie um Elisabeth und ihre Anliegen kümmern, mein „Job“ war nicht für sie, sondern es war immer für diejenigen, die es gebraucht haben, die einer besonderen Zuwendung oder Hilfe bedurften. Man darf keinesfalls sowas für seine eigenen Kinder übernehmen. 

ES: Genau – man darf sich das nicht so vorstellen, dass ich meinen Vater bitte, doch mal bei irgendwelchen Lehrer:innen ein gutes Wort für mich einzulegen. In solch einem Fall, also wenn ich ein Anliegen hätte, würde ich das wie jede/r andere machen und mich an die Klassensprecher:innen oder die Schüler:innensprecher:innen wenden. Natürlich rede ich mit Papa über brisante Themen oder wir diskutieren mal (am Abendbrottisch), aber das lief nie darauf hinaus, dass meine persönlichen Empfindungen eine Auswirkungen auf die Arbeit meines Vaters gehabt hätten. 

Wer wird auf Sie als Schulelternbeiratsvorsitzende:r folgen?

RS: Frau Davidsmeyer, Herr Schindler und Herr Schleussner. Wir haben im Vorfeld beschlossen, dass es genauso demokratisch weitergeht, die Aufgaben werden sogar noch weiter aufgeteilt. Frau Davidsmeyer hatte sich bereit erklärt, für den Vorsitz auf der Schulkonferenz zu kandidieren, und sie ist ja auch gewählt worden. Diese Aufgabe müssen die anderen dann nicht mehr übernehmen. Herr Schleussner übernimmt die Tätigkeiten in der Kulturmark und Herr Schindler wird die Kernarbeit des Schulelternbeirats machen, sodass wir die Aufgaben auf noch mehr Schultern verteilen. So kann man auch mehr erreichen, man wird kreativer und nicht jede Funktion muss auf eine Person zentriert sein. Ich würde mir für meine späteren Nachfolger wünschen, dass es bei einer solchen Aufgabenteilung bleibt. 

ES: Die Motivation ist ja auch viel eher da, wenn man weiß, dass man nicht für ein Amt kandidiert und dann alles alleine machen muss, sondern ein Team um sich hat, mit dem man an bestimmten Dingen arbeitet. Viel, viel mehr möchten mitarbeiten, ähnlich wie nach der SV-Reform, wenn die Zusammenarbeit so groß ist. 

Hättest Du in einigen Situationen etwas anders gemacht als dein Vater?

ES: Das glaube ich insofern nicht, als dass ich die Arbeit meines Vaters so einschätze, dass es eher in die Richtung des Schlichtens und Sammelns von Wünschen, Kritik und Anliegen geht. Das Ziel ist ja immer, das Bestmögliche für alle Beteiligten zu erreichen. Ich weiß von keinen Einzelfällen, wo mein Vater etwas entschieden haben könnte; also kann ich auch nicht sagen, ob ich etwas anders gemacht hätte. Ansonsten aber, also im Allgemeinen, denke ich, hätte ich es genauso gemacht. Es ist ja nunmal der Sinn solch eines Amtes, zum Wohl aller zu entscheiden.

RS: Ich kann mich auch nicht erinnern, dass ich irgendwas alleine entschieden hätte: Solche Situationen gab es nicht. Das wäre nur der Fall gewesen, wenn man etwas sofort hätte entscheiden müssen. Glücklicherweise konnten wir alles im Team besprechen. 

Was werden Sie mit der ganzen freien Zeit, die Sie jetzt dazu bekommen, machen?

RS: Mit so einer Frage hatte ich schon gerechnet (lacht)! Die freie Zeit werde ich erstmal genießen. Aber der Arbeitstag ist immer gefüllt mit etwas und ich tue das, was nötig ist, und werde spontan entscheiden, eine neue Aufgabe in Angriff zu nehmen. Vielleicht werde ich mich auch mal auf meine Terrasse setzen und die frische Luft genießen oder ich werde eine andere Aufgabe sorgfältiger erledigen. Das sehe ich ganz locker, ich werde kein neues Amt übernehmen, um die Freizeit zu füllen. 

ES: Das kann ich bezeugen!

Willst du auch irgendwann mal Schulelternbeirätin werden?

Da bin ich mir, ehrlich gesagt, nicht sicher, weil ich gar nicht weiß und nicht abschätzen kann, wie viel Arbeitsaufwand meine Arbeit später haben wird. Prinzipiell kann ich mir aber vorstellen, dass das etwas sehr Schönes ist, wenn man später Kinder hat, weil man weiß, dass man in dieser Institution Schule, die so wichtig für das Heranwachsen ist, etwas bewegen kann. Das ist bestimmt eine schöne und gewinnbringende Erfahrung. Aber wie gesagt: Noch kann ich das nicht abschätzen, doch das wird sich sicher alles ergeben. Gefallen würde es mir sicherlich! 

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Herrn Prof. Dr. Schönweiler und Elisabeth für das spannende Gespräch und wünschen den beiden alles Gute für die Zukunft!

Redaktion der Website-AG